Reisemagazin schwarzaufweiss

Staunen ohne Wunderlampe

Marokko: Radtouren zu Königsstädten, Berberdörfern und weiten Landschaften

Text und Fotos: Judith Weibrecht

Aladins Wunderlampe muss es auch hier geben. Dreimal reiben, fertig ist der wahr gewordene Wunsch: Versteckte Paläste, ausufernde Gärten in der Wüste, plätschernde Mosaikbrunnen. Dunkle Samtkissen, die glutrote Sonne hinter raschelnden Palmen, dazu Datteln, Nuss und Mandelkern.

Marokko - Marrakesch - Place Djemaa el Fna

Der Jemaa-el-Fna, der Platz aller Plätze in Marrakesch

Doch es gibt viele Marokkos. „Welches Marokko willst du sehen?“, fragt Lucien Leitess in „Marokko fürs Handgepäck.“ Denn das entscheidet jeder ein Stück weit selbst. An der Lampe reiben muss man dazu nicht. Es genügt die wache Wahrnehmung: Der Jemaa-el-Fna, der Platz aller Plätze in Marrakesch, zieht Besucher sofort in seinen Bann: Schier unüberschaubar ist er und füllt sich gen Abend mit Schlangenbeschwörern, Musikgruppen, Märchenerzählern, Akrobaten, Medizinmännern, Gauklern, Berberaffen, Frauen, die Touristinnenhände mit Henna bemalen. Es dampft, es brodelt, es kocht. Je nach Tageszeit verändert er sich, sein Dasein verläuft in Wellen. Jetzt nach Anbruch der Dunkelheit leuchten die Lampen zwischen den Dunstschwaden der Garküchen, wo Merguez-Würstchen und Fleischspieße gegrillt werden, hört man die Schellen der Gnaoua und die Saiten einer Gembri klingen, Trommeln dröhnen und eigentümliche Gesänge. Der Kulturraum Djemaa el Fna wurde 2001 von der UNESCO zum Meisterwerk des immateriellen Kulturerbes erklärt. Entspannt ist das alles von oben zu beobachten, etwa von der Terrasse des legendären „Café de France“. Man hat einen guten Blick auf das Gewusel um 1001 Nacht, während man an einem kleinen Glas gezuckerten Pfefferminztees mit grünem Tee vermischt nippt. „Marokkanischer Whisky“, lächelt der Kellner und gießt ihn in hohem Bogen ein. Hätte ein schlecht gelaunter Aladin nur die Erfüllung eines einzigen Wunsches gewährt, ich hätte diesen Platz gewählt.

1001 Nacht - Die Städte

Während der ganzen Reise wechseln sich Städtetouren mit Radtouren durch weite Landschaften ab, Kultur mit Natur. Das einst von den Berbern gegründete Marrakesch (1) erobern wir vom Stadttor Bab Doukkala aus. Die rosafarbene Stadt wird sie auch genannt, denn ihre Lehmhäuser schimmern in eben dieser Farbe. „Und die maurischen Farben sind gelb (Safran), blau (Indigo), rot (Henna) und grün (Pfefferminze)“, erklärt Reiseleiter Kornel. In einer Herboristeria, einem Kräuterladen, stehen sie aufgereiht neben 1.800 Medizinpflanzen, Würzmitteln, Safran, Arganöl. „Gut für die Haare, für die Haut, fürs Essen!“, sagt der Besitzer. Ras-el-Hanout bestehe aus 35 Gewürzen und sei besonders fein. Ein Teilnehmer wird kurz massiert, dann endet der Werbeblock und wir sollen kaufen. Einige Päckchen gehen über den Verkaufstresen.

Marokko - Marrakesch - die Medersa Ben Youssef

Die Medersa Ben Youssef

Das Bombardement an Farben, Gerüchen und Tönen macht den Reisenden anfangs zu schaffen, doch mit der Zeit bewegt man sich lockerer durch die Souks. Stadtführer Mustafa leitet hindurch zu Moscheen, Hamams und Riads. Ganze 5.000 soll es in der Stadt geben. „Riads sind blind“, erklärt Mustafa bestimmt, „sie haben keine Fenster nach außen“. Tatsächlich ist anhand der Fassaden in den Gassen oft nicht zu erkennen, welche Pracht sich dahinter verbirgt. Man zeigt seinen Reichtum nicht, ist nach innen gewandt und introvertiert.

