Dominikanische Republik
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Fotos:
Andreas Drouve
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Kurzportrait
Wer in der kühlen Heimat die Reisekataloge durchblättert, stößt auf puderweiße Strände und das Meer in schillerndstem Türkis. Die Kataloge lügen nicht. Goldgelbe Sandbänder und palmenflankierte Buchten lassen Karibikträume wahr werden, das Ganze angereichert mit jahresdurchgängiger Schön-Wetter-Garantie und Wassertemperaturen, die nicht unter 25 °C sinken. Doch es gibt viel mehr als jenes "Sonne, Sand und Meer" - Image, das mit den Strömen des Massentourismus zuweilen in den Negativbereich abgeglitten ist und der Inselrepublik den Ruf vom "Billigreiseland Dom Rep" eingebracht hat. Die Dominikanische Republik vereint Kolonialpaläste und Wasserfälle, Lebensräume von Krokodilen und Leguanen, weite Seen und ein grandioses Hochland sowie ein allüberall überbordendes Grün aus Palmen, Rinderweiden und Zuckerrohr. Landauf landab ziehen die herzerfrischend freundlichen Menschen jeden Besucher in ihren Bann. Menschen, denen das Lächeln in karibischer Leichtigkeit über die Lippen geht und die bei ihrem Nationaltanz Merengue so richtig aufleben.

Strand von Punta Cana vor dem LTI - Hotel
Die Haupstadt Santo Domingo blickt auf mehr als 500 Jahre bewegte Geschichte zurück. Im 16. Jahrhundert war die heutige Drei-Millionen-Metropole am Río Ozama Hauptstadt des Vizekönigtums Neuspanien und Sitz der ersten Universität Amerikas. Ihre Altstadt zählt zu den beeindruckendsten in der "Neuen Welt" und ist von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Man durchstreift malerische Gässchen wie die Calle Las Damas, spürt dem altkolonialen Glanz in den Casas Reales und im Alcázar de Colón nach, steigt in der Fortaleza auf den Festungsturm Torre del Homenaje auf und betritt in der Catedral de Nuestra Señora de la Encarnación die älteste Kathedrale des Kontinents. Bei soviel alter und neuer Kultur sollte man in Santo Domingo nicht den Mercado Modelo versäumen. In den Markthallen schlägt das Käuferherz höher: Wunderessenzen und Bernsteinschmuck, Holzmasken und Merenguereiben, Zigarrenpakete und Rum. Handeln erlaubt.
mehr zu: Welt(kultur)erbestätten in der Dominikanischen Republik
Östlich von Santo Domingo steuert man mit Boca Chica und Juan Dolio die ersten Besucherhochburgen an, doch die landesweit größte Konzentration von Hotels - besser gesagt: All-inclusive-Resorts - findet man im äußersten Osten. Wahre Traumstrände, die sich dort an der Costa del Coco bündeln, der rund 50 Kilometer langen Kokosküste, an der gestresste Mitteleuropäer und Nordamerikaner so richtig abschalten können. Sonne tanken, baden, Verwöhnvergnügen pur in Top-Unterkünften wie dem LTI Sol de Plata Punta Cana Beach Hotel. Und alles nur acht Flugstunden von daheim entfernt. Der mitten im Nichts gelegene Flughafen Punta Cana nimmt die Flut an Bleichgesichtern auf, von dort geht's ab in die abgeschotteten Hotels. Erholungsbedürftige werden's kaum besser treffen - sofern man keine Ansprüche auf ein abwechslungsreiches Küstenhinterland erhebt. Da nämlich herrscht Ebbe. Staubige Busch-Einöde, Streudörfer und immergleiche Rinderweiden. Auch die nächstgelegene Stadt Higüey hat bis auf ihre moderne Kathedrale nicht viel zu bieten. Längere Ausflüge führen ins Fischerdorf Bayahibe, mit Booten hinüber zur Isla Saona oder nach Altos de Chavón, einem mediterranen Steindorf unter karibischer Sonne. Es wurde in den 1970er Jahren angelegt, um die Zugkraft des nahen Luxusresorts Casa de Campo zu erhöhen. Altos de Chavón bietet sogar ein 5000 Besucher fassendes Amphitheater, in dem schon Musikgrößen wie Frank Sinatra und Julio Iglesias aufgetreten sind. In der Casa de Campo wird sich jeder mit einem gut gepolsterten Konto im Rücken pudelwohl fühlen.

