Reisemagazin schwarzaufweiss

Glasklare Seen, wellige Kuppen und eine Kaiservilla

Die 10-Seen-Radtour zwischen Salzburger Land und Salzkammergut

Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther

Flachlandtiroler seien gewarnt, denn wellige Kuppen mit lang gezogenen Anstiegen erfordern ein gewisses Stehvermögen. Den Salzburger Schnürleregen wünscht sich keiner, der mit dem Rad auf der 10-Seen-Tour unterwegs ist, doch ihn kann es ebenso geben wie Sturzbäche, die sich in einem Sommergewitter vom Himmel ergießen. Salzburg mit der Hohensalzburg ist Ausgangs- und Endpunkt der Tour – und das Weltkulturerbe sollte man nicht nur bei einem nachmittäglichen Bummel durch die Gassen des „bürgerlichen“ und des „geistlichen Salzburg“ genießen. Ob man sich für eine Fahrt mit anderen oder für eine Radtour auf eigene Faust entscheidet, ist eine Frage der Vorlieben.

Österreich - Salzkammergut - Sonnenschein, Schnürleregen und heftige Schauer: Beim Radeln im Salzkammergut ist alles möglich

Sonnenschein, Schnürleregen und heftige Schauer: Beim Radeln im Salzkammergut ist alles möglich

Ehe es entlang der Salzach auf die erste Tour geht, gibt es noch Zeit, am Fuße des Kapuzinerbergs und des Mönchsbergs durch Salzburg zu streifen. Längst ist die Zeit vorbei, als Franz Schubert über die Stadt bemerkte: „Zwischen den Pflastersteinen wächst Gras, so wenig werden sie betreten.“ Nicht nur während der sommerlichen Festspielsaison kommen die Besucher in Scharen, spazieren durch die Getreidegasse und besuchen das „geistliche Salzburg“ zwischen Universitäts- und Domplatz.

Salzburg: Bürgerstadt und fürstliche Residenz zugleich

Salzburg, das in einen bürgerlichen und einen geistlichen Teil zerfällt, drängt sich zwischen Salzach und Mönchsberg. Mächtig ist die Festung Hohensalzburg, die hoch über der Stadt thront. Im „geistlichen Herzen“ stehen die Türen des Doms, der Franziskanerkirche, der Stiftskirche St. Peter und der Michaelskirche Gläubigen und Kunstinteressierten offen. Ein wahrer Blickfang unter den Sakralbauten ist der frei stehende Dom, der von drei Plätzen umgeben ist. Die Schaufassade mit den beiden Türmen ist in barocker Verspieltheit dem Domplatz zugewandt. Italienische Baumeister und Künstler waren es, die - wie der Florentiner Donato Mascagni -  das prunke Ansehen schufen. Dem Zeitgeschmack entsprechend wurde auch die hochromanische Stiftskirche St. Peter nach und nach barock überbaut. Barock überladen ist die Innenausstattung dieses Gotteshauses, betrachtet man die Marmoraltäre und die Wandgemälde. Einen Blick werfen wir anschließend auf den Petersfriedhof in unmittelbarer Nähe der Kirche: die älteste Begräbnisstätte Salzburgs. Vermutlich frühchristlichen Ursprungs sind die sogenannten Katakomben, drei Höhlenkapellen in der Wand des Mönchsbergs.

Österreich - Festung Hohensalzburg hoch über der Altstadt von Salzburg

Festung Hohensalzburg hoch über der Altstadt von Salzburg

Einem der bedeutenden Barockbaumeister, Johann Bernhard Fischer von Erlach, ist die Kollegien- oder Universitätskirche zu verdanken. Wer sich nicht für Sakralarchitektur begeistern kann, aber für Barock schwärmt, der mag sich die Prunksäle der Residenz anschauen, in der Renaissance, Barock und Klassizismus harmonisch verschmelzen. In der Residenz kann der Besucher dem Mythos Salzburg ebenso auf die Spur kommen wie auch bekannten Salzburger Persönlichkeiten aus Kunst, Architektur, Musik und Literatur begegnen. Das barocke Salzburg findet der Besucher außerdem im Mirabellgarten, wo sich auch das Mozarteum, die Universität für Musik und Drama, befindet.

