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Reiseführer Kaiserslautern

 

Durch das Schweinstal bei Schopp

Eine abwechslungsreiche Tageswanderung im Pfälzerwald erwartet den Wanderer. Fischweiher längs des Weges, Steinbrüche und zahlreiche Skulpturen, die im Rahmen eines Bildhauersymposiums vor Jahren entstanden, sind die „Highlights“ der Tour, die durch eine teilweise wellige Landschaft zwischen Schopp und Krickenbach führt.

Idylle im Schweinstal

Idylle im Schweinstal

Der Einstieg für die Wanderung am Bahnhof scheint zunächst vielversprechend. Doch im weiteren Verlauf erfolgt eine Ernüchterung, muss man doch streckenweise der Bundestraße B 270 folgen. Zum Glück ist diese Wegstrecke nur kurz, ehe man sich auf einen bewaldeten Hang begibt und längs der Bahntrasse Pirmasens-Kaiserslautern in Richtung des Flüsschens Moosalbe wandert. Für ein kurzes Stück muss man, aus dem Wald kommend, dann der Landesstraße bis Walzwerk und zur Bushaltestelle Abzweig Karlsthal folgen. Nach der Überquerung der Bundesstraße – Vorsicht! - hat man den Eingang des Schweinstals erreicht. Dabei orientieren wir uns unterwegs an dem Wegweiser Rotes Kreuz und grünes N mit rotem Pfeil.

Lebensbaum und Sonnenliege
Am Parkplatz vor dem Abzweig ins Schweinstal „stolpern“ wir über einen Quarzsandstein, der hier werbewirksam auf das Natursandsteinwerk Carl Picard hinweist. Nicht zu übersehen ist eine Hinweistafel, auf der die Skulpturen des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz nebst Kartenwerk abgebildet sind. Links von uns erstreckt sich der erste der sich im Tal befindlichen Fischteiche, auf denen teilweise weiße Seerosen schwimmen. Sie sind die Kulisse für zahlreiche Steinskulpturen, die unseren weiteren Weg säumen. Gleich zu Beginn entdecken wir ein säulenartiges Gebilde, den „Lebensbaum“ von Osamu Ishikawa. Wer das Werk aus der Nähe betrachtet, wird eine geflochtene Struktur ausmachen. Nur wenige Schritte sind es zur „Liegenden Figuration“, einer steinernen „Sonnenliege“ von Josef Nadj. An die Silhouette eines Hasens mit aufgestellten Ohren erinnert die unbetitelte Arbeit von Bernd Mathes, die vor einer Wildhecke ihren Platz hat. Einem großen Sitzsack gleicht eine weitere Arbeit, die wir im Verlauf des Weges zu Gesicht bekommen.

„Gespräch zum Teich“ von Willi Bauer

„Gespräch zum Teich“ von Willi Bauer

Phallus in der Landschaft
Wie ein Phallus ragt anschließend die „Steinerne Blume“ von Klaus Großkopf empor. Vorbei geht es an Ursula Kärchers „Die engere Schneise“, ehe wir am Gelände des Natursteinwerks Carl Picard ankommen. Ein riesiges gelbes Sägeblatt hat sich dort in den Hang „gefressen“. Mühlsteine und Sägeblätter lehnen an einer Trockenmauer unweit eines Weihers, an dessen Ufer wir die Skulptur „Gespräch zum Teich“ von Willi Bauer erblicken. Jenseits eines weiteren Teiches erheben sich rundliche Figuren aus dem Grün. „Begegnungen und Gespräch“ nennt Osamu Ishikawa seine Arbeit.

Selten sind auf unserem Weg farbige Blütentupfer in Rosa und Gelb. Dominierend ist das Grün, auch das Grün der Farne am Wegesrand. Während wir die Wanderung fortsetzen, gelangen wir auch an den Zugang zu einem Steinbruch, dessen Betreten allerdings untersagt ist.
Moos besiedelt so manchen Stamm zahlreicher stattlicher Bäume. Den Hinweis auf den Nordic Walk Track Nr 3 nehmen wir nur aus dem Augenwinkel wahr. Zuvor allerdings erreichen wir eine weitere mehrteilige Skulptur Ishikawas, die an eine Art Steinkreis erinnert und mit „Heiligtum“ betitelt ist. Im nahen Farnsaum hat sich ein gelbrauner Falter niedergelassen, der auffällige dunkelbraune Tupfer aufweist. Es ist der Kaisermantel, der häufig an Waldwegen und auf Waldwiesen anzutreffen ist.

