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Heilige Stiege und Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg

Wer das Schloss Clemensruh und den Botanischen Garten sowie das Univiertel hinter sich lässt, der erreicht über die Trierer Straße nicht nur den Poppelsdorfer Friedhof, sondern auch den Kreuzberg. Auf einer Höhe von 157 Metern kann man nach dem „Aufstieg“ einen herrlichen Blick über das Rheintal und das Siebengebirge genießen. Zugleich steht man vor einem prächtigen barocken Meisterwerk, der Wallfahrtskirche und der hl. Stiege. An dieser Stelle wurde seit dem Mittelalter das hl. Kreuz verehrt. Zehntausende erklommen seither den Kreuzberg, auf dem bis ins frühe 17. Jahrhundert eine kleine spätgotische Kapelle stand. Dem damaligen Kölner Kurfürsten und Erzbischof schien dieses Gotteshaus als Wallfahrtsort jedoch viel zu klein, so dass er den Bau des heutigen Gotteshauses veranlasste. 1627 wurde der Grundstein für die auf kreuzförmigem Grundriss zu erbauende Kirche gelegt. Als Architekt dieses Sakralbaus gilt Christoph Wamser, der auch die Jesuitenkirche in Köln entwarf. Nach der Vollendung des Kirchenbaus wurde dieser zum Hauptheiligtum der Bruderschaft von den Sieben Schmerzen der Gottesmutter.

Bonn - Wallfahrtskirche Kreuzberg - Blick auf die Orgelempore der Wallfahrtskirche
Blick auf die Orgelempore der Wallfahrtskirche

1746 stifte Clemens August, Kurfürst und Erzbischof in einer Person, die hl. Stiege und veranlasste auch eine kostbare Ausstattung der Kirche. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wäre es beinahe um das Gotteshaus geschehen gewesen, hätte nicht der Hofrat Caspar Oppenhoff die Kirche und die hl. Stiege vor dem Abriss bewahrt. Nachfolgend waren erst die Jesuiten und anschließend die Franziskaner auf dem Kreuzberg zuhause, ehe hier ein Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch eingerichtet wurde.

Verspielt und barock

Bonn - Blick auf den Hochaltar der Wallfahrtskirche
Blick auf den Hochaltar der Wallfahrtskirche

Bei der Kirche handelt es sich äußerlich um einen eher wenig verspielten barocken Putzbau mit Lang- und Querhaus. Hauptausstattungsstück der Kirche ist der Hochaltar aus farbigem Stuckmarmor, der grün, rötlichgelb, grau und bläulich schimmert. Über dem Tabernakel sieht man die kniende hl. Helena, die das Kreuz verehrt. Gefertigt haben diesen vergoldeten Bleiguss Willem Rottermondt und dessen Sohn Hendrik. Als Vorbild für diese Heiligenfigur diente ihnen die Bronzestatue des Jeremias Geißelbrunn im Bonner Münster. Über den Seiteneingängen des Sakralbaus befinden sich links und rechts des Hochaltars die Statuen des hl. Philippus Benitius und der hl. Juliana von Falkonieri, die die Stifterin der Servitinnen ist. Von hohem Können zeugt auch die Stuckierung der Kanzel, darunter die Darstellung des Sturms auf dem Meer. Zu verdanken sind diese Arbeiten Martin Hörmanstorffer und Melchior Schwan. Die aufwändigen Stuckaturen des Oratoriumfensters sind hingegen Mitarbeitern am Hofe des Kurfürsten Clemens August zu verdanken: Carlo Pietri Morsegno und Joseph Anton Brilli. Hinzuweisen ist auf die Ausmalungen der Gewölbe und des Chors. Neben der „Erprobung des echten Kreuzes“ kann man auch einen Engel mit dem Wappenschild von Clemens August bewundern. Die Chorausmalung besteht aus der Anbetung der Hirten und der Darbringung Jesu im Tempel.

Aus Trachyt und Tuff errichtet

Bonn - Blick auf die heilige Stiege, von Kurfürst Clemens August 1746 gestiftet
Blick auf die heilige Stiege, von Kurfürst
Clemens August 1746 gestiftet

Wahrhaft eine Perle des Barock ist das dreiachsige Gebäude der hl. Stiege, das aus Trachyt und Tuffstein erbaut wurde. Die Fassade wird durch einen Balkon dominiert, auf dem die Ecce-homo-Szene in lebensgroßen Figuren wiedergegeben ist. Auf dem Chronogramm über dem Altar ist zu lesen: „Die Treppe Jesu, der uns gelitten, von Clemens August, dem Kurfürsten und Kölner Bischof, fromm, erhaben und kostbar erbaut und vollendet“. Im Inneren sehen wir eine dreiläufige Treppenanlage von 28 Stufen. Diese sind durch niedrige Brüstungen aus rötlichem Marmor voneinander getrennt. In die Setzstufen der Mitteltreppen sind Kreuzpartikel, Märtyrer- und Heiligenreliquien eingelassen. Dieser Treppenlauf darf von Pilgern nur kniend erklommen werden, während die beiden anderen für den üblichen Gebrauch bestimmt sind. Die Ausmalungen der Gewölbe und Wände zeigen unter anderem eine Szene aus dem Garten Gethsemane und die Allegorien Pax und Justitia.

Bonn - heilige Stiege
Blick ins Innere der hl. Stiege

Zentrum für Internationale Bildung und Kulturaustausch
Kreuzberg Bonn
Stationsweg 21
53127 Bonn
Tel. (0)228 / 28 999-0
info@kreuzberg-bonn.de
www.kreuzberg-bonn.de

Kreuzbergkirche
Öffnungszeiten 9-17 Uhr (Winter), -18 Uhr (Sommer)

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