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Antoine Mortier

Die künstlerische Laufbahn von Antoine Mortier, der 1999 in Brüssel verstarb, verlief unter verschiedenen Gesichtspunkten recht ungewöhnlich. Der Sohn eines Brüsseler Schneider erkannte schon recht früh sein Vorliebe für die plastische Kunst. So war es kein Wunder, dass er in einem Atelier in St-Lambrechts-Woluwe eine Ausbildung als Kunsthandwerker begann und nebenbei an der Brüsseler Kunstakademie Unterricht im Zeichnen nahm. Da er aber von Kunsthandwerk allein nicht leben konnte, musste er in den ersten Jahren auch Arbeit als gewöhnlicher Mechaniker annehmen.

Nachdem er die Akademie von St.-Joost-ten-Node absolviert hatte, dachte er ernsthafter über eine Karriere als Künstler nach und besuchte mit 28 Jahren erstmals in seinem Leben eine Ausstellung. Der Erste Weltkrieg durchkreuzte seine Pläne jedoch, und im ersten Jahr dieses mörderischen Krieges kehrte er krank nach Hause zurück. Glücklichen Umständen war es dann zu verdanken, dass er Aufnahme im Atelier von Edgard Tytgat fand. Nun begann er sich intensiver mit Malerei zu beschäftigen, die von dunklen Linien und transparenten Farben dominiert war. Schließlich kulminierte die Arbeit des Künstlers in der Essenz des »nackten Zeichen«. Robert Delevoy, der von den Arbeiten recht angetan warm, öffnete ihm seine Galerie »Apollo« für erste Werkschauen, die das Interesse des Mäzens Gustave Van Geluwe weckten. Doch richtige Erfolge wollte sich nicht einstellen, auch nicht durch die Aufnahme in die Künstlergruppe »Jeune Peinture Belge«, da der Einzelgänger Motier nicht so recht in das Gefüge einer solchen Gruppe paßte. Zudem hatte er schon längere Zeit sein Glück als Chorsänger bei der Muntschowburg (La Monnaie) versucht, so dass er sich auch nicht intensiv genug in das Gruppenleben einbringen konnte.

All dies hinderte Mortier nicht daran, einen eigenen Stil zu entwickeln, der in mancher Hinsicht als abstrakt einzuordnen ist. Großflächige Werke, mit Japantusche ausgeführt, wurden seine Vorlieben. In seiner Linienführung spiegeln sich die Obsessionen, Ängste und Passionen wider. Mortiers Art der Malerei wird als eine Verbindung zwischen Expressionismus und Action painting angesehen: Das Kraftvolle und die Dramatik der Werke Permekes, die ihn beeinflusst hatten,  verband er gekonnt mit der Dynamik der Linie und der Großformatigkeit.

1949 fand dann auch endlich eine erste große Einzelausstellung seiner Arbeiten im Brüsseler Palais des Beaux-Arts statt, als dessen Folge Jahre später das Carnegie Institute in Pittsburg und das Guggenheim-Museum Arbeiten ankauften. Ein weiterer Höhepunkt in seiner (gebrochenen) Karriere - eine Übersiedlung nach Paris scheiterte aus finanziellen Gründen - war die Teilnahme an den Biennalen in Venedig und Sao Paulo. 1969 durfte er erneut Gast des Palais des Beaux-Arts sein, und 1983 erhielt er dann den Auftrag, mit großen metallenen, angerosteten Zeichen die Metro-Station »Yser« zu gestalten. Es folgten schließlich noch Ausstellungen in den Königlichen Museen für Schöne Künste in Brüssel und im Museum für Gegenwartskunst in Gent.



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