Weg mit den bösen Geistern!
Erst im 19. Jahrhundert änderte sich die Einstellung gegenüber der Volkskultur und das Perchtenlaufen kam zu neuer Blüte, vor allem im Pongau (Bad Gastein, Altenmarkt, St.Johann und Bischofhofen). „Unsere“ Schiachperchten sind, im Gegensatz zu den Schönperchten, die ein paar Tage später in Altenmarkt ihren Auftritt haben und im festlichen Umzug durch den Ort ziehen, wie schon der Name sagt, wirklich Furcht erregend und hässlich.

Fratzenhaft sind die Gesichter, zwei paar Hörner verstärken den Eindruck satanischer Macht, und ihr Fell stinkt wie eine ganze Schafherde. Dabei hat der Besuch der Perchten im Volksmund nichts Negatives: Im Gegenteil. Der Besuch der Perchten wird als glücksbringendes Omen betrachtet, und mit ohrenbetäubendem Schellen-Läuten soll der Winter ausgetrieben werden. Die Perchten sollen böse Geister vertreiben bzw. gar nicht erst erscheinen lassen.

Nach einer guten Stunde endet der Besuch der Perchten, die immer wieder
mit den Schellen rasseln und mit dem Pferdeschweif schlagen, nicht in der
Dunkelheit der Hölle, sondern an der Bar. Die jungen Männer des
Traditionsvereins sind froh, dass sie Fell und Maske ablegen können,
unter denen es tierisch heiß ist. Gut 20 Kilo wiegt die Vermummung.
Gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden – und wer nicht
zuviel trinkt, erlebt dann am nächsten Morgen tatsächlich das,
was der Perchtenlauf letztlich versinnbildlicht: den Sieg der Lichtkräfte
gegen das Dämonenheer.
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