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Am Ortsrand findet man auch die Keitumer Kirche. Ihr wehrturmähnlicher Glockenturm ist wohl das meist fotografierte Gebäude auf Sylt. Jahrhundertelang diente sie heimfahrenden Seeleuten als Wegweiser. Als Bauplatz für ihr Gotteshaus hatten die Insulaner einen Hügel weit außerhalb des Dorfes gewählt, einen Ort, an dem ihre Vorfahren einst die germanische Göttin Frigga verehrten. Nach der Christianisierung schafften sie rheinischen Tuff, Feldsteine, Granitquader und Ziegelsteine heran und gaben ihrer Kirche ein gotisches Gewand. St. Severin steht heute nicht nur bei Fotografen hoch im Kurs, sondern auch bei Brautpaaren, die mit Brautstrauß und Festgesellschaft vom Festland extra angereist kommen.

Bei Sturm und wolkenbewegter Abenddämmerung, wenn kein Mensch sich vor die Tür traue, gesteht ein alter Herr mit Pfeife und Seemannsmütze, werde ihm bei am Friedhof von St. Severin und dem geheimnisvollen Tipkenhoog mit den Hünengräbern noch immer etwas mulmig.


Tipkenhoog

Die raschelnden Blätter der Büsche formten dann die Gesichter von Ing und Dung, zweier böser Frauen, erklärt er, die den Turm mit einem Fluch belastet hätten. Ein Mitarbeiter der Tourismuszentrale?, fragen wir uns. Aber auch ein kleiner Junge beim Keltengrab am südlichen Dorfrand hatte stur und steif behauptet, dass dort der wilde, sagenhafte Meermann Ekke Nekkepen noch herumspuke, dem Straßen und Restaurants auf Sylt ihren Namen verdanken. Keitum hat ein gewisses Etwas.


Haarhoog: Keltengrab

Die Weltentrücktheit und den diskreten Zurück-zur-Natur-Luxus im "grünen Vergessen", wie Max Frisch das Friesendorf einmal nannte, lassen sich Hotelbesitzer und Gastronomen freilich gut versilbern. Die Schattenseite, die einen aus weltfernen Träumen sofort zurückholt. Kein Ferienort auf Sylt bittet so gnadenlos zu Kasse wie Keitum, vom schrillen Szeneort Kampen einmal abgesehen. Die Nobelrestaurants unter gemütlichem Reet bieten nur wenige Tischen auf knarrenden Dielen und sind ständig ausgebucht. Ohne Tischreservierung geht man garantiert hungrig ins Bett.



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