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Rock of Cashel

60 Meter hoch über der Ebene auf einem Kalksteinfelsen erhebt sich eine der kirchen- und kunsthistorisch bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten Irlands. Bereits im 4. Jh. wurde der Felsen von den Königen von Munster befestigt, die von dort aus 700 Jahre lang herrschten. Der hl. Patrick taufte hier König Aengus. Eine Anekdote berichtet, dass der hl. Patrick bei der Zeremonie versehentlich seinen Bischofsstab in den Fuß des Königs gebohrt habe, was dieser mit Gelassenheit ertragen habe in der Annahme, dies sei normaler Bestandteil des Rituals. Im Jahre 977 fand hier die Krönung des berühmten Königs Brian Boru statt. Im 11. Jh. wurde der Besitz der Kirche vermacht, bald darauf mit dem Bau der Cormac-Kapelle begonnen. Mehrmals erlitt die Kathedrale aus dem 13. Jh. in den folgenden Jahrhunderten Beschädigungen und musste erneuert werden. Zu den bekanntesten Kirchenfürsten Cashels zählt Myler MacGrath, der zum protestantischen Glauben konvertierte und, da er vom Papst nie amtsenthoben wurde, auch das Amt als katholischer Bischof fortführte. Als er 1622 im Alter von 100 Jahren starb, verwaltete er über 70 Ämter und Posten, sein Grab ist in der Kathedrale zu finden.

Gleich rechts vom Eingang ein Raum, in dem einst Vikare lebten. Unter den Ausstellungsstücken eine Nachbildung des St. Patrick's Cross, das allerdings schon stark zerstört ist. Auffallend dabei die senkrechten Stützen und das Fehlen eines Kreuzrings.

Die kleine Cormac's Chapel ist ohne Zweifel das romanische Kleinod der Insel. In einer Bauzeit von nur 7 Jahren 1134 fertiggestellt, gingen in seine Gestaltung vermutlich irische, englische und deutsche Stil-Merkmale ein. Blendarkaden lockern die Flächen auf, das Tympanon (Giebelfeld) des ehemaligen Nordportals zeigt einen Kentaur mit normannischem Helm bei der Löwenjagd, das Gegenstück über dem Südportal ist mit einem dreischwänzigen Fabelwesen geschmückt. Die Steinmetzarbeiten im Inneren zeigen einen großen Reichtum an Gestalten und geometrischen Motiven. Noch heute sind Dach (innen als Tonnengewölbe, das von einem Satteldach überwölbt wird) und die beiden rechteckigen Türme erhalten.

Dagegen ist das Dach der Kathedrale zerstört, was der Ausstrahlung des Gotteshauses jedoch keinen Abbruch tut. Das Hauptschiff des gotischen Gotteshauses ist gegenüber Chor und Seitenschiffen stark verkürzt, wahrscheinlich sollte es einmal länger werden. Die Kirchenschiffe bergen mehrere Grabstätten. Enge Wendeltreppen führen hinauf zu kleinen Türmen und Wehrgängen. Der große Rundturm erreicht eine Höhe von 28 m, sein Eingang liegt knapp vier Meter über der Erde.



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