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Die Wiege des Inka-Reiches

Die Bedeutung bolivianischer Geschichte, und besonders der Historie rund um den Titicaca-See, reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Zwar teilt man sich den höchstgelegenen ( 3.812 Meter über dem Meeresspiegel) und größten schiffbaren Hochlandsee der Erde mit Peru, doch liegt die Wiege des Inkareiches, so erzählt es zumindest die Sage, auf der größten Insel des Sees, der Isla del Sol, die zum Bolivianischen Teil gehört. Hier wurde das erste Inkapaar Manko Capac und Mama Oklo von den Göttern auf die Erde gesetzt. Sie erhielten einen goldenen Stab, den sie dort in die Erde rammen mussten, wo der Mittelpunkt der Welt und damit der Mittelpunkt des kommenden Inkareiches sein sollte.

Bolivien Titicaca Tiwanku
Ausgrabungsstätte Tiwanaku

Vom Titicacasee aus gingen sie auf Wanderschaft durch das Hochland der Anden. Bei Cusco (Peru) fanden sie den Punkt, den sie zum Zentrum ihres Reiches erkoren, über dessen unermesslichen Reichtum sich bis in die Gegenwart hinein Legenden winden. Das Inka-Reich konnte jedoch nicht einmal hundert Jahre bestehen. In seiner Blütezeit wurde es durch die spanischen Eroberer gewaltsam zerschlagen und die Reichtümer seiner Tempel verschleppt und eingeschmolzen.

Weit vor der Zeit spanischer Eroberer und vor den Jahrzehnten der Kultur der Inka entstand, rund 500 Jahre nach Christi, im bolivianischen Tiwanaku eine Kultur, die über Jahrhunderte starken Einfluss auf die Entwicklung der Andenregion nehmen sollte. Bolivien stellt sich diesem Teil seiner Geschichte. Seit vielen Jahren werden in Tiwanaku, das auf der Hochebene zwischen La Paz und dem Südufer des Titicaca-Sees liegt, umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt, die mittlerweile ein beeindruckendes Bild von der Leistungsfähigkeit dieser Menschen vermitteln. Die Steinmetzkunst in Tiwanaku wurde von der späteren Inkakultur nicht annähernd erreicht. Der Sonnentempel mit dem Sonnentor und den Monolithen Frail und Ponce sowie ein bedeutend tiefer gelegener Tempel mit 175 Steinköpfen wurden bisher freigelegt.

Bolivien Titicaca Steinkopf
Steinkopf aus glanzvoller Vorzeit

Vom größten Bauwerk des Komplexes in Tiwanaku ist leider bis auf einige Grabungsversuche noch nichts zu sehen. Die siebenstufige Pyramide Akapana ist fast vollständig mit Erde bedeckt. Dem bolivianischen Staat fehlt das Geld für weitere Ausgrabungen, und internationale Forschungsexpeditionen erhalten zur Zeit keine Genehmigungen. Ein bisschen schade. Vielleicht würde gerade die Akapana die Erkenntnisse bringen, die den Wissenschaftlern noch fehlen, um die Bedeutung der Anlage zu entschlüsseln. Bis heute rätseln die Experten darüber. Einig ist man sich nur über die weitreichende Ausstrahlung der Tiwanaku-Kultur auf andere Gebiete in den Anden.

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