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Coimbra

 

Coimbra ist eine der ältesten Universitätsstädte Europas. Vom geographischen Herzen Portugals sollten Wissen und Maßstäbe ausgehen. Schon aus der Ferne sieht man die majestätische Alma mater, das Wahrzeichen der Stadt. Ein imposantes Stadtbild. Außer Dozenten und Studenten durfte in den himmlischen Höhen des Olymps, der Cidade Alta, niemand wohnen. Noch heute gibt es hier eine Reihe von Studentenwohnhäusern, den Repúblicas. Weiter unten, in der Cidade Baixa, stand es Händlern und Handwerkern frei, sich niederzulassen.

Universitätshügel

Die Uni dominiert die ganze Stadt. Nicht nur geographisch, auch die gut 20 000 Studenten geben ihr einen spürbar jungen Lebensrhythmus. Im Umfeld der Uni wimmelt es nur so von Cafés, Kinos, Boutiquen und Naturkostläden.Viele Studenten tragen wieder die traditionelle Tracht, die schwarze capa (Umhang) über einem dunklen Anzug oder Kostüm.Wer auf sich hält, studiert in Coimbra. Einlaß zur ehrwürdigen Lehranstalt gewährt die mächtige Porta Férrea (Eisernes Tor) von 1634, das sich wie ein Triumphbogen zum staubigen Campus öffnet, heute aber als Parkplatz mißbraucht wird.

Studentinnen in ihrer typischen Tracht

Schmuckstück der Uni ist die Biblioteca Joanina, in der freilich nicht mehr gelesen, sondern nur noch gestaunt wird: verschnörkelte Triumphbögen, überbordende, vergoldete Holzschnitzarbeiten an allen Wänden, Goldbeschläge.

Aus der Maurenzeit ist viel nicht übrig geblieben; ein paar Straßennamen und der Arco de Almedina, der schmale, rekonstruierte Torbogen, der die Menschen in ihr Wohnviertel innerhalb der befestigten Stadt einließ. Römische Spuren weist der Bischofspalast auf, der im 12. Jahrhundert über den Ruinen einer von den Römern angelegten Krypta, ein Rest des städtischen Ursprungs Forum de Civitas Aeminium, errichtet wurde. Portugals vielleicht eindrucksvollste romanische Kathedrale ist die Sé Velha in Coimbra. Die altersgrauen Kalksteinquader türmen sich zu einem festungsähnlichen, zinnenbewehrten Bau auf, der mehr Burg als Gotteshaus ist. Daß die Kirche in Coimbra nicht unterrepräsentiert war, zeigen zahlreiche Kirchenbauten, etwa die Igreja und Mosteiro de Santa Cruz aus dem 12. Jahrhundert. Kirche und Kloster wurden im später von den besten der königlichen Hofbaumeistern Portugals, Diogo Boytac, Nicolas Chanterène und den Brüdern Castilho, manuelinisch umgebaut.

 

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