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Reiseführer Trondheim

Trondheim

Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther

Hafencity Trondheim

Speicher am Nidelva

Nein, nicht nur Hamburg lockt mit einer post-post-modernen Hafencity, auch Trondheim hat längst eine Hafencity, in der Alt und Neu aufeinandertreffen, hier die alten Hafenschuppen, dort teure Lofts und Appartements. In den Hafenbecken liegen längst keine Trawler mehr, sondern teure Jachten. Restaurant reiht sich an Restaurant, die insbesondere an Wochenenden Scharen von Trondheimern anlocken. Lange Sitzbänke laden unter freiem Himmel zum Verweilen ein. Riesige Kreuzfahrtschiffe, die über den Trondheimfjord gefahren sind, machen am Kreuzfahrtterminal fest. Dann ist Landgang angesagt, und Passagiere trotten in Scharen zum Nidaros-Dom, zur wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt und zugleich Ziel von Pilgern, die von Selanger (Schweden) oder Oslo aus auf dem Sankt-Olavs-Pilgerweg unterwegs waren.

Trondheim, Nidaros-Dom

Westfassade des Nidaros-Doms

Wie ein UFO, das auf einem Hafenspeicher gelandet ist, schaut das 2010 eröffnete Rockheim - das norwegische nationale Museum für die Pop- und Rockmusik aus, in dem man dank neuster Technik die Geschichte der Rock- und Popmusik des Landes interaktiv erleben kann. Mitarbeiter des Hauses helfen bei Fragen und auch beim Umgang mit der Technik, die teilweise nur nach körperlichem Einsatz wichtige Informationen preisgibt.

Wer sich vom Hafen zum Nidaros-Dom begibt, entdeckt unterwegs nicht nur das Schifffahrtsmuseum, sondern auch mittelalterliche Kirchenruinen, die Liebfrauenkirche (Vår Frue Kirke) und den Stiftsgården, die königliche Residenz fern ab von Oslo, und schließlich den Nidaros-Dom, die Grablege des heiligen Olav, der im nördlich von Trondheim gelegenen Stiklestad bei der Schlacht vom 29. Juli 1030 starb.

Nicht nur wegen eines vom belgischen Art-nouveau-Künstler Henri van de Velde entworfenen Zimmers ist der Besuch des kleinen, aber feinen Kunstgewerbemuseums zu empfehlen. Wer sich für die mittelalterliche Geschichte der Stadt interessiert, der sollte unbedingt die entsprechende szenische Inszenierung im Wissenschaftsmuseum besuchen. Zu den wenig beachteten Museen der Stadt zählt das im ehemaligen Bahnhofsgebäude von Trondheim untergebrachte Jüdische Museum, das vom jüdischen Leben, aber auch von der Verfolgung der Juden nach der deutschen Besetzung Norwegens erzählt.

Trondheim, Bakklandet

Bakklandet - nicht nur für einen Latte

Es wäre völlig falsch, von Bakklandet als dem Kreuzberg oder Friedrichshain von Trondheim zu reden, auch wenn hier alternatives Leben und bisweilen südlicher Flair zu spüren sind, vor allem dank der dort vorhandenen Straßencafés, Boutiquen und Galerien. Mit dem Fahrrad-Lift kann man versuchen, zur hoch über Bakklandet liegenden Festung zu gelangen. Doch einfach ist das nicht.

Etwas außerhalb des Stadtkerns liegt rund um die legendäre Burg von König Sverre das Trøndelag Folkemuseum. Nicht nur die „verschwundene Architektur Trondheims“ ist hier zu bestaunen, sondern auch die aufgegebenen Gehöfte und Güter aus der Region, die ohne die Bewahrung in diesem Freilichtmuseum für immer verschwunden wären.

Trondheim, Freilichtmuseum

Im Freilichtmuseum: Bergarbeiterhaus aus Röros

Ebenso wie dieses Museum liegen auch der Botanische Garten und das Ringve Museum außerhalb der Kernstadt von Trondheim. Beide sind jedoch durchaus einen Tagesausflug wert. Wer möchte, kann diesen „Ausflug“ mit einer Küstenwanderung auf dem Ladestien oder einer Wanderung auf dem Sankt-Olavs-Pilgerweg verbinden, an dem neben dem Ringve Museum und dem Botanischen Garten auch die Lade Kirke und das Gut Lade liegen.

Übrigens, bei warmen Temperaturen sollte man auf dem Ladestien die Badesachen mitnehmen, denn zahlreiche Buchten wie Djupvika laden dann zu einem Sprung ins Nass des Trondheimfjords ein. Vielleicht ist das aber auch nur etwas für „hartgesottene Wikinger“!


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