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Botanische Gärten

Wie das Arboretum Park Härle so sind auch die Botanischen Gärten, der eine hinter dem Poppelsdorfer Schloss und der andere, der Nutzpflanzengarten, nur Schritte entfernt, nicht nur ein Tipp für Gartenfreunde, sondern für alle die den Bonn-Aufenthalt mit ein wenig Entspannung im Grünen verbinden wollen. Dazu bietet Bonn genügend Gelegenheit, bezieht man zudem den Freizeitpark Rheinauen, den Hofgarten, den Alten Zoll und das Baumschulwäldchen mit ein.

Zu einem kurfürstlichen Schloss, und das ist das Schloss Clemensruh in Poppelsdorf, gehörten seit Anbeginn ein prachtvoller Garten und eine Orangerie. 1715 bis 1725 wurde ein barocker Park im französischen Stil in Poppelsdorf geschaffen, auf dem der heutige Botanischen Garten in seiner Struktur basiert. Auffallend ist die bis heute erhaltene Sichtachsenbeziehung zwischen dem kurfürstlichen Stadtschloss und dem Lustschloss Clemensruh.

Bonn - Dahlien und Rosen blühen vor Schloss Clemensruh
Dahlien und Rosen blühen vor Schloss Clemensruh

Ein Kind der Universität

Mit der Gründung der Bonner Universität wurde der bestehende kurfürstliche Garten durch einen Botanischen Garten ersetzt. 1818 entstanden diese Gartenanlage und einige Gewächshäuser, die allerdings 1923 bis 1926 durch moderne ersetzt wurden. Die Pflanzenpracht, die der Besucher heute bestaunen kann, ist das Ergebnis des Wiederaufbaus des Gartens und der Gewächshäuser nach den Verwüstungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Bei ausgedehnten Bodenkämpfen überlebte nur der alte Baumbestand. Fliegerbomben hatten das Schloss und die Gewächshäuser zerstört, so dass die Pflanzen des Gewächshauses alle erfroren.

Mangroven, Seerosen, Titanwurz

Tausende von Pflanzen gedeihen heute wieder auf dem Areal des Botanischen Gartens, in Publikationen ist mal von rund 8500, mal von rund 11000 Pflanzen die Rede. Auf der ehemaligen Barockparterre ist ein Pflanzensystem entstanden, in der Pflanzen nach verwandtschaftlichen Verhältnissen angeordnet sind. Tropische Pflanzen wie Mangroven, Seerosen oder Orchideen kann man ebenso wie heimische Arten bestaunen. Zu den Exoten unter den Pflanzen zählt die Titanwurz, die weltweit größte Blume, die ebenso im Tropengewächshaus zu finden ist wie die südamerikanische Riesenseerose Victoria mit ihren 2,50 Meter großen schwimmenden Blättern.

Bonn - Blick ins Tropengewächshaus
Blick ins Tropengewächshaus

Beim Betreten des Gartens – nur sonntags wird Eintritt verlangt und dafür auch eine sachkundige Führung angeboten – stößt der Besucher auf Blau-Schwingel und Filziges Hornkraut. Nur wenige Schritte entfernt haben geldblühende Goldastern ihren Standort. In ähnlich strahlendem Gelb zeigen sich die Dahlien „Yellow Sunburst“ und machen ihrem Namen alle Ehre. Wie ein Kissen, das das Erdreich bedeckt, schaut der Matten-Stinkstrauch aus, dessen eigentliche Heimat Neuseeland und Australien ist. Klein und pistaziengrün sind die Blätter der Fettblättrigen Strauchveronika aus Neuseeland. Das Klima am Rheingraben scheint auch dem australischen, zu den Steineiben rechnenden Podocarpus alpinus zu bekommen. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie Japanische Wollmispel und Hanfpalme ausschauen, der hat bei seinem Besuch im Botanischen Garten der Universität Bonn Gelegenheit dazu.

