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Mausoleum des Augustus

Er war erst fünfunddreißig Jahre alt, als er für sich und die Angehörigen der von ihm begründeten julisch-claudischen Dynastie das riesige Grabmal errichten ließ. Als 18jähriger war er von Gaius Julius Caesar adoptiert und zum Erben eingesetzt worden. Seitdem nannte er sich Gaius Julius Caesar Octavianus. Der römische Senat verlieh ihm später für seine Verdienste um die Wahrung der republikanischen Tradition Roms den Ehrennamen Augustus (der Erhabene). Den Auftrag zum Bau gab er im Jahr 29 v. Chr. nach seiner Rückkehr aus Ägypten, wo er den Rivalen Antonius besiegt und dem Grab Alexanders des Großen einen Besuch abgestattet hatte. Der kreisrunde Grabhügel des Makedonenherrschers in Alexandria und der monumentale Grabbau (eines der sieben Weltwunder) des Königs Maussolos in Halikarnassos, dem heutigen Bodrum, dienten als Vorbilder für den augusteischen Grabbau auf dem antiken römischen Marsfeld. Maussolos ist der Namensgeber für den Begriff Mausoleum.

Mausoleum des Augustus

Eine hohe quadratische Einfassung umschloss ursprünglich das Mausoleum. Sie ist nicht mehr erkennbar, da das heutige Oberflächenniveau etliche Meter über dem der Antike liegt. Das Tor in der Umfassungsmauer flankierten zwei Obelisken. Der eine war die römische Nachbildung eines in Alexandria beheimateten Schmuckpfeilers, der 1786 vor dem Quirinalspalast seinen neuen Standort erhielt. Den anderen, ebenfalls eine Nachbildung aus der Zeit des Augustus, ließ Papst Sixtus V. 1587 auf der Piazza dell`Esquilino an der Rückseite der Basilika Santa Maria Maggiore aufrichten. Nahe dem Tor waren an der Mauer Bronzetafeln angebracht, die Originale jenes berühmten Tatenberichts Res Gestae Divi Augusti (Die Taten des vergöttlichten Augustus), den Augustus selbst am Ende seines Lebens verfasst hatte und darin in „höchst unbescheidener Lobrede“ seine Regentschaft hochleben ließ.

Kaiser Augustus

Kaiser Augustus

Von Augustus` Mausoleum ist nicht sehr viel erhalten, diente es doch im Mittelalter und in der Neuzeit allen möglichen Zwecken. In erster Linie war es ein bequemer Marmor- und Travertinsteinbruch. Zu ihrer Stadtfestung machte ihn die zum stadtrömischen Hochadel zählende Colonna-Familie bis Papst Gregor IX. die Colonnas 1241 wieder vertrieb. Andere pflanzten hier Wein an oder nutzten ihn (wie das aus Florenz stammende Haus Soderini) als Garten. Unter dem Borja-Clan spanischer Herkunft (ital. Borgia) verwandelte sich das Mausoleum in eine Arena für Stierkämpfe. „Nicht sehr erbaut“ war Goethe über das „Schauspiel der Ochsenhetze“. Tribünen aus Holz waren hineingebaut worden, die später auch Theater- und Zirkusbesuchern zugute kamen und 1907 verwandelte sich die antike Ruine in einen Konzertsaal mit einem Fassungsvermögen von 3.500 Sitzen. Auch Italiens Führer Mussolini, der sich selbst als neuen Augustus sah, hatte ausgefallene Pläne: Er stellte sich vor, mit der künstlerischen Neugestaltung von Ara Pacis und Mausoleum den Grundstein für das Wiedererstehen einer großartigen Vergangenheit legen zu können. Frühere Ausgrabungen auf dem Gelände wurden 1926 wieder aufgenommen und im Oktober 1938 abgeschlossen.

Den Unterbau des Mausoleums bildete ein kreisrunder Mauersockel von 12 m Höhe und 87 m Durchmesser. Darüber erhob sich ein baumbestandener Erdhügel, der einen zweiten kreisrunden Tambour mit geringerem Durchmesser trug. Kolonnaden umgaben ihn und eine überlebensgroße Bronzestatue des Augustus krönte ihn in rund 40 m Höhe.

Mausoleum des Augustus

Die kreisrunde Grabkammer lag im Zentrum des Unterbaus. Von der Südseite führte ein gewölbter Gang auf einen gewaltigen Pfeiler inmitten des Zentrums zu. Er umschloss einen quadratischen kleinen Raum, in dem die sterblichen Überreste des Augustus verwahrt wurden. Die Aschenurnen der anderen Mitglieder des julisch-claudischen Herrscherhauses wurden in drei seitlichen Nischen der Grabkammer deponiert. Als erste fand die Asche des Marcellus, Neffe und Schwiegersohn des Augustus und sein Wunschkandidat für die Nachfolge, seinen Platz im neuen Mausoleum. Als nächstes wurde die Asche des fähigen Generals und Schwiegersohns des Herrschers, Agrippa, beigesetzt. Ihm folgten die Urnen von Agrippas jung verstorbenen Söhnen Lucius und Gaius, dann die der Octavia, der Schwester des Augustus, schließlich 14 n. Chr. die Urne des Herrschers, der sechsundsiebzig Jahre alt war, als ihn der Tod ereilte, beweint von seiner Frau Livia, die ihm fünfzehn Jahre später im hohen Alter von sechsundachtzig Jahren nachfolgte. Die Asche von Kaiser Tiberius und die seines vergifteten Sohnes Drusus kamen hinzu und danach wurden noch die Kaiser Caligula und Claudius und dessen Sohn Britannicus (alle drei waren umgebracht worden) im Mausoleum beigesetzt. Dem zum Staatsfeind erklärten Kaiser Nero wurde diese Ehre nicht zuteil, aber seiner Frau Poppaea Sabina, die einbalsamiert im Mausoleum beigesetzt wurde. Der letzte, der Aufnahme fand, war Kaiser Nerva im Januar des Jahres 98 n. Chr. Es gab keinen Platz mehr in der Grabkammer.

(Piazza Augusto Imperatore)



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