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Stadt der gekochten Bohnen

“ Bangalore is a perfect place”, versichert Rawul. Eine Einschätzung, die auch die britischen Kolonialherren in längst vergangenen Tagen teilten. Wohl auch, weil die Stadt dank ihrer Lage auf 920 Metern über dem Meeresspiegel im Gegensatz zu weiten Teilen des indischen Subkontinents über ideale klimatische Bedingungen verfügt. Nur selten steigen die Temperaturen über 30 Grad Celsius.

Indien Bangalore Tänzerin
Traditionelles Indien

Die Gründung der Stadt erfolgte, so weiß Rawul zu berichten, im Jahre 1537 durch Kempe Gowda (1510–1570), einem Fürsten des Vijayanagar Reichs. Hingegen gibt eine populäre Legende vor, dass eine alte Frau im 10. Jahrhundert König Veeraballa das Leben rettete, als dieser sich im Wald verirrte. Die Greisin gab dem Regenten gekochte Bohnen zu essen. Aus Dankbarkeit soll der König den Flecken Erde, der das Stadtgebiet des heutigen Bangalores markiert, in “Benda Kaluru”, die “Stadt der gekochten Bohnen”, getauft haben. Als die Briten im Jahre 1799 nach dem Sieg über die Truppen von Tipu Sultan die Stadt einnahmen, anglizierten sie den Namen zu Bangalore.

Indien Bangalore Schlangenfrau
Die Schlange soll Glück bringen

Plötzlich wird unsere kleine Geschichtsstunde unterbrochen. Während wir an der Ampel stehen, hat sich einen Frau unserem Tuc-Tuc genähert. Sie streckt mir ihre Hände mit einem kleinen Bastkorb entgegen. Dann liftet sie den Deckel und eine Schlange reckt ihren Hals. Ich weiche ängstlich zurück. Ja, denke ich und bediene mich alter Klischees, Indien ist das Land der Tempel, Turbane und Schlangenbeschwörer. Rawul lacht mich aus und ruft: “Touch the snake. It brings luck.” Doch ich bleibe skeptisch, will das arglistig wirkende Reptil nicht berühren, auch wenn dies vermeintlich Glück verheißt. Stattdessen zücke ich den Fotoapparat und ein paar Rupien, bevor ich die Frau nebst Schlange auf Zelluloid banne.



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