Österreich - Salzburg - Der Barockgarten von Schloss Mirabell

Der Barockgarten von Schloss Mirabell

Ein Hoch auf Johannes Chrysostomos Wolfgang Theophilus Mozart

An Mozart, insbesondere an den süßen Verlockungen der Mozartkugel, kommt der Salzburgbesucher nicht vorbei. Salzburg ist schließlich die Geburtsstadt des Schöpfers der „Zauberflöte“. Adrian Seidelbast schreibt in seiner „Gebrauchsanweisung für Salzburg und das Salzburger Land“: „Kein Witz: Mozarts Lieblingsbeschäftigung [...] war nicht etwa das Komponieren, sondern das Billardspielen [...]. Im Gasthaus Stiegelbräu 'beym kegelschieben', wie er selbst schrieb, alle neune krachen lassen und sich währenddessen ein inniges Geigenadagio ausdenken, im Kaffeehaus Staiger konzentriert den Lauf einer Billardkugel und zugleich den einer gerade in seinem Kopf entstehenden Gesangslinie verfolgen [...]“, das konnte Mozart. Gleich an zwei Orten hat der begnadete Komponist, der sich als Hofkapellmeister und Hoforganist der geistlichen Herren Salzburgs verdingte, in der Stadt gelebt: unweit der Dreifaltigkeitskirche und in der Getreidegasse. Hierher pilgern zahlreiche Salzburgbesucher, die nicht nur ein Faible für „Die kleine Nachtmusik“ haben.

Savoir vivre an der Salzach

Bei schönem Wetter sind die Innenhöfe und die Terrassen der Cafés und Gasthäuser der Stadt gut besucht. Die einen lassen es sich im Sternbräu-Biergarten (Griesgasse) gut gehen, die anderen bevorzugen das capp&ccino oder das Gablerbräu in der Linzergasse. Lauschig ist der Innenhof der Weißbierbrauerei „Die Weiße“ unterhalb des Kapuzinerbergs. Wie wäre es denn mit gebratenem Saibling in Rosmarinbutter mit Mandeln und Salzerdäpfel oder Spinatpalatschinken mit Käse überbacken und Tomatensauce? Wer den Abend noch ausdehnen möchte, der kehrt im s Kloane Brauhaus (Schallmooser Hauptstraße 27) ein und lässt 's Guate Weizenbier oder ’s Guate Gerstel die Kehle befeuchten. Wer gerne Bierbrauer-Schnitzel oder Apfelradln in Bierteig isst, der ist im Kleinen Brauhaus genau richtig. Mit einem Prosit auf Weißbier-Bock und dunkle Weiße lässt man den Tag ausklingen.

Auf geht’s nach Oberndorf, Michaelbeuern und Seekirchen

Österreich - Salzkammergut - Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf

Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf

Nach einer Salzburg-Nacht geht es in flotter Fahrt am Ufer der Salzach entlang aus der Stadt hinaus. Bald sieht man am anderen Ufer das bayerische Laufen. Doch nicht dieses Städtchen ist erster Zwischenhalt, sondern Oberndorf. Oberndorf, so fragt sich der eine oder andere, was hat es mit diesem Flecken auf sich? Die Zeilen aus „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und deren Melodie sind wohl jedem bekannt, doch weniger die Tatsache, dass diese in Oberndorf entstanden. Der Hilfspriester Joseph Mohr und der Komponist und Organist Franz Xaver Gruber aus Oberndorf sind die Schöpfer dieses bekannten Weihnachtsliedes. Die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle erinnert daran. Oberndorf war bis in das späte 19. Jahrhundert ein Ort der Schiffer, da hier wegen des „Nockens“ in der Salzach die Fracht, in erster Linie Salz, umgeladen werden musste. Doch lange wollen wir uns an der Salzach nicht aufhalten, denn heute soll es noch bis Seekirchen am Wallersee gehen. Unterwegs legen wir noch eine ausgiebige Mittagspause zu Füßen der Benediktinerabtei Michaelbeuern ein, denn nach einigen steten Anstiegen meldet sich nicht nur der Appetit auf eine deftige Brotzeit, sondern auch die müden Knochen brauchen eine Auszeit.

