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Feigensaft auf dem Markt

Neben dem Haupt von Johannes dem Täufer, dem im Jahr 2001 auch der damalige Papst Johannes Paul der II. seine Reverenz erweis, befindet sich in der Moschee noch eine weitere Reliquie, allerdings keine mit christlichen, sondern eine mit islamischen Hintergrund. Viele Schiiten glauben, dass sich in der Moschee, die auch Freitagsmoschee oder Große Moschee genannt wird, das Haupt des dritten Imams der Schiiten, des Imams Hussein, befindet, eines schiitischen Märtyrers, der von den Ommayaden getötet worden sein soll.

Syrien Damaskus Vorleser
Geschichten aus 1001 Nacht

Ein Besuch in der Omayyaden-Moschee ist nicht nur historisch, sondern auch sinnlich beeindruckend: Der gewaltige, von Arkadengängen umgebene Vorhof, der mit weißem Marmor belegt ist und in dessen Mitte ein Reinigungsbrunnen steht, der für die Waschungen vor dem Gebet benutzt wird, aber auch der mit Teppichen ausgelegte dunkle Gebetssaal strahlen Ruhe und Andacht aus – auch wenn das Gebäude zum Großteil nicht mehr im Originalzustand ist, sondern rekonstruiert. Denn die Moschee wurde sowohl unter der türkischen Herrschaft als auch während der französischen Kolonialzeit schwer beschädigt.

Syrien Damaskus Basar
Gewürze im Überfluss: der Basar

Nach so viel Geschichte - konzentriert an einem einzigen Ort - wird es Zeit für ein bisschen Entspannung. Der Suq al-Hamidiya, eine überdachte Basarstraße, bietet einen Einblick in das Damaskus der Vergangenheit und der Gegenwart – hier wird moderne Damenmode verkauft, die fast vergessen lässt, dass Syrien ein islamisch geprägtes Land ist. Ein Stück weiter steht ein Wasserverkäufer in traditioneller Kleidung. Er bietet allerdings kein Wasser, sondern Feigensaft feil – und weil er beim Ausschenken alle Hände voll hat, bewahrt er das eingenommene Geld kurzerhand in seiner Mütze auf. Im Basar finden sich Stoff- und Bekleidungshändler, auch Kunsthandwerk und Lebensmittel werden angeboten. Faszinierend ist die Auswahl an Gewürzen und Nüssen. Überaufdringliche Verkäufer, die in anderen arabischen Ländern häufig zur Last fallen, trifft der Besucher hier kaum.

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