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Reiseführer Pirmasens

 

Auf dem Felsenwanderweg von Rodalben

 

Blick auf Rodalben

Blick auf Rodalben

 

Bereits am Bahnhof wird jeder auf den Felsenwanderweg hingewiesen. Dieser Weg rund um den Ort ist in mehrere Etappen eingeteilt, die an unterschiedlichen Einstiegen beginnen. Vorgestellt wird hier der sogenannte F2, der am Bahnhof seinen Anfang nimmt und am Friedhof bzw. Kanzelfelsen nach etwa 12 Kilometern endet. Das ist etwa ein Viertel des gesamten, rund um Rodalben verlaufenden Wanderweges, auf dem zahlreiche beeindruckende Felsformationen zu bestaunen sind.

Nicht zu übersehen ist die smaragdgrüne Inschrift auf einer schwarzen Felsenzeichnung, die uns gleich am Bahnhof auffällt. Hinaufsteigen müssen wir zur Marienbrücke, um die Bahngleise unter uns zu queren und zur Baumbuschstraße und Bergstraße zu gelangen. Letztere hat ihren Namen verdient, denn es geht hier stetig bergan. Dass wir auf unserem Weg auch die Verbindungsroute zum Pfälzer Jakobsweg berühren, sei an dieser Stelle nur erwähnt. Am Alten Bierkeller müssen wir uns entscheiden, ob wir nach links zum Bruderfelsen gehen oder nach rechts zum Schlangenbrunnen und zur Alten Burg. Wir entscheiden uns für Letzteres. Ob in der großen Höhle linker Hand wirklich mal Gerstensaft kühl gelagert wurde?

Wir denken darüber nicht lange nach und machen uns auf den weiteren Weg, der sich hoch über der Stadt in einer Handlage kurvenreich bis hinunter nach Horberg schlängelt, ehe wir durch diesen Ortsteil von Rodalben laufen und nach Querung der Bahntrasse und der Zweibrücker Straße unsere Tour wieder im Wald oberhalb des Ortes fortsetzen.

Bereits 1911 wurde dieser Wanderweg entlang der Felsen oberhalb Rodalbens angelegt

Bereits 1911 wurde dieser Wanderweg entlang der Felsen
oberhalb Rodalbens angelegt

Verräterische Spuren
Eigentlich ist der Wanderweg für Mountainbiker gesperrt, aber der eine oder andere sucht dennoch die ultimative Herausforderung, wie Spuren auf dem Weg verraten. Dass es zu Nutzungskonflikten auf den engen Hangwegen kommt, steht außer Frage. Bisweilen muss man auf einsichtige und vorsichtige Mountainbikefahrer vertrauen, die Wanderern besonders an Engstellen den Vortritt lassen. Besonders ärgerlich sind die vorhandenen Erosionen an Tritten und Stufen, die durch die Querfeldeinradler verursacht werden. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis ein Wegteil abrutscht.

Schlangenbrunnen und ...
Doch zunächst genießen wir das ungestörte Erlebnis Felsenwanderweg mit seinen fantastischen Buntsandsteinformationen. Dicht ist der Buchenbestand, spärlich die Krautschicht unter dem Blätterdach der Buchen. Wenige Farne bedecken das Erdreich. Hier und da finden wir violett blühende Blumen. Wasser plätschert spärlich im Schlangenbrunnen, der von dichtem Grün umstanden ist. Wie ein mächtiger Felsentisch schaut der Fohnbachfelsen aus, der erste Felsen auf unserem Weg, dem noch eine Reihe von ganz erstaunlichen Formationen folgen wird – nicht umsonst heißt der Wanderweg Felsenwanderweg. Von Algen und Moosen überzogen sind die Überhänge des nachfolgenden Kiesfelsen, der breite Furchen und Brüche aufweist. Die Sonne wirft nur wenige Lichtflecke durch das Laubdach der umstehenden Baumriesen, sodass der Felsen überwiegend im Schatten liegt. Weitergehend stehen wir vor einer „abgebrochenen Felsmauer“, die wie von Menschen Hand erbaut erscheint.

Alte Burg und Hettersbachfelsen
Dicht an der Hangkante befindet sich die Alte Burg, ein mächtiger Felsen und zugleich ein sehr schöner Aussichtspunkt. Unter den Felsüberhängen stehen Bänke und Tische – eine Aufforderung zum Picknick, oder? Auch hier oben  sind die beiden Weltkriege lebendig, wird doch auf zwei in den Fels geschlagenen Gedenktafeln den gefallenen Pfälzer-Wädlern gedacht.