Duftender Echter Lavendel ist neben der Streifen-Heide zu sehen. Knallrot sind die Beeren der stark verzweigten, in Sibirien vorkommenden Gewöhnliche Meerträubel, aus der man einst das gegen Bronchialasthma, Husten, Schnupfen, Heuschnupfen wirkende Ephedrin gewann. Nicht gar so kräftig wie die Beeren der Meerträubel sind die Blüten des Montpellier-Lauchs mit ihrem zarten Rosa-Violett.

Bonn - Botanischer Garten - Eine Form des Wunderbaumes: Rhicinus communis
Eine Form des Wunderbaumes: Rhicinus communis

Von Sibirien nach Australien

Eine Reise zu den Pflanzen Sibiriens, des Kaukasus oder der Krim und der Türkei ist beim Besuch des Botanischen Garten keine Frage von Stunden, sondern weniger Minuten: Hier sprießt das Rosmarin-Weidenröschen und dort das Türkei-Alpenveilchen. Waren wir zunächst noch in Kleinasien, so sind wir im nächsten Moment in Brasilien, wo Bougainvillea glabra blüht, wenn auch nicht als Freilandpflanze. Spinnenbeinen gleicht die rötliche Blüte der aus Australien stammenden Grevillea banksii. Ebenso wie diese gehört auch Banksia serrata – die scharfkantigen Zähne der Blätter sind namensgebend – zu den Proteaceae. Ein Farbtupfer im Immergrün Australiens ist die violette Kugelblüte von Melaleuca nesophila, die in Bonn im Sommer blüht. Zur gleichen Zeit trägt Citrus myrtifolia seine gelben Früchte.

Bonn - Tropengewächshaus - Drei Meter kann die Blüte groß werden: Titanwurz
Drei Meter kann die Blüte groß werden: Titanwurz

Einen Ausflug in den tropischen Urwald erlaubt der Besuch der Gewächshäuser, wo auch die Heilige Lotusblume und die Australische Seerose ihre Blütenpracht zeigen. Eine Seltenheit ist die Blüte der Titanwurz, die eine Größe von drei Metern erreichen kann und in den Regenwäldern Sumatras ihren natürlichen Standort hat. Tropische Wasserpflanzen wie Salvinia oblongifolia und Nymphoides indica sowie Ludwigia helminthorrhiza zieht man im Bonner Botanischen Garten erfolgreich; ganz abgesehen von einer Vielzahl von Kakteen und Agaven.

Pflanzensystem, Wasserschildkröten und ...

In der Außenanlage an der Südseite des ehemaligen Lustschlosses finden wir nicht nur ein Pflanzensystem u. a. mit Isolierten Rosiden und Asteriden, sondern auch Vegetationsformen wie Borstgrasrasen und Hochmoor sowie Trockenhangbuchenwald, ganz abgesehen von bedrohten Pflanzen wie Zierliches Fettkraut und Rundblättriger Sonnentau. Heimisch geworden sind Wasserschildkröten im Melbweiher. Es handelt sich um von Besuchern ausgesetzte amerikanische Rotwangen-Schmuckschildkröten und Europäische Sumpfschildkröten, die man beim Sonnenbaden beobachten kann. Tieflila Dreimasterblumen, hellblau blühender Rittersporn und purpurne Schlauchpflanzen sprießen unweit des Weihers. Schritte weiter stehen eine Salweide und eine Echte Mehlbeere.

Wer noch Zeit und Lust auf einen weiteren Garten hat, dem sei der Besuch des Nutzpflanzengartens am Katzenbergweg empfohlen, wo Hunderte von Nutz- und Wildpflanzen der gemäßigten Zone zu sehen sind.

Botanische Gärten Bonn
Meckenheimer Allee 171
53115 Bonn
www.botgarten.uni-bonn.de
Anfahrt: Bus 625,627, 624, 626

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