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Reiseführer Trondheim

Nidaros-Dom

Trondheim, Nidaros-Dom

Dass ein Wikingerkönig zum Heiligen wurde, ist schon außergewöhnlich. Zu verdanken ist dies der Tatsache, dass Olav Haraldsson auf dem Schlachtfeld von Stiklestad für seinen Glauben fiel. Heiliggesprochen wurde er am 3. August 1031. Fast zeitgleich errichtete man über Olavs Grab im heutigen Trondheim eine Kapelle, ehe einige Jahrzehnte später der Grundstein für eine steinerne Kirche gelegt wurde. Hochaltar und Königsschrein waren über dem Grab des hl. Olav platziert.

Aufgrund des ständig steigenden Pilgerstroms wurde die Kirche alsbald zu klein. Ein Kirchenneubau musste Mitte des 12. Jahrhunderts her. Es sollte ein Sakralbau in gotischen Stil werden. Bauherr war der damalige Erzbischof Øystein Erlendsson. In der Geschichte des heutigen Doms sind fünf Brände zu verzeichnen, die zur teilweisen Zerstörung des Gotteshauses beitrugen. Bis heute erhalten sind unter anderem die gotischen Mauern des Chors und Chorumgangs, die auf das 12. Jahrhundert datieren. Im Chor sind auch romanischen Fundamente der Kirche des 11. Jahrhunderts zu finden.

Trondheim, Nidaros-Dom

Im Inneren fällt die riesige Fensterrosette auf. Diese hat einen Durchmesser von acht Metern. Der rote Karfunkelstein in der Mitte symbolisiert Christus. Gleich zwei Orgeln besitzt dieses Gotteshaus, die Steinmeyerorgel aus dem 20. Jahrhundert, die als Hauptorgel dient, und eine Barockorgel aus dem 18. Jahrhundert, die ein Schüler des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann angefertigt hatte.

Der Olavs-Brunnen befindet sich im Chorumgang dort, wo laut des Chronisten Snorre das ursprüngliche Grab des Heiligen gewesen sein soll. Im Mittelalter führte der Brunnen Wasser, dem eine heilende Wirkung zugesprochen wurde. Verweise auf den Heiligen finden wir auch an der Fassade des Sakralbaus. Auf der Ostseite des Doms steht das Oktagon im gotischen Stil. Über einem der Fenster befindet sich eine Olavskulptur, die der bekannte norwegische Bildhauer Gustav Vigeland geschaffen hat.

Trondheim, Nidaros-Dom

Besonders eindrucksvoll gestaltet ist die Westfront des Doms. Man entdeckt hier den Dombauherrn Erzbischof Øystein Erlendsson, der den Dom im Modell in den Händen trägt, den heiligen Hallvard und auch den heiligen Olav. Zudem ist der Stadtgründer Trondheims Olav Tryggvason zu sehen, zu dessen Füßen der abgeschlagene Schädel eines Widersachers liegt. Neben ihm sehen wir Bischof Sigurd und den heiligen Clemens mit Bischofsinsignien. Den heiligen Olav findet man auch am Nordportal des Schiffs, dem sogenannten Olavsportal.

Doch die Westfront des Doms, die von zwei Türmen ohne Turmhelm flankiert wird, zeigt uns noch mehr „Bilder“ und straft den Satz „Am Anfang stand das Wort“ Lügen: Abraham entdecken wir und Jakob.

Über der Rosette sieht man den gekreuzigten Christus. Übrigens, im nördlichen Westturm hängen die vier Kirchenglocken des Doms, darunter die mit 2800 Kilogramm schwerste Glocke Norwegens.

Der Dom war nicht zuletzt 1906 Schauplatz einer Krönungsfeierlichkeit, als König Håkon und Königin Maud hier gekrönt wurden. Der amtierende Monarch und seine Gattin erhielten im Nidaros-Dom 1991 ihre Einsegnung, und zwar genau dort, wo einst der Schrein des heiligen Olav stand.

Dieser Heilige rückt in den letzten Jahren mehr und mehr in den Fokus, seitdem nunmehr zwei Pilgerwege auf den Spuren von Olav Haraldsson nach Trondheim führen. Auch wenn dieser Pilgerweg bisher im Schatten des Jakobsweges nach Santiago de Compostela steht, so wächst unterdessen von Jahr zu Jahr die Zahl derer, die sich von Oslo oder Selanger (bei Sundsvall in Schweden) aufmachen, um einen Teil oder den gesamten Weg nach Trondheim auf sich zu nehmen. Am Rande des Kirchhofs des Doms treffen sich diese Pilger dann in der dortigen Pilgerherberge (Nidaros Pilegrimsgård).

Zum Schluss: Für die Besichtigung des Doms wird Eintrittsgeld verlangt!

Informationen

Nidaros-Dom
http://www.nidarosdomen.no/en-GB/

Nidaros Pilegrimsgård
http://pilegrimsgarden.pilegrimsleden.no/en

Sankt-Olavs-Weg
http://www.schwarzaufweiss.de/schweden/olavsleden-pilgerweg.htm
http://www.stolavsleden.com/


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