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Australien

„Cook mal – Robin und Hilla 'down under'!“

Wie es sich für Große & Kleine in Australien reist

Tour 8: Auf der Great Ocean Road nach Adelaide

Text und Fotos: Hilla Finkeldei

Ein besonderes „Stadtgespräch“

Sommer, Sonne, gute Laune, wir zuckeln gemütlich an der berühmten Küstenstraße, der Great Ocean Road, zwischen Melbourne und Adelaide entlang. Die Fährüberfahrt nach Queenscliff hat uns so richtig durchgepustet, und jetzt staunen wir uns von einem ruppigen Strand zur nächsten kleinen souvenirbehangenen Promenadenstraße. Torquay, Anglesea, Lorne, das Autoradio huldigt Kylie Minogue: Wahrscheinlich haben die hier eine eingebaute ausschließlich australische Suchfunktionen, denn nach dem ungefähr fünfzigsten Hören innerhalb der letzten Woche bekomme ich nicht nur ihr „I can’t get you out of my head“ nicht mehr aus dem Kopf ... Aber eigentlich ist es doch nicht so schlimm, denn nachdem ich per mitgebrachter Kassette ständig Wonderwalls „Just more“ und „Englisch lernen mit dem kleinen Wassermann“ ausgesetzt bin, ist die quirlige Popkönigin schon fast als Strafmilderung anzusehen.

Australische Ironmen = Männer!

Nahezu unbemerkt von meinem wasserbegeisterten Sohn, der den Kopf ständig nach links zum Meer richtet, verschleiert sich mein Blick stadteinwärts bei so manchem Ironman, der selbst in seinen Plastiksandalen noch ebenso hitverdächtig ist wie Kylie (und das bezieht sich bei beiden nicht auf den Gesang). In einem europäischen Auto wäre mein Augenaufschlag meinem wachsamen Sohnemann wohl kaum verborgen geblieben, hier aber sitze ich rechts– es hat doch seine Vorteile, auf der „falschen“ Seite zu fahren! In Apollo Bay wollen wir bleiben, Regenwald und Leuchtturm locken zu einem Aufenthalt über Nacht. Optimismus ist unser Geschäft, und so haben wir uns keine Gedanken über eine Übernachtung an dieser von Touristen aus aller Welt heimgesuchten Küste gemacht. Aber ohne anzufragen, springen uns die allseits geflaggten „Sorry, booked out“ – Schilder unfreundlich an. Mir beginnt die geringe Größe der Orte aufzufallen, komisch, das habe ich bisher gar nicht bemerkt. Wie viele Caravan Parks oder Motels so ein Kaff wohl hat? Nicht genug, das wird mir trotz regen Baubetriebs nach der neunten abweisenden Antwort klar.

Kein Zimmer frei!

Ich fahre einen Zweitürer, der ist grad mal von außen so groß wie eine Matratze – nein, den Gedanken verwerfe ich sofort! Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, versuche ich meinen Sohn von der mehrfach angesetzten Frage abzulenken, wie unser heutiger Übernachtungsort heißt. Für ihn ist die Aussicht auf einen Pool, ein weißes Bettlaken, ein Kissen die beste Antriebsfeder zum Durchhalten auf der endlosen Straße. Nun gut, Regenwald also auf dem Rückweg, wir müssen weiter auf der Suche nach einer Schlafstatt. 16.30 Uhr – es ist ja noch früh, wo ist das Problem? Weniger als 100 Kilometer und bestimmt einige weniger frequentierte Dörfchen bis zum Port Campbell National Park, das langt. Ich krame nach dem Autoatlas und teile mir dann statt der Sorgen erst mal das letzte Kaugummi mit Robin: Zwischen hier und Port Campbell liegt ein Nationalpark.



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