Der Fischerort Bayahibe,
Ausgangspunkt für Tripps auf die Saona-Insel
Beliebtes Nordküstenziel deutscher Ferienflieger ist Puerto Plata, wo man rundherum mehr Abwechslung findet als an der Costa del Coco. Im östlich gelegenen Cabarete finden Windsurfing-Fans an der weitgeschwungenen Bucht ihr Paradies vor, im Strandstädtchen Sosúa vermischt sich das Einheimischen- mit dem Touristenleben, in der Ferienanlage Playa Dorada sind Besucher wieder unter sich und genießen den herrlichen Strand sowie das breite Sportangebot - von Schnorcheln über Jetski bis Parasailing. In Puerto Plata hält sich das koloniale Erbe der Spanier mit der kleinen Fortaleza de San Felipe wach. Ebenso lohnend wie ein Streifzug durch die im 16. Jahrhundert erbaute Festung ist der Besuch des Bernsteinmuseums und eine Auffahrt mit der Seilbahn auf die Montaña Isabel de Torres, Puerto Platas 793 Meter hohen Hausberg.
Auf die Spuren des Christoph Kolumbus begibt man sich im Nordwesten des Landes. Mit La Isabela ließ er um die Jahreswende 1493/94 die erste ständig bewohnte Siedlung in der "Neuen Welt" errichten. Obgleich als "Archäologisch-Historischer Park" ausgewiesen, haben sich von dem geschichtsträchtigen Ort nur Fundamente erhalten. Doch alleine der herrliche Blick über die Bucht lohnt die Anfahrt.
Das Meer gibt auch den Weg östlich von Puerto Plata vor. In Río San Juan startet der Ausflugsklassiker des Nordens ab der Laguna Gri-Gri. In Booten fährt man durch Mangrovenwälder aufs offene Meer hinaus und ein Stück an der von Höhlen durchlöcherten Küstenlinie entlang; ein Bad im "Naturschwimmbad" (Piscina Natural) gehört selbstverständlich zum Programm.
Im Nordosten zeichnen sich von Ferne die Bergsilhouetten eines dominikanischen Pflichtziels für unternehmungslustige Individualisten ab: die von Abermillionen Palmen überzogene Halbinsel Samaná. Auf ihren knapp 800 km² bündelt sie eine exotische Strand- und Palmenkulisse par excellence. In den Strandorten Las Terrenas und Las Galeras sind populäre Aussteigertreffs mit guter touristischer Infrastruktur entstanden, vom Hauptstädtchen Santa Bárbara de Samaná starten Bootsexkursionen hinüber zum Nationalpark Los Haitises (Mangrovenforst, Vogelinseln, Höhlen) und zum traumhaften Cayo Levantado, im Volksmund wegen eines hier gedrehten Werbespots "Bacardi-Insel" genannt. Alljährlich zwischen Januar und März ist Whale-watching-Zeit. Noch immer sind es einige hundert Buckelwale, die sich in der Bucht von Samaná fortpflanzen oder den Nachwuchs zur Welt bringen - eine touristische Goldgrube für die örtlichen Kapitäne, die trotz aller Auflagen regelrechte Waljagden betreiben und die Besucher an die bis zu 15 Meter langen und 45 Tonnen schweren Meeresriesen heranfahren.
Ganz ungewöhnliche Bilder der Karibik zeigt das Zentralland. Ein grandioses Gebirge, in dem Erdbeeren und Kaffee gedeihen und das mit dem Pico Duarte bis zu 3175 Meter hoch aufragt. Schönste Städtchen in der Bergesfrische der Cordillera Central sind Constanza und Jarabacoa, beide Ausgangspunkte zu nahen Wasserfällen: der Salto de Aguas Blancas bei Constanza sowie der Salto de Baiguate und der Salto de Jimenoa bei Jarabacoa. Ein bis zwei Höhenstufen unter der Cordillera Central erstreckt sich der Cibao über eine Länge von mehr als 200 Kilometern. In jener überaus fruchtbaren Ebene schöpft die Domnikanische Republik aus dem Vollen, hier gedeihen Bananen, Orangen, Kakao, Maniok, Reis, Mais, Zuckerrohr und Tabak. Mitten durch den Cibao führt die vielbefahrene Autopista Duarte, eine Autobahn, die die beiden größten Städte Santo Domingo und Santiago de los Caballeros miteinander verbindet. Santiago de los Caballeros ist vor allem wegen seines ausschweifenden Karnevals bekannt.

