Ein Methusalem der modernen Eisenzeit

Zu Besuch in der stillgelegten Hochofenanlage in Völklingen
Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther
Längst
sind die sechs Hochöfen der Alten Hütte in Völklingen
erkaltet. Rost verkleidet ragen sie weithin sichtbar in den Himmel
des Saarlandes. Bereits vom Bahnhof aus kann man die Hochofenanlage
mit dem Erzschrägaufzug und den mächtigen Wasserturm ausmachen.
Ein besonderes Spektakel ist ein nächtlicher Besuch: wenn der
Wasserturm in Lichtblau getaucht und die übrigen Elemente des
„Methusalems der modernen Stahlschmelze“ in Gelb, Lichtgrün
und Rot getaucht sind - eine kunstvolle Lichtinszenierung für
einen Zeitzeugen der Industriekultur.
Die
Alte Hütte eingetaucht in buntes Licht
Foto: Jesko Kersten
Auch wenn die Hochöfen der Alten Hütte längst erkaltet sind, wird in Völklingen noch Stahl gekocht. Umgeben ist die Alte Hütte nämlich von den Betriebsanlagen des Unternehmens Saarstahl, das bis heute aus Roheisen und Schrott Stahl erzeugt und zu Drähten, Stab- und Formstahl verarbeitet. Das Rohprodukt kommt seit den 1980er Jahren nicht mehr aus der Alten Hütte. Längst schafft der moderne Hochöfen eine vielfache Menge dessen, was die Hütte in Völklingen zu schaffen in der Lage wäre, wenn ihre Hochöfen nicht längst in einen Dornröschenschlaf gefallen wären.

Ein selbstbewußter Stahlkocher aus den
Tagen, als die Stahlindustrie boomte
Wer zwischen Dillingen und Völklingen so genannte Torpedowagen bei der Bahnhofsdurchfahrt erlebt und sich über den angenehm warmen Wind wundert, der steht nicht vor einem Rätsel, sondern wird Zeuge eines Transports von flüssigem Roheisen, das in Völklingen verarbeitet wird. Hier werden Konverter gefüllt und die erzeugte Stahlmenge zum Beispiel für den Stahlguss verwendet. Wer also einen Einblick in die Stahlerzeugung von heute erhalten möchte, fragt bei Saarstahl nach der Möglichkeit einer Betriebsbesichtigung.
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