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Immer flussabwärts

Am nächsten Morgen ist das Aufstehen nicht leicht. Ein langer Abend mit gutem Wein macht müde und die Nacht war kurz. Die Erntehelfer sind schon längst wieder am Steilhang. Es heißt schnell, noch ein paar gute Flaschen einzukaufen für gemütliche Abende in der (weinlosen) Heimat. Platz bietet das Wohnmobil reichlich. Ein großes Dankeschön an die Familie Longen-Schlöder ist an den Mann (Markus) zu bringen und schon geht es weiter. Das Wohnmobil rollt in Richtung Bernkastel-Kues und Markus Longen mit dem Traktor in die Weinberge.

Ab jetzt fährt man immer flussabwärts. Mit Bernkastel-Kues wartet eines der hübschesten Weinstädtchen des Mosellandes. Bereits vor 6000 Jahren hinterließen Menschen hier ihre ersten Spuren und auch die Weinberge stammen zum Teil aus der Zeit römischer Eroberer. Auf der Mosel ist reichlich Betrieb. Frachtschiffe befördern Lasten flussauf- und abwärts, Passagierschiffe bieten die Möglichkeiten kurzer Ausflüge und ab und an grüßt ein Kreuzfahrtschiff.

Mosel / Bernkastel-Kues

Blick auf Bernkastel-Kues

Die Altstadt von Bernkastel mit ihren engen winkligen Gassen und ihren historischen Fachwerkbauten ist ein Traum für Fotografen. Leicht macht sie es ihnen jedoch nicht. Je nach Stand der Sonne sorgen harte Schatten für Kopfzerbrechen. Kopfzerbrechen macht auch ein Besuch in der neuen, modernen Vinothek im Gebäude des Cusanus-Stiftes in Kues. Gemeinsam mit dem Moselweinmuseum ist sie ganz einfach ein Muss für jeden Weinreisenden. Man kann in den Keller der Vinothek steigen und insgesamt rund 150 Spitzenweine der Region verkosten. Das macht Kopfschmerzen! Denn für welche Weine soll man sich entscheiden? Alle zu probieren ist unmöglich, möglichst viele möchte man aber schon versuchen. Da hilft es wenig, wenn Herr Erz, Chef all dieser Schätze, scherzhaft darauf verweist, man habe einen Aufzug im Keller und eine Sackkarre. Wer möchte schon gern versacken? Außerdem wäre ein zuviel an Wein der folgenden Schifffahrt nicht sonderlich zuträglich.

Bernkastel-Kues / Häuschen

Das wohl meist fotografierte Motiv in Bernkastel

Für all jene, die der Versuchung der Vinothek nicht tapfer genug widerstanden haben, bietet Bernkastel jedoch auch die richtige Lösung: Eine Wanderung hinauf auf die Burg Landshut. Da kommt der Kreislauf wieder in Fahrt und der Kopf wird ausgelüftet. Gratis dazu erlebt man einen herrlichen Blick auf Bernkastel-Kues und das malerische Moseltal.

Museen und Burgen

Moselschifffahrt

Das Moseltal ist so recht geschaffen für einen Urlaub mit dem Haus auf Rädern. Camping- und Stellplätze gibt es reichlich und die Möglichkeiten, direkt an der Quelle, beim Winzer vor der Haustür zu bleiben, nehmen zu. So auch dann, wenn man dem Lauf der Mosel folgt und durch Traben Trarbach in Richtung Neef fährt, wo eines der ausgefallensten Museen der gesamten Region seiner Besucher harrt. Hier ist es ausnahmsweise nicht der Wein, der in die Exposition einlädt, sondern hunderte Puppen und über 60 historische Öfen bieten Abwechslungsreiches für kleine und große Leute gleichermaßen.

Schon wenige Kilometer weiter, zweimal geht es per Brücke über den Fluss, kehrt man zurück in das Reich von Bacchus. In dem Örtchen Senheim, das für sich allein schon den Stop wert wäre, findet man eines von vielen Weinmuseen der Region und ohne Übertreibung das wohl interessanteste. Dabei erschlägt die Fülle der über 10.000 Ausstellungsstücke der Sammlung Schlagkamp-Desoye den unvorbereiteten Besucher fast. Grund genug sich viel Zeit zu nehmen. In diesem Museum kann man so ziemlich alles über den Wein und seine Geschichte erfahren. Dieter Schlagkamp, der Eigentümer und Chef des Museums und des gleichnamigen Weingutes ist ein wandelndes Lexikon und voller Anekdoten rund um das edle Getränk. Ihn „auszubeuten“ lohnt sich. Und noch mehr lohnt sich, an einer der zahlreichen Degustationen im Museum teilzunehmen.

Zahlreiche weitere Höhepunkte erwarten uns auch an den folgenden Tagen auf dem Weg zum Zusammenfluss von Mosel und Rhein am Deutschen Eck in Koblenz. Schon kurz hinter Senheim liegt ein weiteres, wirkliches Kleinod des Mosellandes, das mittelalterliche Weindorf Beilstein. So klein diese Ortschaft ist, so reizvoll schmiegt sie sich an die Berghänge des Moseltales. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Nur die vielen Autos auf den Parkplätzen am Fluß verweisen auf die Gegenwart des 21. Jahrhunderts. Über allem thront die mächtige Ruine der Burg Metternich. Einem reichen Industriellen hingegen sei Dank, dass die Ruine der Reichsburg Cochem im vorigen Jahrhundert wieder in alter Pracht aufgebaut wurde und heute zur Besichtigung offen steht. Ein Sprung in vergangene Jahrhunderte deutscher Geschichte, dem man sich ebenso nicht entziehen sollte, wie dem kurzen Abstecher ein Stück von der Mosel fort auf die Burg Eltz, dem Stammschloß des Grafen von Eltz, der übrigens noch heute dort residiert und, wie sollte es auch anders sein, mit einem großen Weingut gutes Geld verdient.

Mosel / Reichsburg Cochem

Hoch über der Mosel die Reichsburg Cochem

Gesäumt von Burgen und Burgruinen sucht sich die Mosel auf den letzten Kilometern ihren Weg nach Koblenz, wo der alte Vater Rhein schon auf seine Schwester wartet. Am Deutschen Eck vereinigen sich beide Ströme und ein Bummel durch die Koblenzer Altstadt beschließt die Wein(seelige)reise entlang der Mosel. Angenehm zu wissen, dass hinten im Wohnmobil so manch flüssiges Mitbringsels nur darauf wartet, die Erinnerungen an die Tage an der Mosel lebendig zu erhalten.

 

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