DAS PORTAL DEUTSCHSPRACHIGER REISEJOURNALISTEN

Die Seele eines Landes offenbart sich in der Musik

Musik aus aller Welt

Winfried Dulisch
präsentiert die
schwarzaufweiss-CD
des Monats

Februar 2011

 

Alle bisherigen CD- und DVD-Empfehlungen unseres Musik-Experten Winfried Dulisch sind nachzulesen unter Musik aus aller Welt.

Rumänien / Equador / Frankreich / Israel / Ungarn / Neuseeland / Italien / Venezuela / Schottland / Mazedonien / USA / Bulgarien

Sophie Blanchart (Gesang, Gitarre) & Michel Tirabosco (Panflöte): „Nomades“

CD: VDE CD-1336 / Klassik Center Kassel

Die Panflöte besteht aus unterschiedlich großen Holzröhrchen, die durch Anblasen zum Klingen gebracht werden. Das Instrument ist heute vor allem in Südamerika zu hören – und zwar dort mit jenem für Andenflöten typischen rauchigen Klang. Im Nordosten von T wird eine Bambus-Version mit schlankerem Ton gespielt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war eine Abart der Panflöte auch in den Alpen verbreitet, ehe sie in dieser Region von der Mundharmonika abgelöst wurde.

Das Interesse für dieses Instrument wurde in den 1970er Jahren vor allem von Gheorghe Zamfir geweckt. Der rumänische Panflötist war in zahlreichen Filmen zu hören und spielte unter anderem als Solist bei James Last. Mit ihrem einschmeichelnden Ton wäre diese „Hirtenflöte“ heute noch weiter verbreitet und beliebter beim Publikum, wenn ein umfassenderes Repertoire für dieses Instrument zur Verfügung stehen würde.

Doch obwohl einige Musikwissenschaftler das Instrument bereits in die Familie der Orgeln eingeordnet und von seinem „Blockflöten“-Image befreit haben, wurden bislang immer noch zu wenige künstlerisch überzeugende Kompositionen für die Panflöte geschrieben. Also haben die französische Gitarristin Sophie Blanchart und ihr Mann, der italienische Panflötist Michel Tirabosco, ihr Duo-Repertoire gesucht in Genres und Regionen, in denen dieses Instrument nicht zu Hause ist.

Das Material für die vorliegende CD lieferten zum Beispiel die US-Band Kansas mit ihrer Kuschelrock-Ballade „Dust In The Wind“ oder Johannes Brahms mit seinem Ungarischen Tanz Nummer 5. Sogar die Arie der Violetta aus Giuseppe Verdis „La Traviata“ entpuppt sich hier als Panflöten-kompatibel. Aber noch besser geeignet für dieses Instrument sind natürlich jene hier verwendeten tänzerischen und träumerischen Volksweisen, die das Ehepaar von seinen Reisen aus dem mediterranen oder ozeanischen Raum sowie aus Nord- und Südamerika mitgebracht hat. wd@saw


CD des Monats Januar 2011

Twitter
RSS