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Um diese Vorstellungswelt wird der Polarsonnenkreis in der Nähe von Raufarhöfn errichtet. Er hat einen Durchmesser von etwa 50 Metern, und die 6 Meter hohen Tore weisen in die vier Himmelsrichtungen.

Zwischen ihnen wurde eine 3,5 Meter hohe Steinmauer mit Fensteröffnungen aufgeschichtet. Innerhalb des Kreises befindet sich eine 11 Meter hohe Säule, die auf vier Pfeilern ruht. Die Zwischenräume zwischen den Pfeilern sind nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, so dass man die Mitternachtssonne vom Südtor aus durch die die mittlere Säule und das Nordtor sieht. Das Zusammenspiel zwischen Licht und Schatten zeigt die alte Tageseinteilung in acht Abschnitte mit jeweils drei Stunden an.

Island - Arctic Henge

Leider stockt der Baufortschritt seit Jahren. Es fehlt, wie so häufig, einfach das Geld.

Weniger liebenswert sind die Trolle, die nur nachts ihre Höhlen verlassen. Sie können dem Menschen gefährlich werden.

Island - Eine Troll-Höhle oder ein Lava-Tunnel ?

Eine Troll-Höhle oder ein Lava-Tunnel ?

Der Sage nach wollten sie die Westfjorde vom Rest der Insel abtrennen. Allerdings wurden sie von der aufgehenden Sonne überrascht und an Ort und Stelle zu Stein verwandelt, so die Trollfrau in Malarhorn gegenüber dem Inselchen Grimsey.

Island - Trolle n Holmavik

Trolle in Holmavik

Unzählige Legenden von zu Felsen erstarrten Trollen lassen sich auch in anderen Küstenregionen finden: Vor der Küste bei Vik í Myrdal in Südisland befinden sich drei schwarze Felsnadeln (sog. Dykes), die Reynisdrangar. Sie heissen „Skessudrangur“, „Landdrangur“ und „Langsamur“.

Eine Legende berichtet, dass Trolle ein Schiff ans Land bringen wollten und dabei von der aufgehenden Sonne überrascht dabei versteinert worden seien.

Selbst wer mit Trollen und Legenden nichts anfangen kann: Vik hat im übrigen einen tollen Lavastrand. 1991 wurde der Strand vom „Islands Magazine“ zu einem der 10 schönsten Strände der Welt gewählt.

Island - Lavastrand in Vik

13 Trolle nehmen ab 12. Dezember jeden Jahres regen Einfluss auf das weihnachtliche Geschehen auf Island: es sind die Söhne der Trollfrau Grýla, die in den Dimmuborgir in der Nähe des Myvatn wohnen und in der Weihnachtszeit ähnlich wie bei uns der Nikolaus herunter kommen und brave Kinder belohnen oder unartigen Kindern eine rohe Kartoffel in den Schuh stecken.

Island - Dimmuborgir - der Wohnsitz der Weihnachtstrolle

Dimmuborgir - der Wohnsitz der Weihnachtstrolle

Manchmal leben Islands Elfen und Trolle auch recht gefährlich: In Ostisland wurden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges die Schifffahrtslinien vermint. Einige der Minen sind in den Vorgärten als Dekoration aufgebaut - in unmittelbarer Nachbarschaft der Behausungen der mystischen Mitbewohner.

Island - Mine mit Trollhäuschen in Djupavik, Ostisland

Mine mit Trollhäuschen in Djupavik, Ostisland

Island - Ungemütlich ist auch ein Wohnsitz auf dem Minigolfplatz in Siglufjördur

Ungemütlich ist auch ein Wohnsitz auf dem Minigolfplatz in Siglufjördur

Die Isländer und auch die Kirche sind im Umgang mit mystischen Wesen im Übrigen recht entspannt.

Als Gudmundur der Gute im Mittelalter die Insel Drangey segnen sollte, weil sich dort Todesfälle und Unfälle häuften, kam der Legende nach plötzlich aus der Felswand eine Kralle heraus und fing an, das Seil zu zerschneiden, an dem der Bischof hing, und eine Stimmer erschallte, die sagte " Lass ab Gudmundur, auch wir Bösen brauchen einen Ort zum Leben". Der Bischof hatte ein Einsehen und nahm von der Segnung Abstand.

So ist denn auch keine Seltenheit, dass sich Elfenhäuschen und Kirchen ein Stück Land teilen und friedlich neben einander stehen, so wie auf dem Gelände des Heimatmuseums in Skogar.

Und da stört es auch nicht, dass neben der Elfenkirche als Opfergaben (?) Schafszähne und Gebisse liegen.

Island Elfenkirche

Dass nur wenige die Gabe haben, Elfen und Trolle zu sehen, beeinflusst das Verhältnis der Isländer zu ihren mystischen Nachbarn nur wenig. Wahrscheinlich gehören sie zum Land wie Vulkane und Naturkatastrophen.

Wie hieß es so bedeutungsvoll in einem Zeitungsartikel:

"Wenn man in Mitteleuropa hinter seinem Schreibtisch vor seinem PC sitzt, hält man die Legenden von Elfen und Trollen für Quatsch. Wenn man mit dem Flieger über die endlosen Lava- und Bergmassive fliegt, ist man nicht mehr sicher, und spätestens, wenn man bei hereinbrechender Dunkelheit oder bei Nebel über ein Lavafeld gegangen ist, wo die Felsen plötzlich zu Gestalten werden, dann sagt man: "Wenn es Elfen und Trolle gibt, dann hier!"

Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

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