Bad Oeynhausen

 

Die Oeynhausener Schweiz

Wer neugierig auf die Oeynhausener Schweiz ist, die in einer Senke liegt, der folgt aus dem Kurpark heraus einem der sogenannten Vitalwege gen Osten. Neben einem Wildgehege mit Damwild und Ziegen ist in dieser grünen Stadtoase auch ein Trainingsparcours für Rollstuhlbenutzer untergebracht, der allerdings wohl schon lange nicht mehr genutzt wird, so der Eindruck vor Ort. Auf unterschiedlichen Belägen kann zudem nach orthopädischen Eingriffen das Gehen im Rahmen einer Reha geschult werden. Dazu dienen zum Beispiel ein Felstreppenweg und ein Schwellenweg.

Bad Oeynhausen - Trainingsparcours in der Oeynhausener Schweiz

Trainingsparcours

Kaiserpalais und Jordansprudel

Zurückgekehrt in den Kurpark umrunden wir das Kaiserpalais, in dem heute das GOP Varieté-Theater residiert. Das neobarocke Kaiserpalais, ein markanter schlossähnlicher Kuppelbau, wurde 1908 eröffnet. Ursprünglich befanden sich u. a. ein Restaurant, ein Billardzimmer und ein Konzertsaal in diesem ausladenden Bau, der ein wenig an den Schlossbau in Berlin-Charlottenburg erinnert. In den 1980er Jahren wurde in einem der Palaisflügel der Spielbetrieb eines Casinos eingerichtet. Nach Aufgabe des Casinos im Kaiserpalais veranstaltet das GOP seit dem Jahr 2000 im Kaiserpalais seine Varietéshows.

Bad Oeynhausen - neobarocker Kaiserpalast

Blick auf den Kaiserpalast

Verlassen wir den Kurpark auf Höhe des Kaiserpalais und machen uns dann ins Siekertal auf, um zum Museumshof zu gelangen. Nachdem wir den Kurpark verlassen haben, stoßen wir auf Höhe der sogenannten Bali-Therme auf den Jordansprudel, einst das Wahrzeichen von Bad Oeynhausen. Er wurde 1926 erbohrt und ist zurzeit die größte kohlensäurehaltige Thermalsolequelle der Welt. Bis zu 7.000 Liter pro Minute kommen hier aus der Erde, wenn denn der Sprudel nicht wie gegenwärtig verschlossen ist.

Museumshof im Siekertal

Bad Oeynhausen - Museumshof

Auf dem Museumshof

Nur bedingt ist der Weg zum Museumshof ausgeschildert. Man braucht hier und da einen sechsten Sinn oder die Hilfe von Ortsansässigen, um zu diesem Freilichtmuseum zu gelangen, das nach dem Vorbild des Bauernhofmuseums in Bielefeld konzipiert wurde. Am Eingang zum Gelände steht der Glockenturm der Salinenverwaltung Neusalzwerk. Aus Hüllhorst stammt das reich verzierte Vierständerhaus. Zu diesem gehört auch ein Bauerngarten. Nebenan stößt man nicht nur auf ein Backhaus, sondern auch auf einen Schäferkarren. Links vom Haupteingang des Vierständerhauses befindet sich das sogenannte Heuerlingshaus. Um 1880/90 wohnten in diesem gleichzeitig zwei Familien. Heuerlinge mussten Miete an den besitzenden Bauern entrichtet oder Arbeitsleistungen anbieten. Zwingend war das nicht, sodass es auch vorkam, dass Heuerlinge ihr Geld mit dem Zigarrendrehen verdienten. Zu sehen ist aber auch der auf steinernem Sockel stehende Speicher in Fachwerkarchitektur. Außerhalb des Geländes steht die noch immer betriebsfähige Hofwassermühle aus dem 18. Jahrhundert.

Bad Oeynhausen - Hofwassermühle des Museumshofs

Mitten im Grünen: die Hofwassermühle

Quo vadis Landesgartenschau 2000?

Es ist schon Jahrzehnte her, dass in Löhne und Bad Oyenhausen die Landesgartenschau stattfand. Der Wasserkrater, der sich in einem abgesenkten Gartenteil befindet, war eine der Attraktionen und noch heute schießt zu regelmäßigen Zeiten eine bis zu 30 Meter hohe Wassersäule empor. 18 Meter muss man in die Tiefe hinabsteigen, um zur sprudelnden Quelle zu gelangen, aber auch von oben hat man durch zwei Durchlässe im Rund des künstlichen Kraters einen guten Blick auf die Urkraft der Natur.

Bad Oeynhausen Aqua Magica: Wasserkrater

Aqua Magica: Wasserkrater

Zum einstigen Gartenschaugelände gehören auch die Wassergärten mit roten und weißen Seerosen. Zudem befindet sich dort auch eine Kneippsche Wassertretanlage. Wer hoch hinaus will, der probiert den Hochseilklettergarten aus. Gesichert ist man beim Balancieren auf wackligen Brettern, keine Frage. Doch schwindelfrei und ohne Höhenangst sollte man schon sein.

Löhne/Bad Oeynhausen Installation Sonnenschirme auf dem eh. Land

Installation Sonnenschirme

Außerhalb des eingezäunten Geländes befindet sich die Sonnenschirminstallation, auch Teil der einstigen Gartenschau. Auf einem gewundenen Weg können wir zur Allee des Weltklimas gelangen, einst das Herzstück der Gartenschau mit verschiedenen Experimentalgärten. Die Infostelen für diese Gärten sind noch vorhanden, die Textbausteine aber schwer zu entziffern. Der Pflegezustand der Gärten ist katastrophal. Man hat den Eindruck, dass die Gärten sich selbst überlassen sind, auch der „Verzauberte Garten“. Das ist sehr bedauerlich, denn angesichts des Klimawandels wäre es doch angezeigt, sich ernsthaft mit zeitgemäßen Konzepten gestalteten Grüns auseinanderzusetzen. Diese Chance wurde allerdings vertan.

Bad Oeynhausen Eh. Landesgartenschau und die Allee des Weltklima

Allee des Weltklimas

Übrigens, wer das für Thermalbäder so typische Gradierwerk sucht, der muss sich in den Sielpark jenseits des Bahnhofs begeben. Das salzhaltige Wasser des Bülow-Brunnens wird über die Schwarzdornbüschel des Gradierwerks verrieselt. Durch die Verdunstung des Solewassers reichert sich die Luft in der Umgebung des Gradierwerkes mit Salzaerosol an. Das Einatmen des salzigen Dunst ist nicht nur wohltuend, sondern reinigt auch die Atemwege – Wellness am Ende eines Tages in einem Staatsbad.

Informationen

www.staatsbad-oeynhausen.de

www.aquamagica.de

www.badoeynhausen.de/kultur-sport-freizeit/kultur/museen/deutsches-maerchen-und-wesersagenmuseum/

www.variete.de/bad-oeynhausen/das-theater/historie

museumshof-foerdern.de/der-museumshof/

 

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