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Damals war das Wissen um die höchsten Wasserfälle Afrikas in Europa schon fast fünfzig Jahre alt, denn der englische Missionar und Entdecker Dr. David Livingstone hatte die über einhundert Meter hohen Felsabbrüche im Lauf des Zambesi Rivers 1855 entdeckt. "Mosi oa Tunya", Rauch mit Donner nennen die einheimischen Shoona das grandiose Naturschauspiel, bei dem in einer Minute 550 Millionen Liter Wasser über mehrere Felswände hinabstürzen. Livingstone vermochte diesen Namen nicht zu übernehmen, denn "solch großartige Wunder, wie diese Fälle eines darstellen, müssen als Meilensteine bei der Befestigung des großbritischen Imperiums gelten und darum ohne Zweifel den Namen unserer geliebten Königin tragen. Gott schütze unsere Königin Victoria!" Soweit Dr.David Livingstone in seinem Bericht an die Royal Geographical Society in London, doch die Crux mit diesem gepriesenen "Achten Weltwunder" mittendrin im schwarzen Kontinent war, daß man es lange Zeit nicht erreichen konnte oder wenn, nur von Südafrika aus auf dem beschwerlichen Landwege mit Ochsenwagen - doch das entsprach dem Stil der Vornehmen und Priviligierten Europas oder Amerikas so ganz und gar nicht.

1903 und endlich, mit der Fertigstellung des rhodesischen Eisenbahnteilstücks, konnte der Anspruch der unguldig wartenden Reiseklientel erfüllt werden: Alle zwei Monate verkehrte von jetzt an ein Luxuszug aus dem Süden Afrikas zu den Victoria Falls. Seine Ausstattung traf die Erwartungen der Rhodesienreisenden bis ins Detail - mit geräumigen und ganz privaten sleepingcarrieges, einem üppig gestalteten Speisewagen, einer Bibliothek und einem Wagon eigens für die Zusammenkunft zur teatime - so adäquat, daß die Kunde dieser verkehrstechnischen Erschließung der Vic Falls sich wie das sprichwörtliche Lauffeuer in den überseeischen High Society Kreisen verbreitete.

Damit setzte ein Run auf die neue Reisedestination in solchem Ausmaß ein, daß man an den Victoria Fällen selbst vor einem viel größeren Problem stand, als das, die Eisenbahn zu befestigen und weiter auszubauen. Es fehlte der Rhodesian Railway Company, die das gesamte Gelände gepachtet hatte, nämlich an Platz die Herrschaften unterzubringen. Zwar wurde das Zeltlager direkt gegenüber der Fälle, da, wo heute der Park des Hotels mit Flamboyants, Hibiskus und Tuliptrees verschwenderisch blüht, ständig um weitere Unterkünfte erweitert, doch konnte selbst das so direkte Erleben des grandiosen Naturschauspiels die als gänzlich unstandesgemäß empfundene Einfachheit der Campausstattung nicht verbrämen.



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