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Reiseführer Kaiserslautern

 

Von der Gartenschau zum Japanischen Garten

Brauhaus (Kaiserslautern)

Im Brauhaus trifft man sich vor oder nach dem Besuch der Gartenschau

Die Landesgartenschau war gestern, die Gartenschau ist heute. Noch immer strömen Besucher von nah und fern zwischen April und Oktober in den Neumühlepark – dorthin vor allem mit Kind und Kegel – und zu den Themengärten auf den Kaiserberg. Diese grüne Oase der Stadt entstand in einem ehemaligen Steinbruch und auf einem Teil des Geländes der Kammgarnspinnerei.

Betreten wir das Gartenschaugelände vom Alten Schlachthaus aus, so kommen wir am Standbild des Jägers von Kurpfalz, des Pfalzgrafen Johann Casimir, vorbei. Beim alten Schlachthof in Kaiserslautern West handelt es sich nicht um die erste öffentliche Einrichtung dieser Art in Kaiserslautern. Im Mai 1886 wurde im neu erbauten Schlachthof erstmals geschlachtet. Nähern wir uns dem eigentlichen Eingang der Gartenschau, so fallen uns einige Dinosauriermodelle, aber vor allem das sandsteinerne schlüpfende Saurierbaby auf. Zum Gartenschaugelände gehört das Brauhaus, in dem man Pfälzer Küche genießen kann. Die Architektur des Brauhauses erinnert an den Landhausstil aus dem Ende des 19.Jahrhunderts. Vorbild derartiger Villen waren die Landhäuser der Toskana – und zu diesen gehört stets ein markanter Turm.

Saurier, Blumen und ...
Die Gartenschau, hervorgegangen aus der Landesgartenschau 2000, gliedert sich in zwei Parkbereiche: den Neumühlepark mit seinen diversen Spielangeboten und den Kaiserberg mit seinen Themengärten. Auf Schritt und Tritt begleiten den Besucher verschiedene Sauriermodelle, unter denen man einen Tyrannosaurus ebenso ausmachen kann wie einen Archaeopteryx.

Blick hinunter auf den Neumühlepark in Kaiserslautern

Blick hinunter auf den Neumühlepark

Klettergarten, Riesenrutsche und Wasserspielplatz sind die Anziehungspunkte für Familien mit ihren Kindern. Gartenfreunde hingegen schauen sich die verschiedenen Schaubeete an, in denen Begonien, Prachtlobelien, Studentenblumen und Präriekerze blühen. Nachdem wir den Kaiserberg erklommen haben, können wir verschiedene Themengärten besuchen, so auch einen Bauerngarten. Auf dem Kaiserberg steht außerdem die Weidenkirche, die nach einer fünfmonatigen Bauzeit als grüne gotische Kirche vollendet wurde. Kunst im öffentlichen Raum findet man im Gelände des Kaiserbergs ebenso wie auch in anderen Teilen der Stadt.

Kaiserberg in Kaiserslautern

Streuobstwiesen auf dem Kaiserberg

Garnspinnerei war gestern
Verlassen wir die Gartenschau, dabei vom Kaiserberg hinabsteigend, so können wir die Lauterstraße queren, um uns den Jean-Schoen-Park anzuschauen, der sich auf dem Gelände der Kammgarnspinnerei befindet. Nicht zu übersehen ist im Park die Büste eines der Gründer der Kammgarnspinnerei. Ihm gegenüber hat die aus rostigem Stahl geschaffene Skulptur „Symbol der Freundschaft“ ihren Platz. Klaus Hartmann ist der Künstler, der den Moment festgehalten hat, in dem eine Figur zum Sprung über eine schräge Mauer ansetzt.

Kaiserberg in Kaiserslautern

Verschnaufpause auf dem Kaiserberg

Die Kammgarnspinnerei, ein Zeugnis der Industriekultur des 19. und 20.Jahrhunderts, wurde 1857 von Franz Flamin Meuth und Jean Schoen ins Leben gerufen. Nach der Stilllegung wurde das einstige Industrieareal umgewidmet. So haben Künstler der Künstlergemeinschaft Kaiserslautern im Wolllager eine Bleibe gefunden, speist man im alten Bahnhof Kaiserslautern West entweder Mexikanisch oder Italienisch. In den beiden Kesselhäusern pflegt man nicht nur Rockmusik, sondern auch Musik anderer Stilrichtungen. Zudem gibt man im Kulturzentrum Kammgarn dem Nachwuchs eine Chance. Teile des Areals, dessen aus den 1930er Jahren stammende Architektur im Stil des Neuen Bauens gehalten ist, werden von der Fachhochschule Kaiserslautern genutzt, um dort Architekten und Innenarchitekten auszubilden. Verlässt man das Gelände, so fällt der Blick auf eine knospige Sandsteinskulptur, die im Rahmen eines Bildhauersymposiums von Augusto Vasconcelos geschaffen wurde.

Ort des Wassers
Über die Burgstraße und die Lauterstraße steuern wir den Japanischen Garten an. Dieser erstreckt sich auf einer Hanglange unterhalb der ehemaligen Justizvollzugsanstalt, in der nach Umbau und Umgestaltung nun Hotelgäste nächtigen. Häftlingskleidung muss man nicht anlegen und auch auf Komfort muss man in den Zellen nicht verzichten. Einen gewissen Minimalismus bei der Ausstattung sollte man jedoch erwarten, wenn man im Hotel Alcatraz einbucht. Eine vergitterte Bar und Rezeption sind ins Auge springende neckische Beigaben und Referenz an einen Ort, an dem über Jahrzehnte Straftäter ihre Haftzeit absaßen.

Sind wir auf dem Weg zum Japanischen Garten, so drängt sich das 24-geschossige Neue Rathaus in unser Blickfeld. Es steht auf dem Burgberg, oberhalb der einstigen Kaiserpfalz, von der nur wenige oberirdische Baufragmente, so Teile der Kapelle, erhalten sind.

Ohne Engagement von Bürgern der Stadt gäbe es den Japanischen Garten mit einer Fläche von mehr als 13000 qm gar nicht. Stolz ist der Trägerverein des Gartens darauf, dass dieser Japanische Garten der Größte in Europa ist. Er öffnete zeitgleich mit der Landesgartenschau im Jahr 2000 seine Pforten. Die gärtnerische Modellierung entspricht einer idealisierten, von Menschenhand geformten Naturlandschaft. Achsen und Symmetrien wie in Barock- oder englischen Landschaftsgärten sucht man im Japanischen Garten vergeblich. Das Wegesystem schlängelt sich den Hang auf und ab. Zu den markanten alten Bäumen gehören einige Rotbuchen. Baumeiben, Platanen, Baumhasel, Amberbäume und ein stattlicher Ginkgo findet man gleichfalls auf dem Areal.

 



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