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Syrien: auf biblischen und römischen Spuren von Damaskus nach Palmyra

Text und Fotos: Rainer Heubeck

Syrien Palmyra Kamel

Die älteste durchgehend bewohnte Hauptstadt der Welt soll Damaskus sein, versichert Ahmed Khaddour. Ob es stimmt? Zumindest gilt als sicher, dass die Oasenstadt am Fuße des Antilibanon-Gebirges, die durch den Barada-Fluss mit Wasser versorgt wird, rund 10.000 Jahre menschliche Siedlungsgeschichte vorweisen kann. Andere Behauptungen der Damaszener freilich sind schwieriger nachzuprüfen – etwa, dass der Prophet Abraham in der Stadt geboren sei und dass Kain seinen Bruder Abel auf dem Hausberg der Stadt, dem Qassyunberg, erschlagen haben soll.

Angesichts der Vorgänge in Syrien hat das Auswärtige Amt eine dringende Reisewarnung ausgesprochen. Bundesbürger, die das Land noch nicht verlassen haben, werden aufgefordert, unverzüglich auszureisen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Deutsche Botschaft in Damaskus für den Besucherverkehr geschlossen ist und im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort geleistet werden kann. In Rechts- und Konsularfragen wird die Botschaft Damaskus von der deutschen Vertretung in Beirut (Libanon) unterstützt. Telefon: (00961 4) 93 50 00 Fax: (00961 4) 93 50 01 E-Mail: info@beirut.diplo.de

Der vermeintliche Schauplatz des ersten Mordes der Menschheitsgeschichte wird Magharat ad-Dam, die Bluthöhle, genannt und ist nur per Pedes zu erreichen. Blutig war - nimmt man die Bibel als Quelle - auch das Ende von Johannes dem Täufer. Das 12-jährige Mädchen Salome, das aufgrund eines wunderschön dargebotenen Schleiertanzes einen Wunsch frei hatte, soll das Haupt des Täufers, der auch Jesus im Jordan getauft haben soll, auf einem Silbertablett gefordert haben. Die Überreste der Kopfknochen befinden sich angeblich in einem Schrein in der Damaszener Omayyaden-Moschee – und werden von Christen wie von Muslimen gleichermaßen verehrt.

Syrien Damaskus Moschee
Prachtvoll: die Omayyaden-Moschee

Die Omayyaden-Moschee bündelt wie ein Brennglas die Geschichte der Stadt und der Region. In der aramäischen Zeit befand sich an der Stelle der heutigen Moschee ein Tempel in dem Hadas verehrt wurde, der Sturm- und Regengott der Aramäer. Die Römer huldigten später am gleichen Ort ihrem Gott Jupiter - und in der byzantinischen Ära erbaute man hier eine Kirche zu Ehren Johannes des Täufers. Dann wurde Damaskus muslimisch – und Kalif al-Walid bin Abd al-Malik errichtete an der gleichen Stelle schließlich eine Moschee.

Syrien Damaskus Kloster
Biblische Motive im Kloster Sednaya

„Er wollte die prachtvollste Moschee der gesamten islamischen Welt bauen, deshalb waren über 50.000 Arbeiter hier im Einsatz“, berichtet Ahmed Khaddour, ein Syrer, der früher als Ingenieur gearbeitet, aber mittlerweile zum Fremdenführer umgeschult hat. Die Minarette der Omayyaden-Moschee gelten als die ersten des Islams überhaupt. „Der Ostturm der Moschee trägt den Namen Jesus-Minarett, weil man denkt, dass Jesus hier landen wird, wenn er am Ende der Zeiten vom Himmel zurückkehren wird“, erläutert Ahmed.

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