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Doppelkirche St. Maria und St. Clemens in Bonn-Schwarzrheindorf

Auf einer zum Rhein hin abfallenden Terrasse steht die ehemalige auf einem kreuzförmigen Grundriss erbaute Burgkapelle St. Clemens, die auf Geheiß von Arnold von Wied, Erzbischof von Köln, erbaut und 1151 geweiht wurde. Der Kirchenstifter fand nach seinem Tod 1156 im Untergeschoss der Doppelkirche seine letzte Ruhe. Diese Ruhestätte musste jedoch 1673 einer Äbtissinengrablege weichen. Nach dem Tod des Stifters erfolgte am Ort eine Klostergründung. Aus diesem ging dann im 14. Jahrhundert ein freiadliges Stift hervor. Nachdem das Stift 1803 aufgehoben worden war, erfolgte der Abbruch der Gebäude, deren Steine für den Festungsbau nach Köln geschafft wurden. Im Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde erst die Ober- und danach auch die Unterkapelle wieder für Gottesdienste freigegeben. Nach und nach erfolgte außerdem die Freilegung der Wandmalereien, in der Unterkapelle 1854, in der Oberkapelle 1868 bis 1875.

Bonn - Kein schlichtes Weiß, sondern bunte Fabrtupfer für St. Maria und St. Clemens
Kein schlichtes Weiß, sondern bunte Farbtupfer
für St. Maria und St. Clemens

Auf Basaltblöcken gebaut

Der Sakralbau ruht auf großen Basaltblöcken und das Mauerwerk der Unterkapelle besteht aus Basaltbruchstein, das der Oberkapelle aus Tuffstein. Für die Gliederungen und Eckausbildung des Sakralbaus verwendete man Trachytquader vom nahen Drachenfels (Siebengebirge). Nicht zu übersehen ist die halbrunde Apsis im Osten, im Westen ein zweijochiger Saal. Ins Auge springt auch die so genannte 1,15 Meter breite und 3,20 Meter hohe Zwerggalerie. Der hohe Turm hat eine quadratische Form und weist Felder auf, die mit Rundbogenfriesen und Linsen gerahmt sind. Bogenblenden und Zwischensäulen sind gleichfalls vorhanden. Die Zwerggalerie ist in Schwarzrheindorf kein Zierelement, sondern ein begehbarer Laufgang mit Brüstung. Die Kapitelle der Zwerggalerie haben einen enormen Formenreichtum. Einfache Würfelkapitelle sind ebenso zu finden wie solche mit Blattwerkornamentik.
Ein Engel, ein hockender Affe, Löwen- und Widderköpfe schmücken gleichfalls die Kapitelle. Die Farbgebung der Außenfassade ist 1973 ohne Befund erstellt worden. Weiß geschlämmt ist der Korpus des Sakralbaus, grau die Säulchen der Zwerggalerie, Ockergelb die Kapitelle.

Bonn - Blick auf den Turm mit Zwerggalerie (auch Zwerchgalerie genannt)
Blick auf den Turm mit Zwerggalerie (auch Zwerchgalerie genannt)

Ein Vorbild: die Pfalzkapelle in Aachen

Die Struktur des Gotteshauses mit zwei Altarräumen, die übereinander liegen, lässt an die Architektur der Aachener Pfalzkapelle denken. Besonders beeindruckend sind die 1846 freigelegten Wand- und Gewölbemalereien. Dazu mussten sechs bis zehn Schichten abgetragen werden, unter denen die mittelalterlichen Bildwerke seit 1625 verborgen gewesen waren. In der Apsis der Oberkapelle entdeckt man den thronenden Christus und den Stifter, im Nordarm der Unterkapelle die Kreuzigungsszene und den Vollzug des Strafgerichts nebst dem Urteil des Pilatus und der Beratung über den Rock Christi. Gegenüber der Darstellung des Vollzugs des Strafgerichts findet sich die Ankündigung des Strafgerichts über Jerusalem.

Doppelkirche Schwarzrheindorf
Dixstr. 41
53225 Bonn
Tel. 0228/ 46 16 09
Öffnungszeiten:
außerhalb der Gottesdienste im Sommer tägl. 9 - 18.30 Uhr, So ab 12 Uhr; im Winter tägl. 9 - 17 Uhr; Oberkirche nur Sa und So außerhalb der Gottesdienste

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