Der St. Petri Dom
Die Geschichte des Doms, der ältesten Kirche Bremens, beginnt mit der Christianisierung der ursprünglich von den Sachsen besiedelten Gegend durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert. Nach der Unterwerfung der sächsischen Stämme setzte Karl Grafen und Bischöfe als Interessensvertreter des Frankenreiches und des Christentums ein. So wurde auch Bremen Bischofssitz. Wann der erste Dom auf der höchsten Erhebung der so genannten Bremer Düne errichtet wurde ist unklar, jedoch wurde er ziemlich wahrscheinlich 858 von einfallenden Wikingern aus dem dänischen Norden zerstört. Der 1041 begonnene und im 13. Jahrhundert mit den zwei Türmen vollendete nachfolgende romanische Bau wurde im 16. Jahrhundert schließlich im gotischen Stil umgebaut.

Nach einer wechselvollen Geschichte, mit wechselnden Besitzverhältnissen und Beschädigungen, erhielt der Dom erst 1902 nach einer dreizehnjährigen Renovierungszeit das heutige Aussehen. Seither sind die ehemals unterschiedlich hohen und nun 98 Meter messenden Türme ein weithin sichtbarer Orientierungspunkt.

Blick auf den St.Petri Dom vom
Wochenmarkt auf dem Domshof
Im 1987 gegründeten Dom-Museum sind unter anderem Grabbeigaben und Textilien aus der Zeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert zu sehen, die in den 1970er Jahren bei Grabungen im Mittelschiff aus Bischofsgräbern aus dem Mittelalter geborgen wurden.
Ein Highlight der besonderen Art ist der so genannte Bleikeller, der statt wie ursprünglich in der Ostkrypta, seit 1984 in einem Nebengebäude des Doms untergebracht ist. Zu sehen gibt es neben einigen mumifizierten Tieren 6 menschliche Mumien in ihren offenen Särgen. Zunächst hatte man angenommen, dass das ehemals in der Ostkrypta gelagerte Blei, das vor allem für Arbeiten am Dach des Doms gebraucht wurde, für die Konservierung der Toten verantwortlich sei, doch dem ist nachweislich nicht so. Seither gibt es verschiedene Theorien über die Ursache der Mumifizierung. Wer diese Menschen waren ist ebenfalls nicht gänzlich geklärt. Bei einer der Mumien etwa, deren Mund wie zum Schrei geöffnet ist, war man lange von einem im 15. Jahrhundert abgestürzten Dachdecker ausgegangen, aber eine Röntgenuntersuchung 1985 zeigte keinerlei Knochenbrüche am Skelett, dafür aber eine Kugel an der Wirbelsäule. Ob es sich nun dabei um einen im Dreißigjährigen Krieg erschossenen Soldaten handelt, wie von mancher Seite vermutet wird, bleibt allerdings Spekulation.

Maritim: der Neptun-Brunnen im Schatten des Doms auf dem Domshof
Geöffnet Mai-Oktober, Eingang über den „Glockengarten“ neben dem Dom
Wer nach dem Besuch im Bleikeller frische Luft braucht, findet bei einer Turmbesteigung reichlich davon in schwindelnder Höhe. Dazu gibt es einen schönen Ausblick über die Stadt. Geöffnet Mai-Oktober
Weitere Infos: http://www.stpetridom.de
Links neben dem Dom thront auf einem Sockel hoch zu Ross der "Eiserne Kanzler", Otto von Bismarck, der erste Kanzler des Deutschen Reichs. Bismarck war bereits 1871 zum Ehrenbürger Bremens ernannt worden und zu Lebzeiten hatte der Senat eine Straße nach ihm benannt, dennoch war die Einweihung des pompösen Denkmals 1910 nicht unumstritten, wie der Kanzler selbst es auch gewesen war.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das einzige existierende Reiterstandbild von Bismarck in der Außenseite des Doms eingemauert und nach langen Kontroversen erst 1953 wieder aufgestellt.