Österreich - Salzkammergut - Weiß geschlämmt ist die ausladende Fassade der Benediktinerabtei Michaelbeuern

Weiß geschlämmt ist die ausladende Fassade der Benediktinerabtei Michaelbeuern

Das Kloster, auf das 11. Jahrhundert zurückgehend, ist eine gewaltige Anlage, die sich um mehrere Höfe gruppiert. Heute dient diese Benediktinerabtei als Hautptschule, Internat und Tagesheim. Zudem ist hier ein Bildungshaus und das Museum der Abtei Michaelbeuern untergebracht. Einen Besuch wert ist neben der Abtei, in der regelmäßig Führungen stattfinden, die angeschlossene Stiftskirche mit ihrer barocken Ausstattung: Ein extra in die Kirchenmauer gebrochenes Südfenster erhellt das barocke Altarbild mit seinen lichten Farbsetzungen.

Nach einem kurzen Abstecher nach Oberösterreich hinein kommen der Graben- und der Oberthumer See ins Blickfeld, ehe der Mattsee zu einem Sprung ins kühle Nass oder zu einem Besuch des Schloss Mattsee mit seinem Restaurant und Café einlädt. Von dem einstigen Schloss des 16. Jahrhunderts sind nur noch Teile vorhanden. Was wir heute auf dem Schlossberg sehen, verdanken wir dem Wiederaufbau der letzten Jahre. Bedeutsam sind die Funde, die in den 1990er Jahren auf dem aus Kalksandstein bestehenden Schlossberg gemacht wurden: Mattsee, so die Ergebnisse der Untersuchungen, war ein wichtiger steinzeitlicher Siedlungsort im Salzburger Flachgau.

Österreich - Salzkammergut Das ist eines der Kunstwerke vom Bildhauersymposium 2004 in Mattsee

Das ist eines der Kunstwerke vom Bildhauersymposium 2004 in Mattsee

Unterhalb des Schlossbergs treffen wir auf Kunst im öffentlichen Raum, die während des Bildhauersymposiums 2004 entstand. Jahre vor diesem Ereignis wurden im Rahmen einer Landesausstellung vier Bauten eines Bajuwarengehöfts errichtet. Dieses Gehöft zeigt die ursprüngliche Wohnform der Bajuwaren, die im 5./6. Jahrhundert das Donautal und das Alpenvorland besiedelten.

Österreich - Salzkammergut - Rekonstruiertes Bajuwarengehöft in Mattsee

Rekonstruiertes Bajuwarengehöft in Mattsee

Durch die wellig-hügelige Landschaft geht die Tour vom Mattsee aus zum Wallersee, wo in einiger Entfernung vom See die erste Tagesetappe im Herzen von Seekirchen endet. Die Seeburg etwas außerhalb des Ortskerns ist eine der erwähnenswerten Sehenswürdigkeiten und entstand im Kern im 15. Jahrhundert. Umbauten im 18. Jahrhundert verwandelten die Räume in Rokokoraumfluchten. Weitere Umgestaltungen und auch ein Brand fügten der mittelalterlichen Anlage schweren Schaden zu. Neben dieser imposanten Burganlage ist die Kollegiatskirche St. Peter eine weitere architektonische Perle des Ortes. Was wir heute sehen, ist bereits der fünfte Sakralbau an gleicher Stelle. In zurückhaltendem Barock ist die Innenausstattung gehalten. Ein besonderes Schmuckstück ist die mit meisterlichem Schnitzwerk versehene Kanzel. Insbesondere der im Salzburger Raum bedeutende Rokokobildhauer Johann Georg Hitzl hat einige barocke Statuen für das Gotteshaus geschaffen.

