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Lakki, die italienische Stadt vom Reißbrett

"Das Weißenhof in der Ägäis"

Markthalle (21162 Byte)Lakki ist nicht unbedingt ein Urlaubsdomizil, doch wer den Ort versäumt, sollte sich grämen, gehört er doch zu erstaunlichsten Eindrücken, die man in der griechischen Ägäis gewinnen kann!

Stuttgarts Weißenhofsiedlung, entstanden in den 1920er Jahren, besitzt Weltruf. Den könnte vielleicht auch Lakki besitzen, ist doch dort zur Zeit der italienischen Besetzung nicht "nur" eine Siedlung entstanden, sondern eine komplette Stadt in der Architektur des internationalen Stils und des italienischen Rationalismus. Zwar trifft man auch auf anderen Dodekanes-Inseln Bauten der Italiener an, nirgends aber in solcher Komplexität wie auf Leros. Dem griechischen Professor Antoniadis ist der "ignorierte Internationalismus von Lakki" gar nicht recht, weshalb er fordert: "Diese Gebäude sollten, nachdem sie ihre frühere Gestalt erhalten haben, als bemerkenswerte Beispiele von Architektur-Pionieren in unserem Jahrhundert erhalten bleiben."

Wer heute die Küstenstraße, die die Italiener "La passegiata sul mare" nannten, entlangschlendert und ortseinwärts geht, wird immer wieder verblüfft sein, mit welcher Phantasie und Modernität die Italiener die "Kolonialstadt" geplant haben. Ähnliches trifft man in Griechenland sonst nirgends an, eher in Tirana in Albanien, in Libyen, vereinzelt wie erwähnt auf Rhodos, Kos, Kalymnos.

Hotel Roma (20566 Byte)
Das ehemalige Hotel Roma

Zwar gewinnt man den Eindruck, daß an dem einen oder anderen Haus Renovierungsarbeiten im Gange sind. Eher aber gilt, daß sich die Inselbewohner mit dieser importierten Architektur, die zudem bauliches Zeugnis einer Fremdherrschaft ist, nicht befreunden mögen.

Eines der auffälligsten Gebäude von Porto Lago, wie Lakki zur Italiener-Zeit hieß, ist die 1934-36 erbaute Agora mit dem Glockenturm. Es gibt dort einen offenen Innenhof, ehemals mit reichlich Läden besetzt. Nahebei ist das "Hotel Leros", früher "Hotel Roma", 1936-37 entstanden, dem ein Kino angegliedert ist, das während der deutschen Bombardements 1943 sein Dach einbüsste.

Kino (14246 Byte)
Kino von Lakki

Das Rathaus (1933-34) steht noch, ebenso die im 2. Weltkrieg bombardierte Kirche St. Nikolaos (1938), die bei den Italienern St. Francisco hieß. Es gab das Faschistische Zentrum (1943), das Marine-Kommando (1929, heute Oberschule) und ein Elektrizitätswerk in Temenia (1936). Ebenso interessant sind die zahlreichen Wohnhäuser und Ladenbauten, die aus der Italiener-Zeit erhalten blieben.

Der Naturhafen von Lakki bildete für Italien ab 1923 die Hauptmilitärbasis im Dodekanes. Mit einer 400 Meter-Öffnung zum Meer ist Lakki sogar der größte natürliche Hafen im östlichen Mittelmeer. Das ehemals malerische Örtchen Lakki mußte insofern ab 1930 den Neubauplänen der Italiener weichen. In Lakki entstanden Militär- und Wohngebäude für Offiziere, U-Boot-Fahrer und Soldaten der Marinebasis.

Ein Denkmal an der Uferpromenade erinnert an die Bombardierung und die Toten des griechischen Zerstörers "Vassilisa Olga", der am 26.September von der deutschen Luftwaffe versenkt wurde. Am 26.September jeden Jahres gedenkt die Bevölkerung dieses Ereignisses.

Abgesehen von der landesfremden Architektur hat Lakki nicht viel zu bieten. Für manche ist es von Bedeutung, weil dort die Fährschiffe von/nach Piräus fahren und es außerdem einen stattlichen Yachthafen gibt. Aber wie erwähnt: Als "Weißenhof in der Ägäis" ist es ein absolutes Muß für all jene, die sich auch nur am Rande für Architektur interessieren.



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