Wie geschäftstüchtig einige Wirte der Umgebung sind, verrät uns unterwegs der Anschlag des Vereinsheims des KZV P61, das mit Don Camillo und Pepone wirbt und montags Pizza zum Sattessen verspricht.

Mit flottem Schritt geht es zum Hettersbachfelsen, der stark ausgewaschen ist. Anschließend muss man sich etwas ducken, will man an einem weiteren Felsen vorbeilaufen, der in den Weg hineinragt. Von der Siedlung Horberg sind wir nicht mehr weit entfernt.

Picknickbänke unter dem Felsen laden zum Verweilen ein

Picknickbänke unter dem Felsen
laden zum Verweilen ein

Von Horberg zum Zigeunerfelsen
Wir laufen unterhalb des Horbergs durch die gleichnamige Siedlung, queren die Bahntrasse und erreichen danach die Zweibrücker Straße. Von hier aus folgen wir einer Anliegerstraße bergan. Sie führt uns wieder in den Wald und auf den Felsenwanderweg in Richtung Zigeunerfelsen und Maibrunnen (2,1 km), so die Wegweiserangaben. In leicht welliger Landschaft wandern wir weiter, mal talwärts, mal bergan. Schmal sind die Wege, die man nur selten mit Mitwanderern teilen muss. Es ist eher überraschend, anderen zu begegnen.

Vorbei geht es an lang gestreckten ausgefransten Felswänden, ehe wir am Mühlköpfchen angekommen sind. Nächste Station sind die sogenannten Zigeunerfelsen mit massiven, lang gestreckten Überhängen. Teilweise ist der Fels auch wabenartig ausgewaschen und der eine oder andere Wanderer hat diese Waben als Abfallbehälter missbraucht.
Wem unbedingt nach Wassertreten ist, der kann dies im Maibrunnen tun. Nach einem kurzen Fußbad nimmt man dann den abschließend zumeist ansteigenden Weg zum Maibrunnen- und zum Kanzelfelsen in Angriff. Absteigen kann man aber auch auf Höhe des Friedhofs. Zumal, wenn man mit Kindern unterwegs ist, empfiehlt sich dies, da sich vor dem Parkplatz Friedhof ein Spielplatz befindet. Neben allerlei Klettergeräten gibt es eine Rutsche und eine Schaukel. Die Jüngsten können sich zudem im Sandkasten als Baggerführer ausprobieren. Hier endet dann das „Wandererlebnis der Spitzenklasse“ - so lautet nämlich die Werbung für den 45 Kilometer langen Weg rund um Rodalben.

In Gedenken an die Marktfrauen aus Rodalben wurde dieser Brunnen errichtet

In Gedenken an die Marktfrauen aus Rodalben
wurde dieser Brunnen errichtet

Durch Rodalben
Anschließend geht es talwärts in die Ortsmitte von Rodalben, vorbei an der evangelischen Kirche, einem Saalbau mit Kuppel, und am katholischen Schulhaus von 1889. Auf dem Weg zum Bahnhof passieren wir ein paar sehenswerte Fachwerkbauten wie die 1739 bis 1793 erbaute Wohnung des Gräfensteiner Amtsaktuars. Ein Hingucker ist außerdem das seit 1693 bestehende Gasthaus Zum Ochsen, das älteste Gasthaus des Ortes, das ursprünglich auch eine eigene Bierbrauerei besaß. An der Marienkirche erinnert die Brunnenanlage „Grünesputschfrau“ daran, dass einst Frauen aus Rodalben gebundenes Suppengrün auf dem Markt von Pirmasens verkauften.

 

 

 

Weitere Informationen

Verkehrsverein Rodalben
www.rodalben.de
www.felsenwanderweg.de

Essen und Trinken

Vereinsheim des KZV P61 (Hasenheim)
Tel. 06331/10350

Gasthaus Zum Petershof
Hauptstr.184
gutbürgerliche Küche, auch Pfälzer Schlachtfest

Speisegaststätte Zur Krone
Prinzregentenstraße 11
u. a. Wildspezialitäten

Wanderkarte

Rodalbener Felsen-Wanderweg 1:20000
www.pietruska.de

Anreise


Bf. Rodalben
www.vrn.de
www.zspnv-sued.de
www.der-takt.de

 



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