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Das neue Albertinum – Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart Hrsg. von der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Deutscher Kunstverlag 2010, 240 Seiten mit 284 farbigen Abbildungen, 24,5 x 28 cm, Flexicover, ISBN: 978-3-422-06994-7
Es hat Jahre gedauert, bis in Dresden das neue Albertinum seine ersten Besucher begrüßen konnte. Nun gibt es also wieder ein Haus der Gegenwartskunst. Grund für die lange Schließung war die Flut von 2002, die auch die Depots in den Kellergewölben in Mitleidenschaft zog. Im Zuge des des Umbaus des Albertinums bekam das Haus einen weiträumigen Lichthof, über den sich eine kühne coveralbertinumBrückenkonstruktion spannt, in der, so Moritz Woelk, einer der Autoren der vorliegenden Veröffentlichung, Kunst archiviert und restauriert wird. In den Ausstellungsräumen ist seit der Wiedereröffnung die Romantik vertreten durch Malerei von Friedrich, Blechen und Schnorr von Carolsfeld nun ebenso vertreten wie die Bildhauerei von Rauch, Schadow und Thorvaldsen. Woelk betont in seinem Beitrag "Das neue Albertinum", dass in der Sammlungspräsentation Künstler, die einen besonderen Bezug zur Kunststadt Dresden haben, ob nun Friedrich oder Richter, eine herausragende Rolle einnehmen. Neben Kunst aus der DDR ist auch Kunst aus dem Westen vertreten. Fritz Cremers und Wieland Försters Arbeiten stoßen auf solche von Moore, Wotruba sowie Caro und Kirkeby. Zu sehen sind alle Arbeiten, in den Ausstellungssälen wie in den beiden Schaudepots "Antike bis Barock" und "Barock bis Gegenwart" nach künstlerischer Zusammengehörigkeit und nach Chronologie – und das ist gut so. Den umfänglichsten Teil in der vorgelegten Monographie zum Albertinum nimmt die Vorstellung der Einzelwerke von Künstlern der Romantik bis zur Gegenwart ein. Die jeweiligen Werksbeschreibungen sind kurz und knapp gehalten und begleiten die jeweilige Abbildung des Kunstwerks, ob nun Ai Wei Weis "Marble Door" , Horst Antes "Figur mit Doppelstigma" oder Hans Arps organische Marmorform "Ram I". Ernst Barlach ist mit einer seiner russischen Bettlerinnen vertreten, während Baselitz uns unter anderem seine "Dresdner Frauen – die Elbe" vorstellt. Ganz in der Tradition der Porträtmalerei schuf Beckmann als eines seiner Frühwerke das Bildnis der Malerin Augusta Gräfin von Hagen. Aus aufgefalteter Bronze schuf Emil Cimiotti seine "Große Düne". Doch neben der Bildhauerei besticht die Sammlung durch das Konvolut an Gemälden, ob Corinths "Walchensee" Dahls "Mühle im Liebethaler Grund", Degas' "Zwei Tänzerinnen" oder James Ensors "Stillleben mit Rotkohl". Aktuelle Kunst, Kunst der Neuen Sachlichkeit, der "Brücke-Maler", des Symbolismus und der Romantik sind unter einem Dach vereint. Wer also Caspar David Friedrichs "Schiffe im Hafen am Abend" sehen möchte und dazu auch mehr erfahren will, kommt beim Lesen des "Ausstellungskatalogs" ebenso auf seine Kosten wie derjenige, der sich für Paul Gaugin, Hubertus Glebe oder Ernst Wilhelm Nay interessiert. © fdp