Hannover

Aussteigen lohnt sich (3/3)

 

Wen es jetzt ins Grüne zieht, hat die Qual der Wahl: Landschaftspark oder Barockgarten. Mit den Straßenbahnlinien 4 und 5, zum Beispiel von der Haltestelle Aegidientorplatz aus, erreicht man die Herrenhäuser Gärten, Hannovers größte Attraktion.

Hannover - Leipniz Universität

Das Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover ist Teil des ursprünglich für König Georg V. von Hannover erbauten Welfenschlosses

Am Weg liegt das letzte Welfenschloss, das ursprünglich für König Georg V. von Hannover erbaut wurde. Mit der Annexion des Königreichs durch Preußen im Jahre 1866 kamen die Bauarbeiten zum Erliegen. Das Schloss wurde funktionslos. Heute befindet sich in der neugotischen Vierflügelanlage das Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Hinter dem Bibliothekspavillon des Berggartens liegt ein botanischer Schaugarten mit rund 12.000 Pflanzenarten

2025 feierten die Herrenhäuser Gärten ihr 350-jähriges Jubiläum, wozu man diese in den letzten Jahren weiter historisch erneuerte und herausgeputzte. Neben dem Berggarten, einem Botanischen Garten, und dem Georgengarten, einem Landschaftspark, gilt der 50 Hektar umfassende Große Garten als dessen Herzstück. Der Barockgarten ist eine Aneinanderreihung verschiedenster Gartenräume und -elemente, man könnte ohne Übertreibung sagen von Gartenträumen. Vom Apfel- zum Feigengarten, vom Blumenparterre zum Irrgarten, vom Heckentheater zu Wasserspielen, von Grotten zu Kaskaden und so weiter.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Die Orangerie im Großen Garten wird heute vornehmlich für Konzerte und Vorträge genutzt

Um die 1.000 Kübelpflanzen, 10 Meter hohen Palmen, 15 Kilometer Buchsbaum-Einfassungen, 650 in Form geschnittenen Linden, 20 Kilometer Hainbuchen-Hecken, 32 Sandsteinfiguren und 60.000 Saisonblumen in den Schmuckbeeten erfassen und genießen zu können, sollte man sich Zeit nehmen. An ihrer Entwicklung hatten Kurfürstin Sophie und Leibniz maßgeblichen Anteil. Für Sophie war der Gelehrte ein geschätzter Gesprächspartner, mit dem sie durch den Garten spazierte und seinen philosophischen Gedanken folgte.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Schloss Herrenhausen, die frühere Sommerresidenz der Welfen im Garten ist ein historischer Neubau

„Der Garten ist mein Leben“, gestand Kurfürstin Sophie. Hierhin zog sie sich am liebsten auf ihr Sommerschloss zurück. Das Schloss Herrenhausen von heute ist ein historischer Nachbau, der als Historisches Museum und Tagungszentrum dient. Seit der Zeit von Kurfürstin Sophie kaum verändert worden ist dagegen das Galerie-Gebäude mit seinem glanzvollen Festsaal.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Das seit der Zeit von Kurfürstin Sophie kaum veränderte Galeriegebäude im Großen Garten kann man heute mieten

Wunschgemäß möchte man sagen, beendete Sophie ihr reiches Leben inmitten der von ihr geschaffenen Pflanzenwelt. Als 83-Jährige erlitt die Kurfürstin auf ihrem Spaziergang am 8. Juni 1714 während eines Platzregens einen Schlaganfall. An der Stelle, wo sie zu Boden sank, steht heute ihr aufwendiges Denkmal.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Am Sterbeort der Kurfürstin Sophie in ihrem geliebten Großen Garten steht bis heute ein aufwendiges Denkmal

Das Prestige-Objekt eines Barockgartens schlechthin ist die Große Fontäne. Dafür hatte Leibniz den Wasserdruck dreier Flüsse in der Nähe von Herrenhausen so berechnet und durch ein überdimensionales Metallgestell gepresst, dass ein Wasserdruck entstand, der eine Fontäne von 30 Meter Höhe generierte. Heute kann das Wasser 70 bis 80 Meter in die Höhe schießen.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Höhepunkt der Wasserspiele im Großen Garten ist die Große Fontäne

Ein Kleinod ist die im 18. Jahrhundert erbaute Grotte. Ihre Verzierungen waren im Laufe der Zeit verloren gegangen bis die Künstlerin Niki de Saint Phalle sie im Jahr 2002 mit Kiesel-, Glas- und Spiegelstücken wieder ausschmückte und in ein modernes Kunstwerk voller Farbe, Licht und Sinnlichkeit verwandelte.

Hannover - Herrenhäuser Gärten

Tag und Nacht, Leben und Kosmos spiegelt die von Niki de Saint Phalle gestaltete Grotte im Großen Garten

Für Kunstfreunde, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, ist Hannovers hochkarätige Museumslandschaft eine unerschöpfliche Fundgrube. Das Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz 1,besitzt mit über 400 Werken die größte Sammlung zu Niki de Saint Phalle (1930-2002). Die Künstlerin ist Ehrenbürgerin der Stadt und hat sich hier mit ihren Nanas schon seit 1974 am Leibnizufer ein Denkmal gesetzt.

Daneben birgt das Sprengel Museum eine der qualitätsvollsten Sammlungen zur Klassischen Moderne und eine umfangreiche Dokumentation zu Leben und Werk des hannoverschen Künstlers Kurt Schwitters (1887-1948). Unter dem Kennwort Merz hatte er in seiner Wohnung ein dadaistisches „Gesamtweltbild“ entwickelt. Es wurde im Krieg zerstört. Das Sprengel Museum zeigt seine Rekonstruktion.

Hannover - Sprengel Museum

Rekonstruktion des im Krieg zerstörten dadaistischen Merzbaus von Kurt-Schwitters

Das Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5, ist das größte staatliche Museum Niedersachsens. Bis 2025 wurde es in den Themenbereichen Natur, Menschheitsgeschichte und Kunst zum Weltenmuseum ausgebaut, das die Entwicklung auf den jeweiligen Gebieten bis zu ihren Anfängen nicht nur in Niedersachsen, sondern „weltweit“ verfolgt.

Hannover - Landesmuseum

Landesmuseum

Ergänzend gibt das Kestner Museum, Platz der Menschenrechte 3, anhand von teils hochkarätigen Stücken Einblick in 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike und Ägyptische Kulturen, Angewandte Kunst und Design-Sammlung. Herzstück sind die rund 4000 Stücke aus dem Alten Ägypten, darunter eine etwa 2300 Jahre alte ägyptische Mumie, die mit modernster Technologie, wie einem CT-Scanner, genauestens untersucht und virtuell ausgewickelt wurde.

 

Informationen

Hoteltipp: Zentral in Bahnhofsnähe liegt das Cityhotel am Thielenplatz mit Designer-Zimmern im sogenannten One-Space-Layout. www.smartcity-designhotel-hannover.de

Tourist Information: Ernst-August-Platz 8, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. www.visit-hannover.com

 

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