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Reiseführer Pirmasens

 

Schokoladenhimmel über Pirmasens:
zu Besuch in der WAWI-Schoko-Welt

 

Heiß begehrt – Schokoladenbruch

Heiß begehrt – Schokoladenbruch

Die Welt von Nappo, Eiskonfekt, Bruchschokolade und Schokowölkchen erwartet den Besucher der gläsernen Produktion der WAWI-Schoko-Welt.

Betritt man die Produktionsstätte der gläsernen Schokomanufaktur – sie befindet sich gegenüber dem einstigen Gründungsort des Unternehmens -, so öffnen sich die Türen zu süßen Verführungen, ob Schoko-Reis in dunkler Schokolade oder  Schokoreis-Riegel in Edelvollmilchschokolade.

Eine kleine Sammlung von Maschinen und Formen nebst einem Film vermittelt einen ersten Überblick. Im Café genießt man nicht nur Eiskaffee und heiße Schokolade, sondern auch Mandel-, Sahne-, Kir-Royal- und Eierlikör-Pralinen.

Süßschnäbel finden im Schoko-Laden alles, was ihre Herzen höher schlagen lässt: Zartbitter-Puffreis mit 55% Kakaoanteil, Schokowölkchen in Weißer, Zartbitter- und Edelvollmilchschokolade, Eiskonfekt „Latte Macchiato“ und „Amaretto Cool“ oder die zu Ostern so beliebten Schokohasen – die Wahl fällt nicht leicht. Und zu Weihnachten gibt es Adventskalender mit knackigen Kerlen und flotten Bienen – SexyXmas lautet das WAWI-Motto! 40 Prozent der verkauften Schokolade ist dunkle bzw. Zartbitterschokolade. Im einstigen Schuhmekka gibt es selbstverständlich auch Stiefel aus Schokolade!

Auch Pralinen werden bei WAWI hergestellt

Auch Pralinen werden bei WAWI hergestellt

Ein Einkäufer wird „Schokokönig“
Gegründet wurde das Unternehmen WAWI von Walter Müller im Jahre 1957, nachdem Müller als Einkäufer bei REWE ausgeschieden war. Anfänglich betrieb Walter Müller eine Art Garagenproduktion und belieferte seine Geschäfte in der Pfalz. 1958 war dann das Startjahr der Osterhasenproduktion von WAWI. Als Meilensteine in der Unternehmensgeschichte gelten die Herstellung von Puffreisschokoladen im Jahr 1988 und der Bau neuer Produktionsstätten in Münchweiler und in China. Mittlerweile ist WAWI auch in Russland, Kanada und Australien unternehmerisch tätig. Die Schokoladen, die dort gefertigt werden, sind allein für den dortigen Markt bestimmt.

Noch im Kindesalter ist die Gläserne Fabrik in Pirmasens, die 2004 eröffnet wurde, und einen Jahresumsatz von 80 Mio. Euro aufweist.

Nicht nur eine Bördelmaschine
Zur Sammlung der Schoko-Welt gehört eine Bördelmaschine, zum Umbiegen von scharfen Kanten der Silberfolien, in die Weihnachtsmänner eingepackt sind. Zudem entdeckt der Besucher Models in Gestalt von Weihnachtsmännern, Entlein und Osterhasen mit Kiepen auf dem Rücken. Es sind Originale, teilweise aus Metall und im Zeitraum zwischen 1957 und 1979 in der Produktion eingesetzt. Andere Formen sind aus Plastik gearbeitet und werden noch heute im Tagesgeschäft verwendet.

Ein Gang durch die Gläserne Produktion
Beim Rundgang kann man den Mitarbeiterinnen beim Arbeiten mit Hohlformen über die Schultern schauen. Vor den Augen der Besucher werden nicht nur Weihnachtsmänner mit Mützchen und Sack ausgestattet, sondern es wird auch  Puffreis-Schokolade hergestellt. Während des Rundgangs kann man auch sehen, welche Bedeutung die Dreh- und Wendetrommel hat, auf der die Hohlformen mit Magneten befestigt werden.

Was heißt eigentlich WAWI?
„Das stammt von 1958“, so berichtete mir Frau Jordan, eine langjährige Mitarbeiterin des Hauses. „Der Seniorchef war mal Süßwareneinkäufer bei REWE. Nach ein paar Jahren sagte er zu seiner Frau, dass er sich gerne selbstständig machen wolle. Und seine Frau sagte dann: 'Probier es doch mal. Wasch möchst denn machen? - Was mit Schokolade.' 1958 hat er dann hier drüben in der Garage angefangen. Ja, wenn es gut mit der Produktion geklappt hat, gab es Lob von der Frau Gemahlin: 'Ah, Wawi, das klappt ja wunderbar'. Walter hat er geheißen und seine Frau hat Wawi als Kosenamen benutzt. Und unten in der Stadt haben die Leute geredet: 'Geht mal in den Sommerwald, da macht einer im Sommer aus Schokolade Weihnachtsmänner in der Garage. Der Wawi, der hat sie doch nicht mehr alle.'

Walter Müller beschloss, da ganz Pirmasens ihn unter Wawi kannte, dass auch seine Firma so heißen sollte. Und aus diesen Anfängen ist nun die WAWI mit einigen Hundert Beschäftigten geworden.

