Aktivurlaub im Südosten Rügens

 

Vom Ostseebad Binz nach Sassnitz

Die Fahrt führt vorbei an dem einzigartigen Bauprojekt Prora. Die heute 5 verbliebenen im Ursprung baugleichen Häuserblöcke wurden zwischen 1936 und 1939 errichtet und sollten die Basis des KdF-Seebades Rügen werden, das eigentlich größer geplante Projekt wurde aber nie beendet. Die Anlage auf einer Länge von 2,5 Kilometeren an der Prorer Wiek ist nach Umbauten heute Wohnquartier. In der Nachbarschaft liegt das 2013 eröffnete Naturerbe-Zentrum Rügen mit dem Forsthaus Prora sowie mit einem 650 Meter langen Baumwipfelpfad und 40 Meter hohen Aussichtsturm.

Sassnitz auf Rügen - Hängebrücke

Blick über die Hängebrücke vor wolkenverhangenem Himmel

Vom ZOB in Sassnitz, Endstation der Buslinie, überquert man den benachbarten Parkplatz, geht durch die sich anschließende kurze autofreie Shoppingmeile Rügen-Galerie und befindet sich jenseits der Hauptstraße auf dem Platz rechts vom unübersehbaren Rügen Hotel schon einen Steinwurf vom Stadthafen entfernt. Und der liegt 22 Meter weiter unten, wie ein Blick zeigt. Seit 2007 bietet eine 250 Meter lange Hängebrücke Fußgängern hier die Möglichkeit von der Innenstadt schnell in den Stadthafen zu gelangen - ein weiter Ausblick über Hafen und Ostsee inklusive. Die luftige Konstruktion schwingt merklich mit, wenn sich Menschen auf der Brücke bewegen und ist schon aufgrund der Höhe vielleicht nicht jedermanns Sache. Einige Meter hinter dem Hotel führt alternativ aber eine Treppe für Fußgänger ebenfalls in den Hafenbereich.

Sassnitz auf Rügen - H.M.S. Otus, Museums-U-Boot im Stadthafen

Das U-Boot H.M.S. Otus im Stadthafen ist heute das Museum "Erlebniswelt U-Boot"

Nutzt man die Hängebrücke, stößt man im Stadthafen gleich auf das wohl ungewöhnlichste Schiff im Hafen, die H.M.S. Otus. Das 1962 gebaute rund 90 Meter lange britische U-Boot der Oberon-Klasse hat ausgedient und ist heute ein begehbares Museum. 68 Männer der Royal Navy taten einst im Bauch des Schiffes Dienst, bevor es 1991 außer Dienst gestellt und später zum U-Boot-Museum "Erlebniswelt U-Boot" wurde. Schon von außen löst der Anblick Beklemmungen aus, die bei einem Gang durch das Schiff - trotz aller Faszination für die Technik - eher verstärkt, als gemindert werden.

Sassnitz auf Rügen - Leuchtfeuer an der Einfahrt zum Stadthafen

Leuchtfeuer an der Einfahrt zum Stadthafen

Museal geht's im Stadthafen zunächst auch weiter und zwar im Fischerei- und Hafenmuseum. Das neben einigen Shops gelegene Museum wurde 1993 auf Initiative ehemaliger Fischer und sassnitzer Bürger als eingetragener Verein gegründet. Seit 2010 führt die Stadt das Haus, das die Stadt- und Schiffahrtsgeschichte der Stadt ebenso zeigt, wie die Historie des Fischfangs und der Fischverarbeitung. Zum Museum gehört auch der ehemalige Fischkutter "Havel", der vor dem Gebäude am Kai festgemacht liegt.

Sassnitz auf Rügen - Blick in den Stadthafen

Im hinteren Teil des Stadthafens gibt es Futter auf dem Kutter

Überhaupt ist der Stadthafen vorwiegend ein touristischer Hafen. Zwar wird noch Fisch angelandet und verarbeitet, zudem hat die DGzRS hier eine Station, aber nach der Verlegung des Fährverkehrs mit Skandinavien in den Ortsteil Mukran, sind die einzigen Wasserfahrzeuge, die hier Menschen transportieren, die Ausflugsschiffe zu den nahe gelegenen bekannten Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund. Die meisten anderen Schiffe haben zwar Wasser unter dem Kiel, bewegen sich aber nicht von der Stelle, denn sie dienen als schwimmende Gastro.

Sassnitz auf Rügen - Unterwegs in der Altstadt

Unterwegs in der Altstadt

Gastro auf festem Boden findet man als Besucherin und Besucher, wenn man von der Hafenstraße auf die Strandpromenade einbiegt. Auf ihr kann man bis zur übersichtlichen Altstadt mit ihren sehenswerten Häusern im Stil der Bäderkultur im Kurviertel bummeln.

Sassnitz auf Rügen - Kurmuschel am Kurplatz

Ungewöhnliche Architektur: die "Kurmuschel" am Kurplatz

Kurviertel. Ein anerkannter Erholungsort braucht natürlich auch einen Kurpark. Die kleine Anlage schließt sich an die Strandpromenade an. Ein Denkmal am Rand des Kurplatzes erinnert an die Fischer, die über viele Jahre hinweg auf See während ihrer Arbeit den nassen Tod gefunden haben. Der Kurplatz ist eine Station auf dem insgesamt 11 Stationen umfassenden "Sassnitz Rundweg No. 1" durch Altsassnitz. Interessant ist am gepflasterten Platz die "Kurmuschel", die der Schalenbaumeister Ulrich Müther zwischen 1986 und 1988 hier errichtete. Der Musikpavillon ersetzte eine Anfang der 80er Jahre abgerissene Muschel, die lange demselben Zweck diente.

Sassnitz auf Rügen - Klein Helgoland mit dem Uskan am ehemaligen Herrenbad

Hinterlassenschaften der Eiszeit

Wo der Kurpark endet, gelangt man zu "Klein Helgoland". Falsches Deutsch? Nein, der Name ist der über Jahrhunderte gebräuchliche Spottname für einen der größten Findlinge an der Küste Rügens. Der rund 41 Kubikmeter große "Uskan", so sein richtiger Name, ist ebenfalls eine Station auf dem "Sassnitz Rundweg No. 1", denn der große Stein im flachen Wasser faszinierte die Menschen über lange Zeit. So baute man Brücken vom kiesigen Strand hinüber und stellte dort Bänke auf, doch mit der Zerstörung der letzten Brücke im Jahr 2002 ist von alledem nichts mehr zu sehen, nur noch ein alter Treppenaufgang erinnert daran, dass sich hier bis 1912 das Herrenbad befand, für die Zeit natürlich sittlich getrennt von den Damen.

Sassnitz auf Rügen - Hochufer

Soweit die Füße tragen ...

Am Uskan vorbei kann man an der Steilküste entlangwandern. Hier beginnt der Nationalpark Jasmund, der seit 2012 aufgrund seiner Buchenurwälder UNESCO-Weltnaturerbe ist. Der bekannteste Teil der Steilküste mit seiner Kreidefelsformation ist der 118 Meter hohe Königsstuhl in der Stubbenkammer. Man kann dorthin über einen etwa 11 Kilometer langen Hochuferweg wandern, aber es fährt auch ein Shuttle-Bus.

 

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