Vom Wallersee an den Mondsee

Mit den Eindrücken von den Sehenswürdigkeiten des ersten Tages geht es in Richtung Mondsee. Wer in Streckentouren ungeübt ist, wird es an seinem Allerwertesten spüren – auch trotz einer gepolsterten Radlerhose. Oberschenkel und Rücken sind anfänglich noch etwas steif, aber das wird sich auf der Fahrt noch ändern. Die Mittagszeit kann man bei einer Jause unweit von Neumarkt a.W. bei der Familie Eisl verbringen, die auf ihrem Hof für ein deftiges Mahl sorgt. Most gibt es in diesem Lengroider Mostheurigen, aber auch Gerstensaft von Siegl. Was auf den Tisch des Gastes kommt, Schinken, Käse, Rauchfleisch und andere Leckereien, ist eine Verpflichtung des Hauses, die sich in der Wandmalerei der Bauernstube wie folgt liest: „Im Lengroider Mostkeller is guat sei, drum kehr' i oiwei wieder ein. Mir schmeckt da Most und a da Soft, de guate Bauernspeis' macht Kraft. Dazua a Schnaps! - selber g'macht, a Mehlspeis, wo das Herz dir lacht ...“.

Österreich - Salzkammergut - Es ist Brotzeit - also zugegriffen

Es ist Brotzeit - also zugegriffen

Gut gestärkt und voller Tatendrang schwingt man sich in den Sattel, tritt kräftig in die Pedale und bringt sich und seinen Drahtesel so richtig in Schwung. Die wellige Landschaft mit sanft ansteigenden Kuppen begleitet uns bis zum Irrsee, dessen Ufer wir folgen, ehe wir in Mondsee unser Nachtlager aufschlagen – leicht sonnengebräunt von der Tour bei schönstem Wetter, aber auch rechtschaffen müde. Wer sich noch aufraffen kann, bummelt durch den Ort und wirft einen Blick in das Österreichische Pfahlbau-Museum oder das Salzkammergut-Lokalbahn-Museum am Seeufer. Ein barockes Schmuckstück ist die doppeltürmige, in zartes Gelb gehüllte ehemalige Benediktiner-Stiftskirche, die in dem Heimatschnulzenfilm „Sound of Music“ als Hochzeitskirche diente. Der schwedische Schriftsteller August Strindberg weilte, das wissen nur Wenige, im Sommer 1893 in Mondsee und war Gast in der Villa von Friedrich Uhl, Strindbergs Schwiegervater.

Österreich - Salzkammergut - Die doppeltürmige barocke Pfarrkirche zum hl. Michael in Mondsee

Die doppeltürmige barocke Pfarrkirche zum hl. Michael in Mondsee

Unterwegs vom Mondsee an den Traunsee

Nach kurzer Fahrt auf einer durchaus belebten Uferstraße entlang des Mondsees, heißt es bei einer Schiffstour über den Attersee zu entspannen und das Panorama zu genießen. Waldhüttenkopf und Sechserkopf, Brennerin und Mahdlkopf ziehen an uns vorbei. Tiefblau bis tiefgrün zeigt sich das Wasser des Sees, der sich bei einfallendem Wind ein wenig kräuselt. Doch die beschauliche Fahrt ist schneller zu Ende, als uns lieb ist. Radeln steht auf dem Programm und wellige Kuppen liegen vor uns. Doch für einen Moment haben wir noch den Attersee im Blick. Kräftig in die Pedale steigend, geht es in Richtung Oberrheinfeld und nach Aurach am Hongar. Nun liegen noch 16 Kilometer bis Gmunden vor uns. Gmunden – wer kennt den Ort nicht! Zumindest das Schloss Orth ist bekannt, seit es Kulisse für die Telenovela „Schlosshotel Orth“ war, die als nachmittägliche Unterhaltung über Jahre in bundesdeutsche Wohnzimmer ausgestrahlt wurde. Bei einem Gang durch das Städtchen, das im Salzkammergut liegt, kann man sich auf die Spuren der Drehorte dieser Herz-Schmerz-Serie begeben: zum Beispiel zur Stadtpolizei Gmunden, in Wirklichkeit das Büro für Stadtentwicklung, und zum Pfarramt, wo in der Serie ein Freund der Hoteliersfamilie Hofer lebte. Auch die Trasse der Pferdeeisenbahn, auf der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Gmundener Salz transportiert wurde, lässt sich entdecken. Das Herbergshaus gilt als eines der schönsten Patrizierhäuser des Salzkammerguts. Welch wichtige Rolle Salz in der Geschichte Gmundens spielte, unterstreichen das Salzfertigerhaus und das Alte Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert, die beide der Salzknechtbruderschaft als Herbergen dienten.