Unberührte Küstenlandschaft im Südwesten bei Los Patos
Ein Eldorado für Entdeckungsfreudige ist der vielerorts unberührte Südwesten des Landes. Hier aalt man sich mit den Einheimischen in den Flussbadepools von San Rafael und Los Patos, beobachtet Flamingos an der Laguna de Oviedo und erlebt auf dem Freitagsmarkt der domikanisch-haitianischen Grenzstadt Pedernales ein Stück Afrika. Eines der heißesten Gebiete des Landes liegt rund um den Lago Enriquillo, den großen dominikanischen Salzsee. Er ist der Millionen Jahre alte Überrest eines Karibikarms, der durch tektonische Verschiebungen abgetrennt wurde und heute bis zu 40 Meter unter den Meeresspiegel liegt. Es ist das Reich von Amerikanischen Spitzkrokodilen, an den Uferzonen leben Nashornleguane. Der See trägt den Namen des Taíno-Kriegers Enriquillo, der sich zu Beginn der Kolonialzeit mit seinen Kriegern in der nahen Sierra de Baoruco verschanzte und die Konquistadoren jahrelang mit einem Guerrillakampf in Atem hielt. Die Taínos waren die unter den Spaniern schlussendlich ausgerotteten Ureinwohner, die über den Ufern des Sees in der Höhle Las Caritas ein bedeutendes Zeugnis ihrer Kultur hinterlassen haben: ins Korallengestein eingeritzte "kleine Gesichter" (caritas), die dem Besucher Jahrhunderte nach ihrer Entstehung ein offenes Lachen schenken. Typisch dominikanisch.
Andreas Drouve
Adressen, Links, Musik und Bücher

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Reiseinfos
Klima und Reisezeit
Das Land ist ganzjährig bereisbar, die Jahresdurchschnittstemperatur bewegt sich um die 25 °C. In den Monaten Dezember bis April ist Trockenzeit (Januar und Februar sind die "kühlsten Monate"), während von Mai bis November der meiste Regen fällt. Die Niederschläge sind abhängig von Nordostpassat und Gebirgshöhe und reichen von durchschnittlich 600 mm rund um den Enriquillo-See bis zu 4000 mm in der Cordillera Central. Rund um den 3175 Meter hohen Pico Duarte können die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Heißeste Monate sind Juli und August. Die Wassertemperaturen liegen zwischen 25 °C und 29 °C.
Hochsaison: zweite Dezemberhälfte bis Ende März, Ostern sowie Juli / August. Nebensaison: Mai-Juni, September-Oktober. Ansonsten Zwischensaison.
Preise / Geld
ährung ist der dominikanische Peso; rasch und komplikationslos tauscht man sein Geld in Wechselstuben (casas de cambio). Der Erfahrung nach bieten die casas de cambio in Sosúa die besten Kurse, doch auch in anderen populären Touristenorten wie Cabarete und Boca Chica lassen sich Euro und Franken gut tauschen. Außerhalb der Touristenhochburgen setzt man in der Regel auf US$. Die Bezahlung mit weltweit bekannten Kreditkarten (Visa, MasterCard, American Express) wird immer unproblematischer. Sofern man das Einheimischen-Niveau zu Grunde legt, sind Unterkunft, Transport sowie Essen / Trinken weitaus günstiger als in Mitteleuropa; in touristisch populären Zentren kann ein normales Mittag- oder Abendessen mittlerweile durchaus 20-25 Mark kosten (in einfachen dominikanischen Restaurants kommt man ansonsten mit 6-7 Euro hin). Recht teuer ist die Automiete, bei der die günstigsten Tarife bei etwa 400 Euro pro Woche liegen (inkl. Freikilometer, Steuern, Versicherung).
Einreisebestimmungen
Besucher benötigen über einen gültigen Reisepass hinaus eine Touristenkarte, die Pauschalreisende in der Regel über den Veranstalter erhalten. Ist dies nicht der Fall, kann man die 10 US$ teure Touristenkarte bei Ankunft im Flughafen kaufen. Es gilt, die Touristenkarte gut aufzubewahren, denn bei der Ausreisekontrolle muss sie wieder abgegeben werden.
Medizinische Versorgung
In größeren Hotels steht im Regelfall ein eigener Hausarzt bereit, der gesondert zu bezahlen ist und bei Zimmerbesuchen einen Preisaufschlag kassiert. Ansonsten entspricht der Standard ärztlicher Versorgung dem eines sogenannten "Dritte-Welt-Landes": Statistisch gesehen kommt auf 1000 Einwohner ein Arzt, vielerorts mangelt es an adäquatem Gerät und Know-how. Die wichtigsten Hospitäler und Behandlungszentren liegen in der Hauptstadt Santo Domingo. Es empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Auslands-Krankenversicherung.
