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Königswinter und Drachenfels

Wer diesen Ausflug zeitlich mit den Öffnungszeiten des Arboretum Park Härle abstimmt, der kann neben diesem herrlichen Park in Bonn-Oberkassel bei einem Tagesausflug auch das malerische Königswinter besuchen und den Drachenfels mit der Drachenfelsbahn erklimmen.

Mit der Zahnradbahn zum Drachenfels
Mit der Zahnradbahn zum Drachenfels

Ehe man die Zahnradbahn besteigt, um bei gemütlichem Tempo den Drachenfels zu erreichen, auf dem die Ruine einer mittelalterlichen Burg steht, sollte man ein wenig durch Königswinter schlendern. Mehr zur Geschichte des Siebengebirges, zu dessen Füßen man sich beim Besuch in Königswinter aufhält, erfährt man im Siebengebirgsmuseum. Zu dieser Geschichte gehören auch die Abtei Heisterbach und der Rhein als Handelsweg. Außerdem widmet sich das Haus dem Ehrenbürger von Königswinter Eduard Rhein, dem unter anderem die Mecki-Figur in der „Hör zu“ zu verdanken ist.

Wen dies alles weniger interessiert und zudem mit Kindern unterwegs ist, der sollte den mit der Nibelungenhalle verbundenen Reptilienzoo besuchen. Hier kann man Kaimane, Stumpfkrokodile, Warane, Skinke und Skorpione bestaunen – den Nervenkitzel gibt es dabei gratis. Eine faszinierende Unterwasserwelt mit Seepferdchen, Rochen und Katzenhaien präsentiert das Sea Life Königswinter – gleichfalls ein guter Tipp für Eltern, die in der Bonn-Region Urlaub verbringen.

Ein Bummel durch Königswinter

Dass Kinder mit derartigen Attraktionen bei Laune gehalten werden können, ist keine Frage. Vielleicht bietet sich dann ja auch die Gelegenheit, ein wenig das historische Antlitz von Königswinter zu erkunden. Dazu gehören nicht nur die repräsentativen Hotels an der Rheinallee, sondern auch manch schmucker Fachwerkbau in den Gässchen des Ortes. Typische Beispiel für die mondänen Rheinhotels aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert sind das neobarocke Hotel Loreley und der Heisterbacher Hof. Nebenan kann man an der Wand des Hauses Nr. 24 Hochwassermarken entdecken, die einen Eindruck von den „Eskapaden des Vaters Rhein“ vermitteln.

Königswinter - In Fachwerk: der Jesuiten Hof
In Fachwerk: der Jesuiten Hof

Direkt am Rheinufer steht der Eselbrunnen, eine Arbeit von Ernemann Sander, die daran erinnert, dass der Ritt auf dem Esel hinauf zum Drachenfels eine lange Tradition besitzt. Nur Schritte sind es hinüber zum Lord-Byron-Platz. Lord Byron machte mit dem 1816 verfassten Gedicht „Der turmgekrönte Drachenfels“ das Siebengebirge erstmals unter „Fernreisenden“ bekannt. Auf dem Platz steht der Weinbrunnen, der immer wieder zu Winzerfesten in Betrieb genommen wird. Bummelt man über die Drachenfelsstraße – diese führt direkt zum Drachenfels-Tourismus-Bahnhof und zur Drachenfelsbahn –, dann gelangt man zur Pfarrkirche St. Remigius, die von einem Schüler des bekannten Barockbaumeisters Balthasar Neumann entworfen und zwischen 1779 und 1780 erbaut wurde. Die Kanzel der Kirche stammt im Übrigen aus der Abteikirche des Klosters Heisterbach. In der Hauptstraße stößt man nicht nur auf den ersten Gasthof des Ortes, den Goldenen Stern (Hauptstr. 451), sondern auch auf den ehemaligen Winzerhof Im Rebstock (Hauptstr. 449). Ein besonders prächtiger Fachwerkbau ist der Jesuiter Hof, der als Weingut 1690 im Auftrag des Jesuitenordens errichtet wurde. Zurück am Rhein werfen wir noch einen Blick auf das in Fachwerk erbaute Alte Fährhaus, das ehemals zum Weingut Bellinghausen gehörte und 1964 von der Hauptstraße an das Rheinufer versetzt wurde.

