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Von einem Dorf aus fränkischer Zeit in ein Villenviertel - unterwegs von Niederdollendorf nach Bad Godesberg

Am Besten reist man mit der Bahn nach Niederdollendorf, aber auch mit der Straßenbahn kommt man von Bonn aus auf die rechte Rheinseite und zu den Ausläufern des Siebengebirges. Der Ort war zeitweilig im Besitz der Grafen, die auf der Löwenburg oberhalb des heutigen Rhöndorf residierten. Doch als diese die Burg an die Herzöge zu Berg verloren, fiel auch Niederdollendorf an diese neuen fürstlichen Herren. Seit Jahrzehnten gehört Niederdollendorf nun zum benachbarten Königswinter.

Niederdollendorf

Die Pfarrkirche St. Michael in Niederdollendorf

Wir beginnen unseren Bummel durch den Ort an der Pfarrkirche St. Michael, die bereits von Weitem wegen des Kirchturms auffällt. Der verputzte Turm ist in eine Art Altrosa gehüllt. Zudem findet man die für romanische Sakralbauten typische Farbgebung der Zwillingsfenster. Neben dem Turm ist nur noch die Apsis von der romanischen Ursprungskirche erhalten geblieben. Die übrige Kirche ist ein typisches Kind der Neogotik des frühen 20. Jahrhunderts. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche erblicken wir in der Hauptstraße gleich drei Fachwerkbauten mit schwarzem Fachwerk und weißem Gefache. Zu dieser sehenswerten Fachwerkarchitektur gehört ein ehemaliger Winzerhof, der zudem Stapelhof des Bonner Cassiusstiftes war, und nebenan steht seit 1667 ein Gasthaus mit vorkragendem Obergeschoss.

Unweit von St. Michael (NIederdollendorf) stehen diese beeindruckenden Fachwerkhäuser

Unweit von St. Michael stehen diese beeindruckenden Fachwerkhäuser

Fachwerk, aber nicht nur

Auch in der Rheinstraße, die uns zum Rhein bringt, erblicken wir zahlreiche Fachwerkbauten. In der Rheinstraße war wie in der Hauptstraße einst ein Winzer ansässig, dessen Hof mit großer Durchfahrt bis heute erhalten geblieben ist. Auf Höhe des Pelikan-Brunnens auf der Rheinpromenade biegen wir in die Godesberger Straße ein, die uns zur Hauptstraße zurückführt. Wir wenden uns an der Einmündung beider Straßen nach rechts, um zum Bredershof, einem ehemaligen Freihof aus dem 17. Jahrhundert, zu gelangen. Auf einem u-förmigen Grundriss wurde das zweigeschossige Wohnhaus der Hofanlage erbaut. Es ruht mit seinem Fachwerkobergeschoss auf einem massiven Bruchsteinsockel. Mit den anschließenden in Fachwerk erbauten Hofgebäuden umschließt es einen Innenhof mit Brunnen.

In der Rheinstraße von Niederdollendorf

In der Rheinstraße von Niederdollendorf

Zu diesem Anwesen gehört außerdem ein Kellerhaus mit Gewölbekeller, der heute gastronomisch genutzt wird. Im weiteren Verlauf kommen wir zur sogenannten Villa Sträter, ein in Weiß getauchter spätklassizistischer Kubus, der von einer ansprechenden Gartenanlage mit einem „Kranich-Brunnen“ umgeben wird. Erbaut wurde dieser zweigeschossige, siebenachsige Bau um 1870.

Fähre Niederdollendorf-Bad Godesberg

Fähre Niederdollendorf-Bad Godesberg

Mit der Fähre nach Bad Godesberg

Über die Hauptstraße kehren wir zur Kirche Sankt Michael zurück und biegen dann in die Fährstraße ein, die uns zur Autoschnellfähre bringt. Mit dieser setzen wir über nach Bad Godesberg. Nicht nur Konrad Adenauer und Willy Brandt taten das vor uns, sondern auch Chamberlain aus Anlass seines Treffens mit Adolf Hitler im Jahr 1938. Weitere Prominente, die den Rhein hier überquerten, waren Königin Elisabeth mit Gefolge bei ihrem Staatsbesuch 1992 und ein Jahr später der japanische Kaiser nebst Hofstaat.

In der Rheinallee entdeckt: Stadtvillen reihen sich aneinander

In der Rheinallee entdeckt: Stadtvillen reihen sich aneinander

Im Villenviertel von Bad Godesberg

Am Godesberger Rheinufer erblicken wir die schlossähnliche Villa Cahn inmitten einer kleinen Parkanlage, die in den Panoramapark übergeht. Diese im neogotischen Stil entworfene Villa direkt am Rhein wurde für den jüdischen Bankier Albert Cahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut.

Die Villa Cahn, ein Beispiel für die historistische Architektur des 19. Jhs.

Die Villa Cahn, ein Beispiel für die historistische Architektur des 19. Jhs.

Flanieren wir durch die Rheinallee, so befinden wir uns inmitten des Villenviertels von Bad Godesberg. Das Villenviertel symbolisiert den Aufstieg von Bad Godesberg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem begehrten Wohnort begüterter Bürger. Neobarock trifft auf Klassizismus und Historismus. In einigen Stadtvillen sind nun Hotels wie das Hotel Kronprinzen untergebracht.