Impfnachweise sind nicht vorgeschrieben, doch vor Reisebeginn ist es ratsam, den Schutz gegen Tetanus, Diphterie und Polio zu prüfen bzw. aufzufrischen.
Statistik
Lage: In der Karibik, Ostteil der Antilleninsel Hispaniola (den westlichen Teil nimmt Haiti ein). Nächstgrößere Inseln sind das nordwestlich gelegene Kuba, das südwestliche Jamaika und das östliche Puerto Rico.
Fläche: 48.442 km²
Küstenlänge: 1600 km
Höchste Erhebung: Pico Duarte (3175 Meter) in der Cordillera Central
Staat: Die ehemalige spanische Kolonie wurde 1822 von Haiti unterworfen und erst am 27. Februar 1844 von Haiti unabhängig.
Name: República Dominicana
Staatsform: Präsidiale Republik
Hauptstadt: Santo Domingo mit etwa 3 Mill. Einwohnern
Bevölkerung: 8,6 Mio. Einwohner. Die Bevölkerung setzt sich aus 73 % Mulatten, 16 % Weißen und 11 % Schwarzen zusammen. Rund ein Drittel aller Dominikaner ist jünger als 14 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 68 Jahren (Männer) bzw. 72 Jahren (Frauen). Mit 177,5 Einwohnern pro km² ist das Land dicht besiedelt, wobei rund zwei Drittel der Dominikaner in Städten wohnen; die Landflucht ist ein Problem und sorgt für den Anstieg urbaner Elendsquartiere. Größte Städte sind Santo Domingo (3 Mill. Einwohner), Santiago de los Caballeros (1 Million Einwohner), San Pedro de Macorís (ca. 220.000 Einwohner), La Vega (190.000 Einwohner) und La Romana (135.000 Einwohner). Das Bevölkerungswachstum von 1,7 % lässt die Inselrepublik um 150.000 Menschen pro Jahr wachsen, außerdem wandern viele Haitianer auf illegalem Weg aus dem weitaus ärmeren Nachbarland ein.
Rund 95 % der Dominikaner bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Hinzu kommen kleinere Religionsgemeinschaften von Protestanten und Juden; die Haitianer haben ihren unheimlichen Voodoo-Kult mitgebracht.
Sprache: Amtssprache ist Spanisch, im Bereich von Handel und Tourismus wird zusätzlich Englisch verwendet, in den Grenzregionen zu Haiti ist ein französisch-kreolischer Dialekt verbreitet.
Verkehr: Wichtigste internationale Flughäfen sind Santo Domingo, Puerto Plata und Punta Cana, Hauptseehäfen La Romana, Santo Domingo und Puerto Plata. Von den rund 20.000 Kilometern Straßen ist nur ein Drittel asphaltiert. Beliebtestes Fortbewegungsmittel ist der Bus bzw. der Kleinbus, Schienenverkehr spielt nur für die Zuckerrohrwirtschaft eine Rolle.
Wirtschaft: Tourismus, industrielle Freihandelszonen (Billiglohnproduktion von Textilien) und Landwirtschaft bilden das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Hauptanbauprodukte sind Zuckerrohr, Kaffee, Bananen, Kakao und Tabak; dem einheimischen Bedarf dienen Reis, Mais, Erdnüsse Kochbananen, Maniok sowie verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Wichtig ist die Rinderzucht; landesweit verteilen sich rund 2,5 Mill. Rinder über Weiden und Stallungen. In der Industrie stehen Nahrungsmittel-, Getränke-, Bekleidungs-, Tabak- und Zementindustrie obenan.
Tourismus: Rund 3 Mill. Besucher pro Jahr, davon über 400.000 aus Deutschland. Dem Zustrom entsprechen acht internationale Flughäfen, wobei die meisten Gäste in Puerto Plata, Punta Cana und Santo Domingo eintreffen. Touristische Ballungsräume mit der größten Hotelkapazität sind an der Ostküste (Punta Cana / Bávaro) und an der Nordküste (Playa Dorada, Sosúa, Cabarete). Die Touristen bringen der Dominikanischen Republik pro Jahr rund 2,5 Milliarden US$ Devisen ein.
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