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Blick in den Schlund des Vulkans

Auch er hat beeindruckende Geschichten zu erzählen, einige davon sind eher beklemmend als romantisch. Beispielsweise, wenn er von dem Massaker berichtet, das die Nationalgarde des 1979 gestürzten Diktators Somoza ganz in der Nähe seines Elternhauses durchgeführt hat. Oder wenn er von Bombenangriffen berichtet, die der von den USA unterstützte Diktator in den 70er Jahren gegen sein eigenes Volk fliegen ließ. Erinnerungen, die nicht nur beim Besuch der nicaraguanischen Hauptstadt Managua lebendig werden, sondern auch beim Besuch des Vulkans Masaya.

Nicaragua Rundfahrt Blick in den Vulkan

Der aktive Vulkan liegt in einem Naturschutzgebiet und zieht zahlreiche Besucher in seinen Bann – denn um den Vulkankrater zu erreichen, ist kein mühsamer Fußmarsch notwendig. Eine gut ausgebaute Straße führt fast bis zum Kraterrand hinauf – vorbei an Feldern mit erkalteter Lava, die von verschiedenen Eruptionen stammt.

Nicaragua Rundfahrt Vulkankrater

Die stark schwefelhaltige Luft, die der Wind Besuchern ganz oben zuweilen entgegen bläst, brennt in den Augen und sticht in der Lunge – doch der Blick in den Schlund des Vulkans ist überwältigend. Für die indigenen Ureinwohner war dieser Vulkan einst ein heiliger Ort, später nannte ihn die Bevölkerung den Mund des Teufels. „Der Diktator Somoza hat politische Gefangene früher per Hubschrauber zum Vulkan geflogen und lebendig in den Krater geworfen“, berichtet Carlos Mejía Kornfeld.

Nicaragua Rundfahrt Blick auf den Vulkan

Zeiten, die in Nicaragua mittlerweile gottlob vorbei sein. Doch das Verhältnis zu den USA, die Somoza gestützt und die Revolutionsregierung der Sandinisten mit einem Bürgerkrieg überzogen hat, ist noch immer reserviert – zumindest, wenn es um deren Lateinamerika-Politik geht. Begonnen hat das bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals gab es noch keinen Panama-Kanal. Der US-Eisenbahnmillionär Cornelius Vanderbilt nutzte deshalb den Rio San Juan in Nicaragua, um während des kalifornischen Goldrausches Gold, Güter und Menschen zwischen Pazifik und Atlantik hin und her zu transportieren. William Walker, ein US-Amerikanischer Freischärler, der für Vanderbilt die Transportwege sichern sollte, erklärte sich 1856 kurzerhand zum Präsidenten Nicaraguas, wurde aber bald darauf wieder gestürzt. „Walker machte Nicaragua zum 52. Bundesstaat der USA – mit dem Dollar als Währung mit Englisch als Landessprache“, berichtet Carlos Kornfeld.

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