
Mächtige Mauern trotzen der Zeit
Ein Rundgang durch Gegenwart und Vergangenheit in Luxemburg
Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther
Luxemburg - Hauptstadt des Großherzogtums, 1995 Europas Kulturhauptstadt und die europäische Bankenmetropole schlechthin. Ohne Brückenschläge zwischen Oberstadt und den anderen Vierteln wäre das Leben dort sehr beschwerlich. Auch ein Aufzug von der Unterstadt in die Oberstadt erleichtert den Alltag. Neben der Adolphbrücke, die die Altstadt mit dem Bahnhofsviertel verbindet, und der Grande-Duchesse-Charlotte-Brücke zwischen Stadtzentrum und Bankenviertel sind es die dicken Festungsmauern und die Kasematten, die wie die Kirchtürme oder das hoch aufragende Europäische Zentrum das Stadtbild prägen.
Blick über die Dächer ehemaligen
Abtei Neumünster auf die Oberstadt
Trutzig erscheint die Festung, die die Oberstadt einst gegen einen feindlichen Angriff abschirmte, während im Tal der Petruß und der Alzette das Leben in der Unterstadt im Schatten von hoch aufragenden Felsen seinen Gang ging. Gemächlich schlängelt sich die Alzette an der Sankt-Johannes-Kirche und der ehemaligen Benediktinerabtei von Neumünster vorbei, kopfsteingepflastert sind zahlreiche pittoreske Gässchen der Altstadt. Der Bockfelsen kann als die Akropolis von Luxemburg angesehen werden.
Die Stadt als Festung
Hier wie auch an anderen Stellen der Stadt hat die Militärarchitektur für das urbane Gesicht Luxemburgs gesorgt: ein Ensemble von 40.000 Quadratmetern Kasernen, Pulverlagern und Magazinen. Dazu gehören das Fort Thungen, auch Dräi Eechelen (Drei Eichen) genannt, und die Wenzelsmauer, die im 14. Jahrhundert entstand, ganz abgesehen von den Kasematten, die im achtzehnten Jahrhundert unter österreichischer Herrschaft angelegt wurden.

Trutzige Felsen, die von Kasematten durchzogen sind,
sind das Bollwerk der Stadt an der Alzette seit Jahrhunderten
Die Festungsstadt faszinierte die europäischen Heerführer und berühmte Militärarchitekten wie den Militärbaumeister des Sonnenkönigs Ludwig XIV., Sébastien le Prestre de Vauban, der mit seinen Plänen zum weiteren Ausbau der Kasematten und Bastionen oberhalb der Petruß beitrug.

Herbststimmung im Tal der Petruß
Ein Zeitzeuge wie der Abgeordnete Lazare Carnot, äußerte sich in der Französischen Nationalversammlung des Jahres 1795 wie folgt: „Wer Luxemburg hält, hält seinem Feind nicht nur die neben Gibraltar stärkste und gefährlichste Befestigungsanlage vor, sondern schützt gleichzeitig seine eigene Grenze."
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