Aktivurlaub im Südosten Rügens

 

Mit dem Fahrrad auf das Reddevitzer Höft

Wer lieber mit dem Rad wandert als per pedes, findet auf dem Mönchgut gute Voraussetzungen und anders als Verleihnix in dem berühmten gallischen Dorf aus dem Kultcomic Asterix, verleiht man in Göhren gerne vieles, so auch Fahrräder - natürlich gegen Bares. Aber dafür sparen sich Bahnreisende das nervige Gerödel mit den sperrigen Zweirädern im Zug.

Rügen - Kirche und Hügelgrab Speckbusch in Göhren

Kirche und Hügelgrab Speckbusch

Nicht nur für die interessierte Radlerin oder den Radler sei die Fahrt bzw. der Gang hinauf zur Göhrener Kirche empfohlen. Der 1930 fertig gestellte Backsteinbau ist zwar nett anzuschauen, aber sicherlich keine architektonische Offenbarung, ebenso präsentiert sich der direkt dahinter gelegene Speckbusch wenig spektakulär. Aber immerhin ist der überwachsene, mit Steinen befestigte 3 Meter hohe und 15 Meter durchmessende Hügel, eben der Speckbusch, ein bronzezeitliches Hügelgrab und als Bodendenkmal geschützt.

Göhren auf Rügen - Blick vom Speckbusch über das Mönchgut

Blick vom Speckbusch über das Mönchgut

Der gesamte Hügel, auf dem Kirche und Grab errichtet wurden, besteht aus den aufgehäuften Ablagerungen eines eiszeitlichen Gletschers. Die Eiszeit ist vorbei, der Gletscher verschwunden, geblieben ist ein Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter weit über das Mönchgut Richtung Süden und Südwesten blicken kann. Dort liegt auch das Reddevitzer Höft (3), eine etwa 5 Kilometer lange und nur rund 500 Meter breite Landzunge.

Middelhagen auf Rügen - Schild

Middelhagen liegt an einem Teilstück des Themenweges Silber des Meeres, hier stößt man häufig auf Symbole, die auf die lange Geschichte und Bedeutung der Fischerei auf Rügen hinweisen

Von Göhren aus radelt man zunächst 2,5 Kilometer nach Middelhagen. Ein Teil des Weges verläuft durch bewaldetes Gelände, danach führt der Weg, je nach Jahreszeit an rot leuchtenden Mohnblumen und blauen Kornblumen vorbei, durch Wiesen und Felder. Die jüngere Geschichte des Ortes reicht bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, aber das "Herzogsgrab", eines von mehreren Großsteingräbern auf Rügen, zeigt, dass hier schon zur Jungsteinzeit Menschen unterwegs waren. 38-40 Menschen fanden hier wohl ihre letzte Ruhe.

Middelhagen auf Rügen - St. Katharinenkirche

St. Katharinenkirche

Ruhe erwartet auch die Besucherin und den Besucher der St. Katharinenkirche. Die Backsteinkirche mit einem Fundament aus Findlingsblöcken ist ein Anlaufpunkt auf der "Europäischen Route der Backsteingotik" und wurde um 1455 errichtet. Das älteste Stück des Inventars der ansonsten recht schmucklosen Kirche mit später hinzugefügtem Holzturm ist der ebenfalls aus Holz geschaffene Katharinenaltar. Die um 1480 entstandene Schnitzarbeit zeigt die Geschichte der in der katholischen Kirche als Märtyrerin verehrten heiligen Katharina und wurde wohl erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, also Mitte des 17. Jahrhunderts, von Stralsund nach Middelhagen gebracht.

Middelhagen auf Rügen - Altar in der St. Katharinenkirche

Altar aus dem 15. Jahrhundert in der St. Katharinenkirche

Neben der Kirche liegt das schon erwähnte Schulmuseum. Der Fachwerkbau bildet mit der Kirche, dem ältesten Gasthof Rügens, dem Gasthof "Zur Linde", und der gegenüber gelegenen Keramikwerkstatt ein schmuckes Ensemble an der Hauptkreuzung des Ortes an der Verbindungsstraße über das Mönchgut.

Middelhagen auf Rügen - Reetdachhaus

Reetdachhaus

Die wenigen Häuser im 2 Kilometer entfernten Mariendorf sind schnell passiert und man erreicht kurze Zeit später den Ort Alt Reddevitz. Von Middelhagen bis hier stehen auffallend viele schöne Reetdachhäuser am Wegesrand, die der Landschaft zusätzlich einen angenehmen Charme verleihen. Reet ist als Schilfrohr ein Naturstoff, der in sumpfigen Gebieten und in Uferzonen wächst. So auch hier in der Boddenlandschaft.

Rügen - geschnittenes und gebündeltes Reet

Geschnittenes und gebündeltes Reet steht zum Trocken

Wenn das Rohr hoch genug gewachsen ist, wird es geschnitten und zum Trocknen in Bündeln zusammengestellt. Die Qualität des Rohstoffs ist entscheidend für die zeitliche Haltbarkeit des gedeckten Dachs. Und ein solches mit Reet zu decken, ist ein spezielles Handwerk, das auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Seit 2014 wird dieses Handwerk von der UNESCO auf Betreiben des Landes Mecklenburg-Vorpommern sogar als immaterielles Kulturerbe gelistet.

Rügen - Steilufer am Ende des Reddevitzer Höfts

Steilufer am Ende des Reddevitzer Höfts mit Blick über die Bucht Hagensche Wiek des Rügischen Boddens auf die Zicker Berge

Je weiter man über das Reddevitzer Höft radelt, desto spärlicher wird die Besiedlung. Wo keine Häuser und Bäume den Blick versperren hat man links und rechts einen Blick auf den Rügischen Bodden mit der Bucht Having zur einen und der Bucht Hagenschen Wiek zur anderen Seite. Besonders dann, wenn man zum Ende der Landzunge die gut 33 Meter hohe Anhöhe erreicht. Vom Steilufer schließlich hat man einen weiten Blick über das Wasser etwa zur Insel Vilm oder zur Ortschaft Gager mit seinem kleinen Hafen.

Rügen - Hafen in Gager

Hafen in Gager

 

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