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Auf dem Rebwanderweg bekam man bis vor kurzem auch eine Nase für Wein. Die Geschmackserlebnisse schwankten zwischen Vanille, Rosen, Minzaromen, einem Hauch von Lakritz und etwas älterem Roggenbrot. Für gewöhnlich sind diese Raffinessen nur echten Weinkennern vorbehalten. Deshalb gehörten zum Rebsortenlehrgang Geruchsproben, die in den röhrenartigen Gefäßen bei den Texttafeln enthalten waren; man brauchte sie nur herauszuziehen, leider wurden diese Riechproben vorübergehend abgebaut. Der Malvoisie etwa bietet ein Spektrum von Honig, Pinie, Zedernholz und Nussbaum. Der Johannisberg, eine Rebsorte aus Transsylvanien, erreicht auf den kiesigen und schieferhaltigen Walliser Böden Noten von Birne, Linde, Banane und sogar leichter Mandel.

Schweiz / Wallis - Weinberge 1
Blick über Weinberge vom Rebweg aus

Insgesamt werden im Wallis rund 40 Rebsorten angebaut. Von blumig-würzig und lieblich-verbindlich bis fein und edel sind alle Charaktere anzutreffen. Abgesehen vom trockenen, spritzigen Fendant, der wie kein anderer Schweizer Wein geschätzt wird, sind die Mengen jedoch relativ klein. Bei den roten Sorten dominieren Pinot Noir, Dôle und Gamay. Der Dôle, das Flaggschiff unter den Walliser Rotweinen, ist eine Vermählung von Pinot Noir und Gamay, wobei der erstere immer den Löwenanteil ausmacht. Zu den endemischen Sorten gehören Lafnetscha, Amigne, Arvine und Cornalin.
Der selten gewordene Muscat, Fendant, Pinot Noir und Rèze wachsen in den folgenden Rebparzellen, Spezialitäten der Gegend. Ihnen ergeht es unter dem kontinentalen Klima mit häufigen Föhnperioden, wenig Niederschlag und gezählten 2100 Sonnenstunden im Jahr richtig gut.

Schweiz / Wallis - Weinberge 2

Besonders der Föhn ist der Vegetationsentwicklung im Frühjahr und dem Reifeprozess der Trauben im Spätsommer förderlich, der milde Herbst wirkt sich günstig auf den harmonischen Aufbau der Duft- und Geschmacksstoffe aus.



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