Aktivurlaub im Osten Rügens

 

Rügen - Sanddorn-Büsche bei Lobbe

Sanddorn-Büsche bei Lobbe

Wie vielerorts auf Rügen, wachsen auch dort am Südstrand bei Lobbe zahllose Büsche von Sanddorn, der auch Haffdorn, Seedorn, Rote Schlehe, Sandbeere oder salopp Zitrone des Nordens genannt wird. An den bis zu 6 Meter hohen Sträuchern wachsen ab Anfang August ovale orangerote bis gelbe Beeren bis zu einer Größe von 6-8 mm heran. Die Früchte sind nicht nur Teil des Nahrungsangebotes für Vögel vor allem im Herbst, sondern stehen auch bei den größeren Zweibeinern hoch im Kurs. Die Beeren sind ziemlich reich an Vitamin C und werden auf der Insel zu allerlei Produkten verarbeitet, darunter auch Saft.

Mit dem Fahrrad auf das Reddevitzer Höft

Wer lieber mit dem Rad wandert als per pedes, findet auf dem Mönchgut gute Voraussetzungen und anders als Verleihnix in dem berühmten gallischen Dorf aus dem Kultcomic Asterix, verleiht man in Göhren gerne vieles, so auch Fahrräder - natürlich gegen Bares. Aber dafür sparen sich Bahnreisende das nervige Gerödel mit den Zweirädern.

Rügen - Kirche und Hügelgrab Speckbusch in Göhren

Kirche und Hügelgrab Speckbusch

Nicht nur für den interessierten Radler sei der Gang hinauf zur Göhrener Kirche empfohlen. Der 1930 fertig gestellte Backsteinbau ist zwar nett anzuschauen, aber sicherlich keine architektonische Offenbarung, ebenso präsentiert sich der direkt dahinter gelegene Speckbusch wenig spektakulär. Aber immerhin ist der überwachsene, mit Steinen befestigte 3 Meter hohe und 15 Meter durchmessende Hügel, eben der Speckbusch, ein bronzezeitliches Hügelgrab und als Bodendenkmal geschützt. Der gesamte Hügel, auf dem Kirche und Grab errichtet wurden, besteht aus den aufgehäuften Ablagerungen eines eiszeitlichen Gletschers. Die Eiszeit ist vorbei, der Gletscher verschwunden, geblieben ist ein Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter weit über das Mönchgut Richtung Süden und Südwesten blicken kann. Dort liegt auch das Reddevitzer Höft (3).

Rügen - Steilufer am Ende des Reddevitzer Höfts

Steilufer am Ende des Reddevitzer Höfts

Die etwa 5 Kilometer lange Landzunge ist nur rund 500 Meter breit. Hat man den Ort Middelhagen hinter sich gelassen, passiert man Alt Reddewitz und radelt die einzige Straße Richtung Lands End. Wo keine Häuser und Bäume den Blick versperren hat man links und rechts einen Blick auf das Wasser, besonders dann, wenn man zum Ende der Landzunge die gut 33 Meter hohe Anhöhe erreicht.

Rügen - Hafen in Gager

Hafen in Gager

Vom Steilufer schließlich hat man einen weiten Blick über das Wasser etwa zur Insel Vilm oder zur Ortschaft Gager mit seinem kleinen Hafen. Auch über diesen Teil des Mönchgut kann man sehr gut mit dem Fahrrad radeln, zum Teil abseits der Straße, wie z.B. auf dem Rad- und Fußweg nach Thiessow (4), der durch einen Waldstreifen parallel zum Strand verläuft. In dem Ort findet übrigens zwischen Anfang Mai und Ende Oktober der sehenswerte Rügen-Markt statt.

