DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Das Tageslicht, das gebündelt durch hohe, schmale Sprossenfenster fällt, erhellt die langen Flure und die mit englischen Kaminzimmermöbeln eingerichteten Zimmer.

Der Dielenboden knarrt beim Darübergehen und er und die meterhohen Holzverkleidungen an den Wänden sind schon so oft mit Lineöl und Honig behandelt worden, daß der Duft wie Parfum sich im ganzen Hotel verbreitet hat. In den Bädern sind noch immer alte Badewannen auf geschwungenen Füßen raumbeherrschend und die Armaturen scheinen, ebenso wie alle Lampen und Spiegeldekorationen im Hotel aus der damaligen, der viktorianisch-edwardianischen Zeit herübergerettet zu sein. Üppige Arrangements von Gardinen und Vorhängen aus Spitzen und Chintz vervollständigen mit kühnen Rosenmustern das strengbritische Interieur, das auch mannshohe Kamine nicht ausgespart hat und auch nicht eine gemütliche Bibliothek mit Bücherregalen bis unter die fünf Meter hohe Decke. An schmalen hölzernen Leitern sind Rollen angebracht, die in Mannshöhe in einem Scharnier die Wände umlaufen, damit auch nur ja jeder an jedes Buch, an jedes gehortete National Geographic Magazine heranreichen kann. Unvorstellbar, daß diese Atmosphäre der gepflegten Entspannung durch Geschwätz etwa oder unangemessen laute Geräusche gestört würde! Allenfalls das Klirren eines silbernen Zuckerlöffels auf dem Unterteller der Teetasse ist geduldet oder das Reißen des Zündholzes zum Anzünden der Pfeife. Jede andere Störung gilt als Ungehörigkeit und wird vom dem eingangs postierten Oberkellner, der von der Tür zur Bibliothek den Raum überwacht wie Zerberus das Höllenfeuer mit hochgezogenen Augenbrauen geahndet. Draußen, auf der Terrasse oder wo auch immer, kann ja wieder gelacht und geredet werden!

Zugegeben, solcherart Reglementierungen sind Macken, aber liebenswerte und wem sie nicht passen, der muß seine Zeitung eben außerhalb der heiligen Halle Bibliothek lesen. Punktum.



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