DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Eine Überdosis Sonne, die das Meer zum Funkeln bringt, empfängt uns am Morgen in Praia, der Landeshauptstadt auf der Insel Santiago. Fast schwarz vor gleißendem Licht wirkt der mächtige weiße Leuchtturm von Temerosa, der das Buchtende markiert. Der Strand ist nur für uns da. Eine dicke Schicht Sonnencreme kommt auf die Nase, denn trotz der frischen Brise brennt das Himmelsgestirn erbarmungslos.

Praia ist das pulsierende Zentrum der jungen Republik, die 1975 von Portugal unabhängig wurde.

Auf einem vorgelagerten Plateau hat die schachbrettartig angelegte Altstadt einen Logenplatz erhalten. Lavaschwarze Uferfelsen brechen das perlende Wasser. Einige Cafés und liebevoll gepflegte Grünanlagen verbreiten Atmosphäre. Außer ein paar adretten Häusern im Kolonialstil haben die Portugiesen von ihrer mehr als 500 Jahre dauernden Herrschaft wenig hinterlassen; sie haben nie viel in das Land investiert. Selbst beim Präsidentenpalast, in dem zuvor ein portugiesischer Gouverneur saß, haben die Architekten sich nich sonderlich angestrengt. Nach der Befreiung zogen die einstigen Kolonialherren aus und überließen das Land sich selbst.

Im Zentrum drängen wir mit dem Strom der Menschen zum Markt. Unter den vielen Farbigen machen wir Europäer kaum aus, und wir fühlen uns als echte Exoten. Überall fangen wir neugierige freundliche Blicke ein.
Es sind überwiegend Frauen auf den Beinen. Sie meistern den Alltag, während viele Männer im Ausland arbeiten.
Obwohl die meisten europäisch in Rock und Bluse gehen, haben doch alle den pano afrikanisch um die Hüfte geknotet, ein hübsches handgewebtes Tuch - ein Muß im Kleiderschrank jeder kapverdischen Frau. Von ihnen lernen wir auch, zum Schutz vor Sonne und Wind ein Tuch um den Kopf zu wickeln. Die hiesigen Coiffeure dürften ohnehin einen schlechten Stand haben; der Passat hat noch jede Frisur zur Strecke gebracht.

Autos und Lkws schleichen auf der Suche nach Parkraum um den Mercado; das scheint nirgendwo anders zu sein. Eine hüfthohe Mauer mit hohen Gitterstäben umgibt das quirlige Markttreiben. Kleine Bananenportionen wechseln von jenseits nach diesseits der Gitter den Besitzer. Wer sich am Eingangstor aufbauen konnte, hat den besten Platz; hier muß jeder vorbei. Eine Fischfrau hält den Ankömmlingen ihre blaue Handschüssel mit einer Handvoll silbriger Fische entgegen, und wird sie schnell los. Die Frauen tragen alle Lasten auf dem Kopf, selbst einzelne Bananen, einen Besenstiel oder leere Eierkartons.

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