Rügen - Stand auf dem Rügen-Markt

Stand auf dem Rügen-Markt

Seebäder-Tour auf Schusters Rappen

Vom Nordstrand in Göhren aus ist das nächste Seebad schon in Blickweite, Baabe (5). Zwar beherbergte der Ort bereits Ende des 19. Jahrhunderts Badegäste, doch noch Jahrzehnte später lebten die Bewohner hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft. Das ist heute nicht mehr so, dennoch liegen die Boote der Fischereigenossenschaft hier noch am Strand, wenn sie nicht gerade auf der Ostsee auf den Wellen schaukeln. Einen Besuch des Badeortes von Göhren aus kann man gut mit einem Spaziergang verbinden, entweder am Strand entlang oder auf der Promenade, die die beiden Orte verbindet. Wie Göhren hatte Baabe bis 1942 ebenfalls eine Seebrücke, die allerdings nach der Zerstörung durch Eisgang bis heute nicht wieder aufgebaut wurde. Deshalb halten hier auch nicht die Ausflugsschiffe, die zwischen Göhren und Binz pendeln.

Rügen - Fischerboote in Baabe

Fischerboote in Baabe

Verlässt man den Strand und folgt der breit angelegten Strandstraße mit ihren zahlreichen Geschäften durch den Ort und hält sich an deren Ende rechts, gelangt man zu einem der Bahnhöfe des Rasenden Roland. In Sichtweite des Bahnhofs direkt am Gleis überspannt ein hölzernes Tor die viel befahrene Hauptstraße. Seit dem Mittelalter verläuft hier die Grenze zwischen dem Mönchgut und dem nördlich angrenzenden Teil der Insel. Neben der Straße setzt sich der Übergang in den unscheinbaren Resten des Mönchgraben fort.

Rügen - Boot auf dem Selliner See

Boot auf dem Selliner See

Zur anderen Seite des Bahnhofs fällt der Blick über den Selliner See, der über einen schmalen Wasserstreifen mit kleinem Hafen, das Baaber Bollwerk (6), mit der Ostseebucht Having verbunden ist. Folgt man den Wegweisern, führt der Weg zu einer kleinen Fährstation wo auch die kleine straßengängige Ortsbahn „Uns lütt Bahn“ endet, die übrigens Touristen mit Kurkarte kostenlos mitnimmt. Das von Hand betriebene Boot transportiert neben Fußgängern auch Fahrräder, sodass die wenig besiedelte Landschaft am anderen Ufer bis zum Neuensiener See vor allem zu einer Radtour durch die Natur einlädt.

Rügen - Fährstation am Baaber Bollwerk

Fährstation am Baaber Bollwerk

Eine Seebrücke und Bäderarchitektur im Seebad Sellin

Man muss in Baabe den Strand nicht verlassen, um weiterzukommen, denn der sandige Uferstreifen zieht sich bis Sellin (7) durch. Je nach Wasserstand und Witterung, kann man entlang des Steilufers wandern. Schon lange bevor man den Ort erreicht, sieht man die beeindruckende 394 Meter lange Seebrücke und die hat eine wechselvolle Geschichte, die bis Anfang des 20 Jahrhunderts zurückreicht. Nachdem Eisgang in den Wintern 1924 und ’42 die Landungsbrücke vollkommen zerstört hatten, musste 1978 auch das vormals als Tanzgaststätte beliebte Brückenhaus aufgrund maroder Bausubstanz abgerissen werden.

Rügen - Brückenhaus auf der Seebrücke in Sellin

Brückenhaus auf der Seebrücke in Sellin

Neu errichtet wurde das Wahrzeichen des Ortes schließlich nach der Wende im Jahr 1992. Bei den Aufbauten der Landungsbrücke orientierte man sich am alten Stil und den historischen Vorbildern von 1906 und ’25. Ein „neumodisches“ Highlight ist sicherlich die Tauchkabine am Ende des Steges, die ihre Besucher trocken an den Grund der Ostsee bringt.

Rügen - Tauchkabine an der Seebrücke in Sellin

Tauchkabine

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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