Mit der historischen Zahnradbahn zur Drachenburg

Drachenfels - Die Drachenburg
Die Drachenburg

Seit 125 Jahren zuckelt die Drachenfelsbahn mit ungezählten Urlaubern an Bord hinauf zum Drachenfels. Entlang der Trasse gedeihen Buche, Ahorn, Haselnuss, Fichte und Esche. Unterwegs hält sie einmal auf 170 Meter Höhe, um in der Mittelstation diejenigen aussteigen zu lassen, die das Schloss Drachenburg besuchen möchten. „Neuschwanstein am Rhein“ nennen viele die gründerzeitliche Schlossanlage im Stil der Neogotik. Bauherr war Stephan Sarter, der als Börsenmakler zu Wohlstand gekommen war und 1881 in den Adelsstand erhoben wurde. Die Wehrhaftigkeit der Burg ist nur Schau, denn Verteidigungsfunktion hatte die Drachenburg niemals. Sarter selbst hat sein „Traumschloss“ nie bewohnt. Dieses diente nach dem Tod Sarters mal als Sommerfrische für wohlhabende Reisende, mal als katholisches Knabeninternat und als Ausbildungsstätte für Eisenbahner. Seit einigen Jahren wird die in Privathand befindliche Drachenburg aufwändig restauriert. Trotz dieser Arbeiten sind die Räume des Schlosses und die Parkanlage des Schlosses zugänglich.

Gründerzeitliche Raumkunst in der Drachenburg
Gründerzeitliche Raumkunst in der Drachenburg

Exotische Gehölze im Park der Drachenburg

Umgeben ist das Schloss von einem Landschaftspark mit Atlas-Zedern, Mammutbäumen und Riesenlebensbäumen sowie Leopolds-Bergahorn. Buntblättrige Laubbäume wie der erwähnte Ahorn und Silberlinden treffen auf das unterschiedlich schimmernde Grün von Nadelgehölzen. Zwei sich rangelnde Knaben in Stein gehauen stehen am Rande der gepflegten Rasenfläche. In Stein gehauen ist auch ein sich liebkosendes Paar unweit einer kleinen Gruppe kegelförmiger Lebensbäume. Zur weitläufigen, teilweise in Hanglage befindlichen Parkanlage gehört auch die so genannte Venusterrasse an der Südseite des Schlosses. Teil der Gestaltung dieser mit einer zinnenbekrönten Mauer umschlossenen Gartenanlage ist der im Zentrum stehende, zweischalige und mit einer Säule versehene Venusbrunnen. Auf dieser Säule entdecken wir keine vollbusige Liebesgöttin, sondern Kalliope, eine der griechischen Musen und Tochter des Zeus. Vor der großen Freitreppe, die von zwei kapitalen Hirschen gesäumt wird, wurde als Teil der Gartengestaltung ein kreisförmiges Hochbeet angelegt.

Gründerzeitliche Kunst oder doch eher Kitsch?

Betrachtet man die Fassade des aus rötlichem Sandstein, grauem Trachyt und ockerfarbenem Tuff errichteten Schlosses, so kann man nicht umhin, den üppigen Bauschmuck wahrzunehmen. Unter anderem sind der Maler Albrecht Dürer, der Dichter Wolfgang von Eschenbach, der Baumeister Gerhard von Rile und der Nürnberger Bildhauer Peter Vischer als sandsteinerne Sitzfiguren verewigt worden. Auch zwei Löwen als Wappenträger sieht der Betrachter. An der Südseite des Schlosses zum Drachenfels hin entdeckt man unter steinernen Baldachinen Karl den Großen, Kaiser Wilhelm I. und Julius Cäsar, den römischen Imperator bekleidet mit Panzerhemd, Oberkleid und Helm mit Lorbeerkranz.