Marokko in den Gassen von Fès bei Nacht

Bei Nacht in den Gassen von Fès

Nacht in Fès (2). Wir schlendern durch die Gassen, die unvermittelt im 90°-Winkel abbiegen. Schlaksige Jungs in dunklen Hauseingängen flüstern: „Bon soir!“. Das schummerig gelb-orangene Licht der Straßenlaternen spiegelt sich in den weiß gekalkten Häusern. Links steht die mit Schnitzereien verzierte Tür einer scheinbar bescheidenen Behausung halb offen. Nach einigem Zögern traut sich der Fremde und erlebt sein persönliches 1001-Nacht-Märchen: Zaghaft setzt er einen Fuß auf die Schwelle, ein Mann in weißem Hemd mit kunstvoll verzierten Borten bittet ihn herein: Springbrunnen, fein ziselierte Lampen, ein Palast. Und bei den Touristen offen stehende Münder.

Marokko - Fes - Detail im Königspalast

Tor im Königspalast

Bei Tag zeigt Farida ihre Stadt Fès, „die schönste Stadt Marokkos“ wie sie betont, die auch die blaue Stadt genannt wird. Königspalast, das jüdische Viertel Mellah, Töpfer- und Färberviertel, Kupfer- und Messingschmiede, Stickerei- und Webereigenossenschaften, Teppichknüpfereien und den Gerbersouk Chouara. Der erscheint malerisch, doch für die Gerber ist es harte Arbeit. Barfuß stehen sie im Taubenkot und walken die Felle. Um den Gestank zu ertragen, erhalten Touristen ein Pefferminzsträußchen, das sie sich unter die Nase halten. Eng geht es zu in den 9.000 Gassen der Medina, Hufe klappern, wieder kommt ein hoch beladener Muli mit seinem Treiber um die Ecke, und wir sprinten in einen Hauseingang. „Denken Sie einfach an Michael Ballack“, rät Farida, „denn wenn jemand 'Balaq!' ruft, bedeutet das, dass Sie zur Seite gehen sollen.“ Wenn die Imame zum Gebet in die Moschee rufen und der Singsang aus den Minaretten über die ganze Stadt erschallt, kehrt aber eine meditative Ruhe ein, derer man sich nicht entziehen kann. Freitags kleidet Mann sich dafür mit einer weißen Djelaba und gelben Babouschen (Schlappen). Fès ist Marokkos religiöses Herz mit 300 Moscheen alleine in der Medina und der berühmtesten Moschee und Universität des Landes, Kairaouine. „851 erbaut von einer Frau!“, weiß Farida.

Marokko - Fes - Details der Moschee und Universität Kairaouine

Details der Moschee und Universität Kairaouine

Meknes (3), für das aufgrund seiner vielen Oliven die Symbolfarbe Grün steht, erradeln wir zusammen mit Said. Vollmundig mit blumigen Erklärungen beschreibt er das Stadtbild. Der Hut sitzt etwas schief auf dem Kopf, als Said, gleichzeitig redend, mit seinem Bleistift die drei Teile der Stadt einzeichnet: Medina, Königsviertel mit Judenviertel, Neustadt. „Jede Medina hat einen Mauerring und Tore, auf Arabisch Bab, Tempel, eine Hauptmoschee, Brunnen, Hamam und ein Viertel mit Geschäften, Funduks und Karawansereien.“ In der Nähe der Moschee dürfen nur die „sauberen“ Handwerke angesiedelt sein wie Silberschmiede. Die Silberfäden werden eingehämmert in schwarzen Damaszenerstahl, eine Kunst der Berber, die vor allem die Damen in der Gruppe begeistert. „Kost alla fast nix!“, will der Ladenbesitzer überzeugen. Handeln ist schließlich eine Kunst und ein Muss, eine Art Kontaktpflege, die, so Allah will, zu einem guten Abschluss für beide führt.

Marokko - Meknes - Said

Said

Vorbei an Dattel- und Gewürzpyramiden bewegen wir uns vorsichtig weiter. „Hier können wir nicht Rad fahren, wir nehmen Bus Nr. 11“, bedeutet Said, „also zwei Füße!“ Okay, runter vom Rad. Fès' Bab al Mansour an der quirligen Place El Hedim gilt als das schönste Tor Marokkos. Die Fèstung und Residenz Moulay Ismails ist so prächtig, dass sie Fès den Namen marokkanisches Versailles einbrachte. Saids Favorit aber scheinen die gigantischen Getreidespeicher mit ihren meterdicken Lehmmauern zu sein. Sie wurden von Moulay Ismail erbaut, der die Stadt auch Ende 17. Jh. zum Königssitz erhob. Pfeiler und Lehmbögen lassen einen kathedralenartigen Eindruck entstehen. Angeblich konnten hier Vorräte für 20 Jahre gelagert werden und die nebenan gelegenen Pferdestallungen fassten bis zu 12.000 Tiere.