Weihnachtsmänner warten geduldig auf Süßschnäbel

Weihnachtsmänner warten geduldig auf Süßschnäbel

Ab Juli machen wir Weihnachtsmänner
Ganz selbstverständlich klang aus Frau Jordans Mund die Antwort auf meine Frage, was aktuell produziert wird: „Seit 1.Juli jeden Tag 10000 Weihnachtsmänner.“

Und wann fangen die Osterhasen an, schloss ich als Frage an. „Vielleicht Ende November!“ so Frau Jordan. Während unseres weiteren Rundgangs wies mich Frau Jordan auf einen weiteren wichtigen Teil der Produktion hin: „Das sind unsere Wölkchen, der ganz große Renner. Diese werden aus aufgepufftem, australischem Weizenkorn und einer Schüssel Flüssigschokolade hergestellt. Dann wird alles richtig vermengt und handgeschöpft.“ Schöpfen heißt hier wirklich Handarbeit mit Augenmaß, um die einzelnen Schokowölkchen zu formen. Bevor die Wölkchen aber verkauft werden können, durchlaufen die Wölkchen eine Kühlstraße. Erst danach werden die Wölkchen von zwei Mitarbeiterinnen gewogen und verpackt. Auf meine Frage, ob denn alle Wölkchen gleich sein müssen, antwortete Frau Jordan: „Das ist egal. Es wird ja am Schluss gewogen. -  Ja, die Mitarbeiterin hat schon ein Gefühl für die ungefähre Größe der Wölkchen. Hauptsache die Grammzahl stimmt.“

Nappo soft
Da WAWI auch rhombenförmige Nappos verkauft, eine Leckerei, die es seit den späten 1920er Jahren gibt, wollte ich wissen, wie es dazu kam. Frau Jordan, die seit zwei Jahrzehnten bei WAWI Höhen und Tiefen erlebt hat, erläuterte, dass die Firma, die ursprünglich Nappos und auch Eiskonfekt herstellte, von WAWI vor einiger Zeit aufgekauft wurde. Im Zuge dieser Geschäftsübernahme hat man neue Formen und Größen von Nappo kreiert.  Heute gibt es zum Beispiel Nappo Haselnuss, Nappo Orange, Nappo Erdbeere und Nappo Kirsche. Alle diese Nappos stammen aus dem Nappoland – und das liegt am Niederrhein.

Schokolade aus Frauenhand
In der Gläsernen Produktion arbeiten 29 Frauen und ein Mann. Vier Frauen stehen immer an einem Tisch, der gleichbedeutend mit einem Arbeitsschritt ist. Alle zwei Stunden wird dann gewechselt. Alle Mitarbeiter müssen also alle Schritte des Herstellungsprozesses kennen. Wenn man nun denkt, dass die Mitarbeiter alle Konditoren sind, irrt man gewaltig. Es sind alles Hausfrauen, die angelernt wurden.

Hier muss noch Hand angelegt werden
Was beim Rundgang erstaunt, ist der hohe Anteil der Handarbeit. Jedes Model, zum Beispiel ein Weihnachtsmann, wird von Hand mit Schokolade gefüllt, Bart und Haare werde mit weißer Schokolade im Model gemalt. Vollautomatisch gehe hier gar nichts, so Frau Jordan, denn man müsse die verschiedenen Schokoladensorten langsam miteinander verbinden und die Schokoladen müssen zudem gut trocken.
Nicht nur Osterhasen und traditionelle Weihnachtsmänner mit Stock in der Hand und einem Sack auf dem Rücken entstehen in Handarbeit, sondern auch Weihnachtsmänner auf dem Motorroller, Weihnachtszapfen aus Schokoreis, Engel, Frösche oder der Pirmasenser Stier.

Handarbeit wird bei WAWI großgeschrieben, auch bei der Weihnachtsmannproduktion

Handarbeit wird bei WAWI großgeschrieben,
auch bei der Weihnachtsmannproduktion

Aufs Drehen kommt es an
Genau abgewogen ist die Menge der Kuvertüre je Hohlform, die mit einem Magneten verschlossen wird, um dann langsam abzukühlen. Beim Abfüllen hilft eine Dosierungsmaschine, in der sich die auf 30 Grad erwärmte Kuvertüre befindet. Auf der Drehtrommel rotieren die auf der Trommelhaut eingespannten Hohlform-Model, damit sich die Schokolade gleichmäßig in der Form verteilt. Der Vorteil der Handarbeit ist, dass es sehr wenig Bruch gibt, sodass die beliebte Bruchschokolade „künstlich“ erzeugt werden muss.

Ein gesondertes Produktionssegment betrifft Figuren wie Weihnachtsmänner in „Silberfolie“. Diese Folien werden in die jeweilige Hälfte der Hohlform eingelegt. Über ein Transportband laufen diese Formen weiter. Dann wird die genau bestimmte Menge Schokolade eingefüllt. Nachfolgend werden die beiden Modelhälften verschlossen und durchlaufen für 15 Minuten einen Kühlkanal. Nach Abschluss des Kühlens werden die Formen geöffnet, die Figuren fallen aufs Fließband und sind dann zum sogenannten Bördeln bereit. Dabei müssen die scharfen Kanten der „Silberfolien“-Hülle umgebogen werden.

 

Weitere Informationen
WAWI-Schoko-Welt
Unterer Sommerwaldweg 19-20
66953 Pirmasens
http://www.wawi.com



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