Drachenburg - Der Bacchus-Zyklus der Drachenburg
Der Bacchus-Zyklus der Drachenburg

Betritt man das Innere, die Kunsthalle, die Bibliothek oder das Kneipzimmer, so stellt sich die Frage nach Kunst oder Kitsch. Die Kunsthalle, auch „Walhalla des Rheinlandes“ genannt, erinnert an Ritter- und Rathaussäle in gotischem Gewand aus Gurtbändern und Pfeilern . Ein Hingucker waren einst die Glasmalereien in den dreiteiligen Fenstern. Heute hat man im Zuge der Sanierung eine Satinato-Verglasung als Platzhalter für diese Buntverglasung gewählt. Dies gibt die Möglichkeit, Zug um Zug die Buntverglasung wieder herstellen zu lassen. Opulent, aber auch süßlich-schwülstig ist der gemalte Bacchus-Zyklus im Kneipzimmer bzw. Trinkstübchen. Die Möblierung des Salons ist nicht im Original erhalten. Was heute zu sehen ist, versucht die Ausstattung des 19. Jahrhunderts nachzuempfinden. Das so genannte Nibelungenzimmer erhielt nach einem entsprechenden Wandgemälde mit zehn Szenen aus dem Nibelungenlied seinen Namen und gehört ebenso zur gründerzeitlichen Raumkunst wie das Jagd- und Billardzimmer. Zu empfehlen ist der Aufstieg auf den Turm, von dem man einen herrlichen Blick auf die Kuppen des Siebengebirges und hinauf zur Burgruine Drachenfels genießen kann.

Die Burgruine Drachenfels

Hat man die Bergstation auf 289 Meter Höhe erreicht, so lässt man den Blick über das hügelige Siebengebirge schweifen, schaut hinab auf die Insel Nonnenwerth und erkennt die „Riesen von Bonn“, den „Langen Eugen“ und den Post-Tower.

Die im 12. Jahrhundert unter Erzbischof Arnold I. zu Köln errichtete Burg Drachenfels ist heute eine Ruine, nachdem die auf einem Trachytkegel angelegte Oberburg zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert als Steinbruch genutzt wurde. Anfänglich gehörte die Burg dem Kanonikerstift St. Cassius und Florentius. Im Laufe der Geschichte wechselten die Besitzverhältnis, meist nach kriegerischen Auseinandersetzungen. Schauplatz von Kämpfen war Burg Drachenfels im Truchsessischen Krieg des 16. Jahrhunderts und im Dreißigjährigen Krieg des 17. Jahrhunderts. Nach der Einnahme der Burg Drachenfels durch die Truppen von General Wolf Heinrich von Baudissin im November 1632 war die Burganlage wohl noch erhalten. Auf einer drei Jahre später von Wenzel Hollars angefertigten Radierung ist der Drachenfels jedoch eine dachlose Ruine.

Blick auf die Ruine Burg Drachenfels
Blick auf die Ruine Burg Drachenfels

Heute noch gut zu erkennen ist der mächtige Burgfried, der ursprünglich drei Geschosse aufwies. Zudem kann man noch ein palasartiges Gebäude ausmachen. Von der Niederburg sind verschwindende Reste des Burgtors und das Quadermauerwerk des Nordwestbereich erhalten geblieben. Außerdem kann man Teile der östlichen Ringmauer erkennen.

Wer sich vor seiner Talfahrt noch ein wenig stärken möchte, kann im Restaurant Drachenfels einkehren. Zum Schluss: Wandert man auf dem Rheinsteig von Wiesbaden nach Bonn und legt dabei die Etappe Rhöndorf nach Kloster Heisterbach zurück, so kommt man um den Drachenfels nicht herum!

Weitere Informationen

Tourismus Siebengebirge GmbH
Drachenfelsstr.51
53639 Königswinter
Tel. 02223-917711
info@siebengebirge.com
www.siebengebirge.com

Siebengebirgsmuseum
www.siebengebirgsmuseum.de

Nibelungenhalle/Reptilienzoo
www.nibelungenhalle.de

Sea Life Königswinter
www.sealifeeurope.com

Drachenfelsbahn
www.drachenfelsbahn-koenigswinter.de

Schloss Drachenburg
www.schloss-drachenburg.de

Restaurant Drachenfels
www.der-drachenfels.de

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