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Der Schäferlauf ist wohl behütet

Alle zwei Jahre feiert Wildberg ein originales Fest

Wer in Wildberg hinaufsteigt zu den Ruinen des Schlosses, blickt hinab ins Nagoldtal, zum früheren Kloster Reuthin und der daneben gelegenen Festwiese, die einer der Schauplätze des Ereignisses ist, das den Ruf der kleinen Stadt begründet hat: Der Schäferlauf.

Der ist kein den Touristen zuliebe geschaffenes fokloristisches Spektakel, sondern hat historische Ursprünge, die zurückreichen bis in 15.Jahrhundert. Dem Ort Markgröningen am Neckar war 1443 "die Lade" verliehen worden: Das bedeutete die Gründung einer Schäfer-Zunft, nachdem der Beruf vorher als "unehrlicher Stand" galt. Mit der Einrichtung der Zunft verbunden war die Einführung von Schäfergericht, Schäferlauf und Schäfertanz. Als Württembergs Herzog Eberhard Ludwig 1723 den Schäfern aus berufsständischen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten drei weitere "Nebenladen" erlaubte, wurde Wildberg im Nagoldtal als Ort eines Schäfertages ausersehen, zuständig für den Nord- und Mittelschwarzwald. 1828 wurde das Zunftwesen aufgehoben, von nun an übernahm die Stadt Wildberg den Schäfertag in ihre Regie.

Diese Tradition ist, abgesehen von der Unterbrechung 1939 bis 1950 u.a. durch den 2.Weltkrieg, lebendig geblieben in Wildberg. Alle zwei Jahre feiert Wildberg abwechselnd mit Urach auf der Schwäbischen Alb den Schäferlauf, bei dem im Wettlauf übers Stoppelfeld die schnellste Schäferin und der flinkste Schäfer ermittelt und anschliessend gekrönt werden. Aufs Laufen kam es bei den Schäfern an, wollten sie ihre Herde beisammen halten. Nun stürmen sie beim Fest barfuß auf die trichterartig geöffnete schmale Holzbarriere zu, die jeweils nur einer Person den Zugang erlaubt. Den Schäfertanz nach der Krönung absolviert dann die örtliche Trachtengruppe.

Wer allerdings mit den meisten der etwa 10 000 Besucherinnen und Besucher ausschließlich am Sonntag zum eigentlichen Schäferlauf samt Festzug kommt, versäumt einiges. Bereits am Freitagabend und wieder am Sonntagnachmittag wird das Laienspiel "Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler" gegeben. Samstagfrüh findet das Preishüten auf der Hochfläche beim Ort statt. Programm ist an allen Tagen im großen Festzelt und Montag beherrscht dann der Krämermarkt das Geschehen. Schließlich wird unter Klagen und Tränen (unter Ausschluß der Öffentlichkeit) der "Schäferlauf-Gottlieb" symbolisch verbrannt.

Und dann muß man eben wieder zwei Jahre warten, es sei denn man sucht zwischendrin die beiden anderen Schäferlauf-Orte außerhalb des Schwarzwaldes auf, Markgrönigen und Urach.

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