Österreich - Salzkammergut - Seeschloss Orth bei Gmunden am Traunsee

Seeschloss Orth bei Gmunden am Traunsee

Nach unserem Stadtbummel liegen noch elf Kilometer vor uns, ehe Traunkirchen erreicht ist. Im Schatten hoher Gipfel liegt dieser Ort malerisch am See. In einer prächtigen Sommervilla über dem Ort, die sich die russische Gräfin Pantschoulidzeff hatte erbauen lassen, verbrachten so illustre Gäste wie der Komponist Anton Rubinstein und die Dichter Adalbert Stifter und Rainer Maria Rilke einige geruhsame Tage. Sehenswert im Ort ist außerdem die Klosterkirche mit ihrer sechsjochigen Säulenhalle und ihrer Fischerkanzel. Ein Sprung in den See ist eine angenehme Abkühlung, wenn man bei strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag als Pedalritter unterwegs gewesen ist.

Österreich - Salzkammergut - Klosterkirche in Traunkirchen

Johannesberg und Johannesbergkapelle in Traunkirchen

Zum Fuße des Dachsteins und zum Wolfgangsee

Highlights der folgenden Etappe sind der Hallstätter See und der Ort Hallstatt mit seinem Salzschaubergwerk. Der Ort ist ebenso wie der Dachstein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Für eine Wanderung auf den Salzberg und den Besuch des Schaubergwerks reicht die Zeit nicht. Ein Bummel durch das lang gestreckte Örtchen, dessen Häuser sich fest an den Hang oberhalb des Sees klammern, ist allerdings keine Frage der Zeit. Ein Muss ist der Besuch des Beinhauses und im Welterbenmuseum. Den Themenweg „7000 Jahre Salzkultur“, den Besuch der „Salzwelten“ und das Erklimmen des Dachsteins sollte man sich für den folgenden Ruhetag aufheben.

Österreich - Salzkammergut - Blick vom Hallstätter See auf Hallstatt

Blick vom Hallstätter See auf Hallstatt

Mit dem Schiff geht es zum Ostufer, wo ein Rad- und Wandersteg teilweise über dem Wasser um Felsvorsprünge herumführt. Eine streckenweise überaus malerische Fahrt liegt vor uns, ehe wir den Saum des Sees verlassen, um in die alte Kaiserstadt Bad Ischl zu gelangen. Dieser Badeort ist ein typisches Kurbad, in dem Kaiser Franz Joseph I. seine Verlobung mit Elisabeth von Wittelsbach bekannt gab. Als Sissi, verkörpert von der blutjungen Romy Schneider, hat diese Prinzessin aus Bayern Filmgeschichte geschrieben. Zu den Sehenswürdigkeiten am Ort gehören die Lehárvilla, in der der bekannte Operettenkomponist Franz Lehár lebte, und die Kaiservilla, die Sommerresidenz Franz Joseph I. von Österreich. Ob man dieses Schlösschen, das mit ungezählten Jagdtrophäen ausgeschmückt ist, wirklich gesehen haben muss, muss jeder selbst entscheiden.

