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Der belgische Naturpark Hohes Venn (Hautes Fagnes)

Das Hohe Venn ist Teil der nördlichen Ardennen. Baraque Michel und Botrange sind die höchsten Erhebungen der Vennlandschaft.  Auf Schichten aus Quarziten und Tonschiefern der Kambriumzeit, rötlichem Sandstein der Permzeit sowie Sand- und Feuerstein der Kreidezeit rund um Baraque Michel finden sich Heideflächen, Hochmoore, aber auch Fichtenwälder, die dort wie in anderen Teilen der Ardennen zum Zwecke rentabler Forstwirtschaft anstelle der ursprünglich nur vorhandenen Buchen-Eichen-Bestände gepflanzt wurden. Es gab außerdem ausgedehnte Erlen-Eichen-Wälder, ehe sie durch Abholzung zum Zweck der Holzkohle- und Nutzholzgewinnung fast völlig verschwanden. Im Zuge der weiteren Urbarmachung und im Rahmen extensiver Landwirtschaft wurde die Brandrodung auf den entstandenen Trockenheiden praktiziert.

Die vom Hohen Venn abfließenden Bäche schneiden in das plateauartige Gelände steile Täler, die zum Teil zu Talsperren, östlich von Eupen, ausgebaut wurden. Die vorhandenen Torfmoore stach man bis 1957 ab, um so Brennstoff zu gewinnen. Auf den abgetorften Flächen wurden Fichten angepflanzt, die den Nachschub von Nutzholz sichern sollten. Seit 1957 jedoch sind Hoch- oder Torfmoore sowie Gras- und Trockenheiden als Naturpark geschützt. Typisch für das Venn ist der Birken-Buchen-Wald mit seinen Torfbirken auf sauren, torfhaltigen Böden.

Belgien - Wallonien - Naturpark Hohes Venn
Naturpark Hohes Venn © OPT JL Flémal

Besonders schützenswert ist das Hochmoor. Fast zwei Drittel aller dort vorkommenden Pflanzen sind bereits stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. Solche Moore entstehen durch die auf wassergesättigten Böden gedeihenden Torfmoose wie das Warzige Bleichmoos. Durch den dichten Teppich der Moose wird die Sauerstoffzufuhr eingeschränkt, sodass absterbende Pflanzen nicht zersetzt werden können. Heute, nach dem Ende des Torfstichs, sind die Torfmoore wieder bis zu sieben Meter mächtig.

In der Vennlandschaft wachsen neben Torfmoosen Wollgräser, Moos-, Rausch-, Krähen- und Preiselbeeren, aber auch Rosmarinheide und Siebenstern. Seggen, Schachtelhalme und verschiedene Arten von Knabenkraut sind im Hohen Venn mit seinen Feuchtgebieten, Mooren und Heiden ebenso heimisch wie Sumpflabkraut und Borstgras. Neben Narzissen gehören Flockenblumen, Wicken, Pfeifengras, Arnika und Erika zur Flora des Hohen Venn. Behaarter und Englischer Ginster mit gelben Schmetterlingsblüten sind grelle Farbtupfer in der Vennlandschaft.

Buntspechte, Fliegenschnäpper, Kernbeißer, Bergfink und Waldkauz haben ihre Reviere in den Wäldern. Kraniche und Kiebitze bevorzugen die feuchteren Gebiete des Venns. Streng gehütet wird der Bestand an Birkhuhnpaaren, zu deren Balz- und Nistrevieren kein Zugang besteht. Bäche, Teiche und Tümpel sind idealer Lebensraum für Teichralle, Wasseramsel und Graureiher. Feldlerchen mit ihrem nicht zu übersehenden Rüttelflug über der Trockenheide gehören ebenso zum Bild des Naturparks wie der "Fallschirmgleitflug“ des Baumpiepers.

Südlich von Baraque Michel und der 1830 gestifteten Fischbachkapelle erstreckt sich das Poleur-Venn mit einem Naturlehrpfad. Markierungen und Informationstafeln verweisen auf die landschaftlichen Veränderungen durch den Torfstich und die Herausbildung von Trockenheide. Auffällig ist das Signal von Botrange, nicht nur ein touristischer Beobachtungsturm, sondern auch trigonometrischer Punkt für die Geländevermessung. In seiner Umgebung findet man weitere trigonometrische Punkte wie die Tranchot-Pyramide von 1807 und den Baltiahügel. Diese Landmarken dienen dazu, durch Dreiecksmessung die Längen- und Breitengrade eines Punktes zu bestimmen.

Abertausende von Besuchern hinterlassen jedes Jahr Spuren im Venn, die nun langsam vernarben. Doch unterdessen hat die wallonische Regionalregierung durch ein strengeres Zonierungskonzept das Hohe Venn weitgehend geschützt. Nur in Begleitung eines offiziellen Wanderführers ist das Betreten der Gebiete wie Misten, Clefay, Wallonische Venn, Grand Fagne, Allgemeine Venn und das Steinley-Venn erlaubt. Die als C-Zone bezeichneten Teile des Hohen Venns dürfen während der Fortpflanzungs- und Nistperioden der ortsansässigenVögel gar nicht betreten werden. Ausgenommen von Zugangsbeschränkungen ist u. a. das Poleur-Venn bei Baraque Michel und Mont-Rigi. Rote Fahnen entlang der Straße signalisieren Brandgefahr und die Sperrung des Naturparks.

Weitere Informationen

Ostbelgien: Verkehrsamt der Ostkantone in St. Vith
Mühlenstraße 12
4780 St. Vith
Tel. 0032 (0)80 227664
info@eastbelgium.com
http://www.eastbelgium.com

Naturpark Hohes Venn-Eifel / Parc naturel Hautes Fagnes – Eifel
Naturparkzentrum Botrange / Centre Nature Botrange
4950 Robertville
Tel. 0032 (0)80 440300
info@centrenaturebotrange.be
http://www.hautes-fagnes-eifel.be/de/acc_de.htm
http://www.naturpark-hohesvenn-eifel.de



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