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Samoa
..., wo die Südsee einst deutsch war

Text und Fotos: Albrecht G. Schaefer

Aus Hibiskus- und Frangipaniblüten leuchtet der frühe Morgen; es riecht nach regennasser Erde und Holzkohlenfeuer. Kinder in frisch gebügelten Uniformen schlendern zur Schule. Dies sind die ersten Eindrücke nach der Ankunft in Samoa; ein sechseinhalbstündiger Flug von Honolulu hierher liegt hinter uns. Verschlafen hatten die Zollbeamten im Faleolo-Flughafen auf Upolu die Pässe gestempelt. Die Sonne war aufgegangen, als die Koffer und Rucksäcke endlich unter dem Berg von Kisten und Bündeln der heimkehrenden Polynesier zum Vorschein kamen.

Der wackelige Bus, der nach Apia, der Hauptstadt des Inselreiches, fährt, braucht für die gerade mal 35 Kilometer fast eine Stunde.Wir danken es dem altersschwachen Reisegefährt und der einzuhaltenden Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Doch es wird uns eine Stunde geschenkt, um Sinne und Seele zu öffnen und uns auf den gemächlichen Rhythmus der Südsee einzustimmen.


Traumhafter Strand bei Aleipata

Ein Inseltraum, nicht nur im Film

Ein Flair aus Charme, Lächeln und verhaltener Gestik strahlt in Apia auch das "Aggie Greys" aus. Das legendäre, nach seiner nicht minder illustren Gründerin benannte Hotel ist stolz auf die Besucherliste, die außer Gary Cooper, William Holden und Marlon Brando sogar königliche Namen aufweist. 1988 starb Aggie im Alter von 91 Jahren. Sohn Frederick setzt ihr Lebenswerk fort: Ein Haus zu führen, das nicht die Perfektion eines Ferienclubs, sondern jedem Gast Liebenswürdigkeit vermittelt. Längst vorbei sind zwar die Zeiten, in denen sich während des Zweiten Weltkrieges Aggie und ihre Schwestern persönlich um das leibliche und seelische Wohl der in Samoa stationierten US-Soldaten kümmerten. Nicht die Japaner, die zum Glück fernblieben, waren der Feind der Soldaten, sondern die Langeweile. Heute herrscht bei den Geschäftsleuten, Diplomaten und Touristen, die inmitten üppig sprießender Tropenpflanzen in einem der 156 Zimmer, zwei Suiten und 26 falen, landestypischen Bungalows, absteigen, gute Stimmung. Besonders mittwochabends, wenn das fia fia, das große Buffet mit samoanischen Tänzen, steigt und sich Apias begüterte Elite unter die Hotelgäste mischt, spürt man es. Bei den Leckereien, im Erdofen gegartem Schwein, Geflügel, Fisch und saftigem Gemüse, darf übrigens Samoas "Nationalgericht" nicht fehlen: Corned Beef aus der Dose mit extra hohem Fettanteil - Wohlbeleibtheit gilt, wie überall in Polynesien, als erstrebenswertes Körpermerkmal.


Hibiskusblüte nach tropischem Regen

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