Österreich - Salzkammergut - Blick auf die Kaiservilla in Bad Ischl

Blick auf die Kaiservilla in Bad Ischl

Wer hier wie auch anderswo in den Bergen des Salzkammerguts die ersten verdächtigen Wolken aufziehen sieht, der sollte sich sputen, denn ein Sommergewitter hat es in sich. Dann öffnen sich die Himmelsschleusen und man wird beim Radeln klitschnass – es sei denn, man kann auf einen Begleitservice zurückgreifen, um zum Wolfgangsee zu gelangen.
Von hier aus geht es in flotter Fahrt nach einem Ruhetag, den man für das faule Entspannen oder weitere Aktivitäten im Sattel oder zu Fuß nutzen kann, zurück nach Salzburg. Unterwegs sollte man Rast im Landgasthaus Staubkamm einlegen und sich mit Seewirt Ripperl oder einem Brotzeitteller verwöhnen lassen. An der beeindruckenden Strubklamm entlang geht es talwärts in Richtung Salzburg. Bei einem Halt im Lustschloss Hellbrunn genießen wir die dortigen Wasserspiele und sind dabei auch ein wenig froh, dass wir nicht nass geworden sind. Eine mehrtätige Tour mit „Höhen und Tiefen“ neigt sich dem Ende zu, das man an besten in einem der urigen Braugasthäuser Salzburgs ausklingen lässt.

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

Das könnte Sie auch interessieren

.

 

Kurzportrait Österreich

Immer ein Jodeln auf den Lippen, die stämmigen Waden in kniekurzen Lederhosen zur Schau gestellt, forschen Schrittes die Alm überquerend - so ähnlich stellt man sich jenseits der Alpen die Österreicher oft vor. Man findet solche Klischees natürlich auch in der Wirklichkeit, aber nicht alle auf einen Haufen und vielerorts aus Marketinggründen gehegt und gepflegt. Genauso wenig wie alle Bewohner der Nordseeküste pfeifenrauchende Seebären sind, sind alle Österreicher trachtentragende Bergfexe. In Österreich ist die Zeit nicht stehen geblieben, das Land ist ein moderner Kleinstaat, seit der Öffnung des Ostens wieder ins Herz Europas gerückt.

Österreich - Salzkammergut

Mehr lesen ...

Osttiroler Impressionen zur Sommerzeit 

Unten im Tal grüßt bereits Matrei, einer der Hauptorte der Region, in dem sich im Winter die Skifahrer „drängeln“. Doch auch im Sommer ist Osttirol wahrlich kein Geheimtipp mehr. Das bisschen „Mehr“ an Kilometern, die man braucht, um in den östlichen Teil Tirols zu kommen, nehmen wir gern in Kauf. Es lohnt sich. Das haben frühere Winterbesuche gezeigt.

Osttirol im Sommer

Mehr lesen ...

 

Auf den Spuren Friedensreich Hundertwassers zwischen Wien und Graz

„An einem Regentag beginnen die Farben zu leuchten“, so lautete das Motto des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Heute regnet es nicht, sondern die vergoldeten Kugeln, die die blauen Säulen der lilafarbenen MS Vindobona zieren, glitzern prachtvoll in der Sonne. 1995 wurde das mittlerweile 30 Jahre alte Fahrgastschiff nach den Vorschlägen Hundertwassers umgestaltet und lädt seit dem zu Fahrten auf der Donau und im Donaukanal rund um Wien ein.

Hundertwasser in Wien und Graz

Mehr lesen ...

Reiseführer Linz

Italienische Baumeister waren es, die im 17. und 18. Jahrhundert die zahlreichen Kirchen der Stadt Linz entwarfen, darunter auch Pietro Francesco Carlone, dem der Alte Dom zu verdanken ist. Hier war der Komponist Anton Bruckner mehr als ein Jahrzehnt lang als Domorganist tätig. Diesem berühmten Sohn der Stadt war ursprünglich das alljährlich im September/Oktober stattfindende Brucknerfest gewidmet, das sich unterdessen nicht mehr ausschließlich dem Erbe Bruckners verschrieben hat.

Reiseführer Linz

Mehr lesen ...