Marokko - Meknes - Bab al Mansour

Bab al Mansour

Das Marokko der Berber - Die Radtouren

Die Töne des Ourika-Tals (4) klingen anders: ein Wechselgesang zwischen Frauenchor und Männerstimme dringt an unser Ohr. Von der Skistation Oukaimeden auf 2.650 Metern Höhe aus starten wir unsere Radtour in weit geschwungenen Serpentinen abwärts durch eine Mondlandschaft in Ocker und Rotbraun. Dazu kommt in dieser Gegend mit ihren terrassierten Äckern ungewöhnlich viel Grün. Ab und an kleben kubusförmige Lehmhäuser an den Hängen, Kinder rufen und winken. Über die Kultur der Berber erfahren wir alles von Salah, der uns in Taftza durchs Écomusée Berbere führt. „In diesen Teppich hat die Mutter ihrem Sohn eine Botschaft geknüpft. Welche ist es?“ Schon können wir die Symbolik in den Teppichen deuten: Er solle viele Kinder zeugen. „Richtig, du bist Berberexperte!“, lacht Salah.

Marokko - berauschende Abfahrt von Oukaimeden nach Tafza im Ourika-Tal durchs Atlasgebirge mit fantastischen Ausblicken

Berauschende Abfahrt von Oukaimeden nach Tafza im Ourika-Tal durchs Atlasgebirge mit fantastischen Ausblicken

Die meisten der Touren beinhalten spektakuläre Downhills mit weiten Ausblicken auf das Atlasgebirge, auf Olivenbäume und Stauseen, die wie blaue Augen in der Landschaft liegen. Auf dem Weg zu den Wasserfällen von Ouzoud (5), den höchsten und schönsten Marokkos und einem beliebten Ausflugsziel, kommen wir auch an einem dörflichen Markt vorbei. Dromedare und Kamele lagern ringsum. Sie transportieren alles, bieten Milch, Fleisch und Leder, gelten als Wüstenschiffe und Rennpferde.

Marokko - Ouzoud-Wasserfälle

Ouzoud-Wasserfälle

Im Zedernwald von Azrou auf 2.000 Metern Höhe sind Berberaffen die Attraktion. Von dort radeln wir auf einer Art alpiner Hochebene bis in den Skiort Ifrane (6), in den heißen Monaten wegen seiner Kühle ein beliebtes Sommerdomizil. Die Schweiz Marokkos wird er auch genannt. Das Marokko des Schnees und der Skiläufer? Hier bist du richtig.

Und so hält dieses Land einiges an Überraschungen bereit. Im Osten von Fès radeln wir durch den Nationalpark Tazzeka (7). Zedern und Korkeichen, teils mit geschälter Rinde, und kleine bunte Häuschen erinnern eher an den Süden Portugals. Der Lohn der rasanten Abfahrt ist eine beeindruckende Schlucht mit hoch aufragenden Felswänden links und rechts und schließlich ein „Café nous nous“ (halb Kaffee, halb Milch) im Straßencafé eines Berberdorfs.

Marokko - in den Gassen von Moulay Idriss

In den Gassen von Moulay Idriss

Bergauf geht es nur selten, aber heute strampeln wir einige Höhenmeter hinauf in die heilige Stadt Moulay Idriss (8), die am Zerhoun-Gebirge zu kleben scheint. Eine fünffache Wallfahrt hierher ersetzt eine Hadsch nach Mekka. 788 wurde der Ort durch Moulay Idriss I. gegründet, der die erste Islamisierung der Berberstämme Ende des 8. Jahrhunderts einleitete. Einmal jährlich findet ihm zu Ehren ein Moussem statt, eine Pilgerfahrt mit Fantasia (Reiterspielen), Märkten und Zeremonien. „Die Marabouts der regionalen Heiligen werden besucht, um etwas von deren Baraka, deren Ausstrahlung abzubekommen“, erklärt Reiseleiter Kornel. Dieser hier darf von Nicht-Muslimen nicht betreten werden, doch das Städtchen zu durchstreifen lohnt sich auch so: Im ehemaligen römischen Thermalbad befindet sich ein öffentliches Backhaus. Eben liefert eine Frau ihren Fladen ab, eine andere holt das fertig gebackene Brot. „Wenn der Bäcker sich bei der Ausgabe vertut, merken die Leute das am Geschmack“, erklärt der Mann mit dem Schieber am Ofen. An vielen Türen finden wir das alte Symbol eines Fischs, um seine Bewohner vor dem bösen Blick zu schützen.

