La Palma - der grüne Krater
Ziel naturverbundener Touristen
Glücklich können sich diejenigen Palmeros schätzen, die frühzeitig ihren Bananenplantagen den Rücken gekehrt und auf andere landwirtschaftliche Produkte (Avocados und Ananas) oder neue Erwerbszweige gesetzt haben. Denn die Vergünstigungen der Europäischen Union für die kanarischen Bananen, die früher gar bis zu 98 Prozent des Agrarexports von La Palma ausmachten, wurden 1996 aufgehoben. Seitdem müssen die kanarischen Bananen auch in Spanien mit den lateinamerikanischen um Marktanteile buhlen. Die kanarischen Zwergbananen sind zwar schmackhafter, aber kleiner, optisch weniger ansprechend und nicht zuletzt erheblich teurer.

Schon einmal war La Palma mit ähnlichen Problemen konfrontiert. Die Insel glich damals einem riesigen Zuckerrohrfeld. Doch als die Pflanze in der Neuen Welt heimisch wurde, konnte der palmerische Zucker auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrieren. Zwar haben die Palermos den Tourismus seit rund zehn Jahren als neue Erwerbsquelle entdeckt, doch sind dem Wachstum "natürliche" Grenzen gesetzt. Die wenigen kleinen schwarzsandigen Buchten eignen sich nicht als Badeparadies, Hotelkomplexe gibt es daher kaum.

Der FKK-Strand Playa de las Monjas bei Puerto Naos
nahe der Südspitze von La Palma. Hinter den Mauern
oberhalb der Felskante befinden sich Bananenplantagen,
wie fast überall an diesem Küstenstreifen
(Foto: Stefan Pitch)
Es sind bislang vor allem naturverbundene Touristen, die "La Isla bonita", wie La Palma auch genannt wird, erkunden. Doch auch rund 200.000 Touristen im Jahr verheißen noch lange keine goldenen Zeiten: Nach wie vor gehört Arbeitslosigkeit zum alltäglichen Schicksal.

Punta de Fuencaliente, die Südspitze der Insel
(Foto: Stefan Pitch)
Mehr als ein Fünftel der Palmeros ist derzeit ohne Arbeit, und kein gelobtes Land ist in Sicht wie in früheren Zeiten. Von keiner anderen Kanarischen Insel sind nämlich mehr Menschen nach Südamerika ausgewandert. Bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts gingen die Palmeros zu Abertausenden nach Kuba und Venezuela.