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Mord und Totschlag in der Götterwelt

Kambodscha Angkor Wat ZugangIn den Tempeln um Angkor wird klar, warum Malte Conrad Brun, ein dänisch-französischer Geograph, die nördlich von Siam gelegenen Länder im Jahr 1810 erstmals als Indochina betrachtet hat - also als ein Gebiet, das im Spannungsfeld der Einflüsse aus Indien und aus China liegt: Die indische Kultur - insbesondere in den Götterpalästen von Angkor ist sie allgegenwärtig. Die imposanten und zum Teil erstaunlich gut restaurierten Tempelbauten sind ganz von der hinduistischen und buddhistischen Glaubenswelt geprägt.

Die indische Mythologie vom Weltenberg Meru, auf dessen fünf Gipfeln die Götter residieren, prägt die Gestaltung der etwa fünfzig Tempelanlagen, die zwischen 800 und 1400 nach Christus entstanden sind. Der faszinierendste davon ist Angkor Wat. Er war als Begräbnisstätte für den Gott-König Suryavarman II. - der den Tempel zwischen 1112 und 1155 auch erbauen ließ - gedacht und ist dem hinduistischen Gott Vishnu gewidmet. Der von einem Wassergraben umgebene Götterpalast gilt als das beeindruckendste Bauwerk in ganz Südostasien.

Kambodscha Angkor Wat Kulisse
Angkor Wat

Er lohnt nicht nur wegen seines Gesamteindrucks einen Besuch, sondern vor allem auch wegen der zum Teil mehr als 500 Meter langen Reliefgalerien an seinen Seitenwänden. Hier werden Militärparaden und weltlichen Schlachten dargestellt, die sich in vergangenen Zeiten in Indien zugetragen hatten. Etwa die Schlacht von Kurukshetra, bei der zwei Streitwagen sowie zwei gewaltige Soldatenheere aufeinander treffen. Die Reliefs befassen sich aber auch mit Mord und Todschlag in der Götterwelt: Eines der Bilder zeigt, wie der Eremit Shiva den Liebesgott Kama tötet, weil dieser Shiva mit einem Pfeilschuss bei der Meditation gestört hatte.



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