Marokko - Volubilis, Ruinenstätte, erst Berbersiedlung, ab 42 n Chr Teil des römischen Reiches

In Volubilis

Von 25 v. Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. herrschten die Römer in Marokko. Nur wenige Kilometer weiter kann man Zeugnis davon finden: Volubilis (9), die einstige Verwaltungsstadt der Provinz Mauretania Tingitana. „Zwei Drittel der Stadt sind noch nicht einmal ausgegraben!“, sagt unser Führer bedauernd. Was man allerdings bislang in der antiken Stadt sehen kann, ist überwältigend: Fußbodenmosaike mit Darstellungen von Bacchus, Nymphen, Jahreszeitenallegorien, Diana im Bade, der Argonautensage und weiteren antiken Mythen. „Daneben haben wir den Triumphbogen des Kaisers Caracalla, Forum, Kapitol, Basilika, Thermen, Via Appia, den Tempel des Jupiter usw.“, zählt der Führer auf. Von hier aus wurden Korn und Olivenöl, aber auch Elefanten, Löwen und Leoparden für die Arenen Roms exportiert.

Marokko - Volubilis, Ruinenstätte, erst Berbersiedlung, ab 42 n Chr Teil des römischen Reiches

Durch die Hauptstadt Marokkos und vierte Königsstadt Rabat (10) nach Marrakesch, Fès, Meknes machen wir noch eine kurze Radtour. Wieder ist alles ganz anders, mediterran. Teils geht es am Meer entlang und zum hoch aufragenden Hassan-Turm, dem Wahrzeichen der Stadt, und dem gigantischen Mausoleum Mohameds V. mit schmuck herausgeputzten Wächtern. Die Kasbah des Oudaias befindet sich in spektakulärer Lage über dem Meer. Weiß-blaue Häuser leuchten in der Sonne. Griechenland?

Marokko - kleiner Hafen mit Fischerbooten in Rabat (im Hintergrund die Kasbah des Oudaias)

Kleiner Hafen mit Fischerbooten in Rabat (im Hintergrund die Kasbah des Oudaias)

Casablanca (11) ist eine moderne Boomtown mit mächtig viel Verkehr und Staus zur Rushhour, viel Beton, weiten Plätzen mit vielen jungen Menschen und einer riesigen Moschee, der größten Marokkos. Ihr Minarett ist mit 210 Metern Höhe angeblich der höchste religiöse Bau der Welt. Auf dem gigantischen Platz davor flaniert man, wirft Steine vom Strand aus ins Meer, wartet auf den Sonnenuntergang und trinkt einen „marokkanischen Whisky“. Im Restaurant tun wir dasselbe, fläzen uns in dicke, plüschige Samtkissen wie Laila und Ahmed und genießen Tajine, im Tontopf Gegartes, Couscous oder Pastilla, süße Blätterteigpastete mit salziger Füllung, meist Tauben- oder Hühnerfleisch.

Die Hassan-II.-Moschee, eine der größten der Welt (angeblich die größte nach der von Mekka)

Die Hassan-II.-Moschee, eine der größten der Welt (angeblich die größte nach der von Mekka)

Die langen Bustransfers sind manchmal störend, doch lässt sich aufgrund der weiten Distanzen nicht alles mit dem Rad machen, und Kornel verkürzt uns die Zeit auf vergnügliche und lehrreiche Weise: Wir bekommen Informationen zu den umliegenden Landstrichen und Städten, hören passende Musik aus der jeweiligen Region und jeden Tag eine Geschichte von Dr. Goha aus Marrakesch. Mit der Zeit wird Dr. Goha von allen sehnsüchtig erwartet. Zu Hause kaufe ich Dr. Gohas Märchen auf Deutsch und eine Wunderlampe, die der Aladdins in meinen Vorstellungen ziemlich nahe kommt. Ob sie auch so wirkt? An ihr reiben musste ich ja nicht.

 

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