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Geschichte Prags

Vorgeschichte / Herrschaft der Premysliden / Die Luxemburger / Georg von Podebrad und die Jagiellonen / Prag im Habsburgerreich / Die unabhängige Tschechoslowakei

Herrschaft der Premysliden

871 - 894 Borivoj I., erster historisch belegter Herrscher der Premysliden-Dynastie aus dem slawischen Stamm der Tschechen, wird vom "Slawenapostel" Method, einem mährischen Bischof, getauft. Unter seiner Herrschaft wird die Prager Burg als Verteidigungsanlage an einer Fernhandelsstraße errichtet. Borivojs Witwe Ludmila wird 921 im Auftrag ihrer Schwiegertochter ermordet und geht als erste Märtyrerin in die Geschichte des Landes ein.

10. Jh. Prag entwickelt sich zu einer bedeutsamen internationalen Handelsniederlassung. Der jüdische Kaufmann Ibrahim Ibn Jakub aus dem maurischen Spanien schildert 965 Prag als eine "aus Kalk und Stein" erbaute Stadt und einen der reichsten Handelsplätze dieser Region.

um 920 Gründung der St. Georgsbasilika als erster steinerner Bau der Burg durch Fürst Vratislav I.

921 - 935 Regentschaft Václavs (Wenzels) I. Er läßt die St. Veitsrotunde errichten, den Vorläuferbau der Kathedrale. Im Kampf um die Macht wird er von seinem Bruder Boleslav, der als Boleslav I. von 935 - 973 regiert, ermordet, jedoch später als Symbolfigur böhmischer Staatlichkeit heilig gesprochen.

973 - 999 Regierungszeit Boleslavs II. Er erkennt nach langen Auseinandersetzungen die Lehnshoheit des Heiligen Römischen Reiches an. Ausdehnung der Herrschaft der Premysliden über ganz Böhmen. Im Streben nach größerer kirchlicher Unabhängigkeit wird Prag im Jahr 973 zum Bischofssitz erhoben, bleibt aber bis 1344 noch der Erzdiözese Mainz unterstellt. Erster Bischof wird der sächsische Benediktinermönch Dietmar. Boleslavs Schwester Mlada gründet innerhalb des Burgareals im selben Jahr das erste Frauenkloster Böhmens, das Benediktinerinnenkloster St. Georg.

993 Gründung des Benediktinerstifts Brevnov (Breunau).

1085 Vratislav II. (1061 - 1092) erhält von Kaiser Heinrich IV. als Dank für die Unterstützung bei seiner Auseinandersetzung mit Papst Gregor VII. den Königstitel, wenngleich auf seine Person beschränkt. Zum Schutz umliegender Siedlungen wird der Vysehrad zu einer zweiten Fürstenresidenz ausgebaut, er kann dem Hradschin aber nur kurzzeitig den Rang ablaufen.

Prag: Auf dem Vysehrad

Auf dem Vysehrad, der einstigen Fürstenresidenz

12. Jh. Sobeslav I. (1125 - 1140) und Vladislav II. (1140 - 1172) lassen die Prager Burg zu einer steinernen Festung ausbauen. Als erste steinerne Brücke überspannt die Judith-Brücke die Moldau. Prämonstratenser gründen das Strahov-Kloster. Die romanischen Kirchenbauten dieses Jahrhunderts (St. Clemens, St. Martin an der Mauer, Teynkirche u.a.) wurden ebenso wie die steinernen Häuser der Altstadt in späterer Zeit umgebaut.

13. Jh. In der "Goldenen Bulle von Sizilien" wird Böhmen 1212 vom Fürstentum zum Königreich erhoben, der Königstitel der böhmischen Herrscher ist künftig erblich. Die schon im 12. Jh. einsetzende Kolonisierung Böhmens durch deutsche Bauern und Handwerker wird verstärkt fortgeführt. Unter Premysl Otakar I. (1198 - 1230), Wenzel I. (1230 - 1253) und Premysl Otakar II. (1253 - 1278) wächst die wirtschaftliche Macht Böhmens. Prag wird zu einem städtischen Zentrum ausgebaut: Die Altstadt wird erweitert, 1230 wird mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen, 1235 erhält die Altstadt, 1257 auch die Kleinseite das Stadtrecht. Mit zahlreichen kirchlichen Bauten (Agneskloster, St. Jakob, Altneusynagoge) hält die frühgotische Kunst Einzug in Prag.

um 1300 Der "Prager Groschen" wird eingeführt. Aufgrund der rasanten Entwicklung in Landwirtschaft, Handel und Silberbergbau wird er zu einem weit verbreiteten Zahlungsmittel.

1306 Mit der Ermordung König Wenzels III. erlischt die über 400jährige Herrschaft der Premysliden.

 


 

 


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