Der berühmte Sohn der Stadt: Ludwig van Beethoven

Der berühmte Sohn der Stadt: Ludwig van Beethoven

Über die als Fußgängerzone gestaltete Alte Bahnhofstraße und Michaelshof schlendern wir zum Stadtpark. Auf dem Weg dorthin begegnen wir Ludwig van Beethoven, wenn auch nicht leibhaftig, so doch als lebensechte Skulptur. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde der Stadtpark angelegt, der vom Charakter her einem englischen Landschaftspark gleicht. Störend wirken die zahlreichen Tennisplätze inmitten der Parkanlage. Ebenfalls im Park gelegen ist das heutige Kleine Theater, das 1919 erbaut wurde und ursprünglich als Dienstwohnung des Bürgermeisters diente. Nur noch gelegentlich wird das Wasser der 1962 gebohrten Kurfürstenquelle im Kurparkpavillon ausgeschenkt.

Das ehemalige Ballhaus La Redoute

Das ehemalige Ballhaus La Redoute

Klassizismus pur: Rathaus und Redoute

Am westlichen Rand des Stadtparks stehen nicht nur das Rathaus und die Redoute, sondern auch die Musikschule und die evangelische Johanneskirche. Die Musikschule ist nicht zu verfehlen, befindet sich doch eine Skulpturengruppe mit einem Geigenspieler vor dem Bau. Bei der benachbarten Johanneskirche handelt es sich um einstige Privatkapelle des Freiherrn Ludwig Maximilian von Rigal-Grunland. Sie war der erste eigenständige linksrheinische Kirchenbau überhaupt. In der Architektur vermischen sich romanische Einflüsse mit solchen des 19. Jahrhunderts. Ein Glockenturm fehlt der Kapelle. Sie besitzt lediglich einen Dachreiter.

Das Rathaus setzt sich aus mehreren aneinandergereihten klassizistischen Bauten zusammen. Sie entstanden in den 1790er Jahren als Logierhäuser des damaligen Kurfürsten Max Franz und beherbergten Kurgäste. Jener Landesherr ließ auch La Redoute erbauen. Es diente als Ballhaus und als Stätte des Glücksspiels, denn man wollte seinen Kurgästen schließlich auch Amüsement bieten. Angeblich soll in der La Redoute der noch recht junge Ludwig van Beethoven im Beisein von Joseph Haydn musiziert haben. Zeitweilig war La Redoute das Herrenhaus der Familie von Wendelstadt, ehe der ehemalige „Tanz- und Glücksspiel-Palast“ in städtisches Eigentum überging.

Blick in den Redoutenpark: Hoch aufragend eine Scheinzypresse

Blick in den Redoutenpark: Hoch aufragend eine Scheinzypresse

Hinter der Redoute erstreckt sich an einem Hang der Redoutenpark mit seinem exotischen Baumstand. Eine ausladende Libanonzeder finden wir hier ebenso wie eine Europäische Rotbuche, eine Immergrüne Eiche und eine mächtige Sumpfzypresse mit konischem Wuchs, die eigentlich in Nordamerika heimisch ist. Auch in Nordamerika zuhause ist die schuppenrindige Hickorynuss. Sowohl in Mitteleuropa wie auch in den USA kommt die Ruchzeder mit ihrer stark zerfurchten rötlichen Rinde vor.

Ob man nun auf dem Theaterplatz steht oder im Redoutenpark, die über der Stadt thronende Godesburg ist nicht zu übersehen. Erbaut wurde sie Anfang des 13. Jahrhunderts. Doch der sogenannte Truchsessische Krieg zwischen den Truppen des Erzbischofs Truchsess von Waldburg und bayrischen Verbänden setzte der mittelalterlichen Burg schwer zu. Infolge einer Belagerung und Eroberung wurde die Burg gesprengt und die Ruine nie wiederaufgebaut. 1959/60 erhielt der Architekt Gottfried Böhm den Auftrag, die Ruine mit ihrem Bergfried in einen modernen Hotel- und Restaurant-Komplex zu integrieren.

Die Godesburg über den Dächern von Bad Godesberg

Die Godesburg über den Dächern von Bad Godesberg


Weitere Informationen
Bonn Information
Windeckstraße 1 / am Münsterplatz
53111 Bonn
www.bonn.de

Informationspavillon Bad Godesberg Stadtmarketing
Ria-Maternus-Platz 1
53173 Bonn
http://www.godesberg-stadtmarketing.de/

Stadtpark Bad Godesberg
Koblenzer Straße
53177 Bonn-Bad Godesberg

Redoutenpark
Kurfüstenallee 1
53177 Bonn-Bad Godesberg

Kleines Theater
Koblenzer Straße 78
53177 Bonn-Bad Godesberg
http://kleinestheater-badgodesberg.de

Stadthalle
Koblenzer Straße 80
53177 Bonn-Bad Godesberg
http://www.stadthalle-bad-godesberg.de

Gasthaus Redüttchen mit Biergarten
Kurfüstenallee 1
53177 Bonn-Bad-Godesberg
Öffnungszeiten: http://www.guennewig.de/bnredout/oeffnungszeiten2.htm

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