Kaisermantel

Ein Kaisermantel unterwegs im Schweinstal

Summ, summ, summ
Nächster markanter Punkt unserer Tour ist ein sogenannter Summstein. Was es mit ihm auf sich hat, verrät eine entsprechende Steininschrift. So stecken auch wir unseren Kopf in das vorhandene Loch im Stein und summen, ehe wir dann verstummen und bemerken, wie lange das Summen noch in unseren Ohren nachklingt. An dieser Stelle biegen wir nach links auf einen breiten Forstweg ab und erreichen auf diesem Weg durch welliges Terrain den Erkelshäuserhof. Nun nehmen wir einen steilen, mit Kopfstein gepflasterten Weg bergan. Anschließend folgen wir der Wegemarkierung mit grün-gelbem Balken. Alsbald haben wir das bewaldete Gebiet rund um den Wasserstein verlassen und blicken hinab nach Krickenbach. Setzen wir unsere Wanderung fort, so treffen wir auf den Hinweis auf einen weiteren Nordic Walking Track und auf die Markierung für Mountainbiker die im MTB-Park Pfälzerwald unterwegs sind. Zuvor allerdings haben wir die Kreisstraße K 59 gequert und sind am Ländlerhof vorbeigekommen. Zudem haben wir unsere Schritte durch die Ausläufer des 433 Meter hohen Kuppelkopfes gelenkt. Als würden die genannten Hinweise nicht ausreichen, kommt im weiteren Wegeverlauf noch der ausgewiesene Holzlandweg hinzu, dem wir eine Weile folgen. Er ist ein Hinweis darauf, dass in der Gegend Holz geschlagen wurde, das in der Eisenhütte bei Trippstadt benötigt wurde.

Sobald wir auf den Hinweis auf Rundwanderweg 7 stoßen und Mountainbiker mit einem Achtungschild auf die gefährliche Abfahrt auf einem schmalen, von Rinnen durchzogenen abschüssigen Pfad aufmerksam gemacht werden, biegen wir auf diesen ein und hoffen, dass kein wagemutiger Radler hinter uns ist. Ausweichen kann man auf diesem Pfad, der hinab zur Moosalbe führt, nicht. Diesem ruhig dahinfließenden Bachlauf folgen wir auf einem schmalen Uferpfad so lange, bis wir das Alte Pumpwerk Schopp erreicht haben, das 1930 in Betrieb genommen und 1978 stillgelegt wurde. Durch zwei Tunnel – über uns verlaufen die Eisenbahntrasse und dann die B270 - führt der nun gepflasterte und asphaltierte Weg bergan nach Schopp zurück.

 

Weitere Informationen


Tourismusinfos
Büro für Touristik Kaiserslautern Süd
www.kaiserslautern-sued.de

Anreise
www.vrn.de
www.zspnv-sued.de
www.der-takt.de

Zum Abzweig Karlsthal verkehrt der Saar-Pfalz-Bus 145 von Hbf. Kaiserslautern in Richtungen Krickenbach und Bann

Skulpturen in Rheinland-Pfalz
http://www.skulpturen-rheinland-pfalz.de/index.php?id=3

Weiterer Wandertipp in der Region
Neben der Tour durch das Schweinstal findet man südlich von Kaiserslautern zwischen Trippstadt und Stelzenberg noch einen weiteren Skulpturenweg, der im Rahmen des 3.Bildhauersymposiums im Spätsommer 1996 entstand. Auf ihm findet man Arbeiten von Joachim Koch, Hans-Joachim Albrecht, Heiner Thiel und anderen Bildhauern, die mit Sinn für Raum und Größe steinerne Landmarken schufen.

Lesetipp: Pfälzerwald – Wandern und Radfahren mit Bus und Bahn, hrsg. Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, www.zspnv-sued.de

 



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