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Haus Stoclet

Der Bekanntschaft zwischen dem Wiener Architekten Josef Hoffmann (1870-1956) und dem belgischen Bankierssohn und Ingenieur Adolphe Stoclet ist das Gesamtkunstwerk des Hauses Stoclet an der vom Jubelpark aus nach Osten in Richtung Tervuren führenden Tervurenlaan zu verdanken. Der streng geometrische und stufige Aufbau brachte schon beim Baubeginn im Jahr 1905 deutlich zum Ausdruck, dass die Zeit der verspielten Art nouveau vorbei war. Nur die Verwendung teurer Materialien bildet ein Bindeglied zur belgischen Art nouveau.

palais-stoclet-gesamtansicht
Wiener Schule in Brüssel: Haus Stoclet (c) OPT / Ricardo de la Riva

Stoclet, der zeitweilig die Arbeiten an der Bahnstrecke Wien-Aspen beaufsichtigte, war ein Kunstkenner und Sammler, der sich vornehmlich mit außereuropäischen Kulturen befasste. Zudem war er insbesondere von der Wiener Werkstätte (1903-1932) fasziniert, deren Design maßgeblich von Josef Hoffmann bestimmt wurde. Ihm also vertraute Stoclet den Bau seines repräsentativen Wohnhauses in Brüssel an. Dass der Entwurf des Wohnhauses mit dem dominanten stalagmitartigen Turm durch die Arbeiten Charles Rennie Machintoshs und die School of Glasgow beeinflusst wurde, ist nicht infrage zu stellen.

Hoffmann, Koloman Moser und die Mitarbeiter der Wiener Werkstätte waren nicht nur für die Architektur des blockhaft wirkenden, 60 Meter breiten Baus zuständig, sondern auch für die Ausstattung des Hauses: Bronzene Profilleisten fassen die inzwischen ergrauten Platten aus weißem Marmor ein. Auf dem obersten Absatz des stufigen Turms stehen vier muskulöse Männerfiguren, die an den Hafenarbeiter von Constantin Meunier erinnern. Das Fensterband im Treppenhaus betont ganz auffällige die Vertikale. Die Breite der Fassade wird durch den vorspringenden Eingang und die bauchige Ausstülpung neben dem Eingang aufgelockert. Über dem Eingang erkennen wir die Statue der Pallas Athene, die mit Helm, Schild und Speer ausgestattet ist. Sie ist die Göttin der Künste und des Kunsthandwerks. Zu verdanken ist die Skulptur dem österreichischen Bildhauer Michael Powolny, der wie Moser und Hoffmann Mitarbeiter der Wiener Werkstätte war. Die drei skulptierten Köpfe und das Flachrelief des Turms sind hingegen Arbeiten von Franz Metzner. Der Blumenkranz auf dem Turm verweist auf die Kuppel des Wiener Sezessionsgebäudes.

Der Wert des Gesamtkunstwerks Haus Stoclet wurde vor einigen Jahren mit 100 Mio. Euro beziffert. Die vier noch lebenden Töchter des einstigen Bauherrn wehrten sich seit einiger Zeit mit Vehemenz gegen den seit 1976 bestehenden Denkmalschutz des Anwesens. Seit 2006 ist außerdem die Ausstattung des Hauses unter Schutz gestellt worden, was auch nicht die Zustimmung der Erben erhielt. Gescheitert sind bisher außerdem die Pläne, das Haus dem benachbarten Jubelparkmuseum zu unterstellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So bleibt das Haus Stoclet ein „imaginäres Museum ohne Besucher“. Mittlerweile wurde das Palais Stoclet ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Huis Stoclet
Tervurenlaan 281
1150 Brussel (Sint-Pieters-Woluwe)
Nur von außen zu besichtigen!

 



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